Teilgeständnis nach Rassismus-Eklat: Erdmann darf ab sofort wieder für Saarbrücken spielen!

Saarbrücken - Diese Entscheidung sorgt für Diskussionen! Die restliche Sperre für Dennis Erdmann (30) wird zur Bewährung ausgesetzt. Der Innenverteidiger des 1. FC Saarbrücken darf ab sofort wieder für seinen Klub spielen.

Der frühere Dynamo-Profi Dennis Erdmann (30) darf in der 3. Liga wieder für Saarbrücken eingreifen.
Der frühere Dynamo-Profi Dennis Erdmann (30) darf in der 3. Liga wieder für Saarbrücken eingreifen.  © Lutz Hentschel

Erdmann war nach dem Rassismus-Eklat in der Partie gegen den 1. FC Magdeburg (2:1) für acht Wochen gesperrt worden und hatte zudem eine Geldstrafe in Höhe von 3000 Euro auferlegt bekommen. Dagegen gingen die Saarländer vor.

Erdmanns Anwalt, Horst Kletke, erklärte in der Berufungsverhandlung: "Wenn es angesichts des hektischen Spielgeschehens zu Missverständnissen kam, tut es ihm leid."

Tatsächlich folgte das DFB-Bundesgericht dem Verteidiger und nahm nebenbei auch die Geldstrafe zurück.

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Der Vorsitzende Achim Späth sagte zum Urteil: "Durch die Beschränkung der Berufung ist der vom DFB-Sportgericht festgestellte Tatbestand auch für das DFB-Bundesgericht bindend. Strafmildernd hat das Bundesgericht trotz der schwerwiegenden Vorfälle berücksichtigt, dass den 13 Zeugen durch dieses fiktive Geständnis die erneute Vernehmung und Belastung erspart blieb."

Zwar gab Kletke an, dass Erdmann weiterhin von sich weise, die rassistischen Beleidigungen ausgesprochen zu haben, doch durch sein Geständnis hat er die Anschuldigungen faktisch anerkannt. Wenig verwunderlich, dass der kicker in seiner Einordnung von einem "Kuhhandel" schreibt.

Dennis Erdmann steht nach diesem Urteil im Fokus der Öffentlichkeit

Dennis Erdmann (30) hat über seinen Anwalt ein Teilgeständnis abgelegt, weshalb er sich nun wieder auf den Fußball konzentrieren kann.
Dennis Erdmann (30) hat über seinen Anwalt ein Teilgeständnis abgelegt, weshalb er sich nun wieder auf den Fußball konzentrieren kann.  © dpa/Uwe Anspach

Denn Erdmann und dem FCS ging es nur noch darum, die Sperre zu reduzieren, was letztlich auch gelungen ist. Eine detaillierte Aufarbeitung hat es aber nicht gegeben, obwohl sie bei einem so brisanten und zugleich gesellschaftspolitischem Thema wichtig gewesen wäre. Dem Kampf gegen Rassismus ist damit jedenfalls nicht gedient.

Der Abwehrmann selbst dürfte nun in den kommenden Wochen mit Argusaugen beobachtet werden. Schließlich hatte er vor wenigen Wochen noch betont: "Für mich ist das unfassbar. Ich bin kein Mensch, der zwischen Herkunft und Hautfarbe unterscheidet."

Er fügte damals hinzu: "Ich habe niemals jemanden rassistisch beleidigt und würde das auch niemals tun." Erdmann meinte, ein "mental starker Spieler" zu sein, erklärte allerdings: "Die vergangenen Tage waren unfassbar belastend für mich und meine Familie."

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Einen weiteren Fehltritt in dieser Hinsicht darf er sich deshalb nicht leisten. Das gilt auch aus sportlicher Sicht, schließlich benötigt Saarbrücken ihn dringend fokussiert zurück, fehlen mit Bone Uaferro (29, Achillessehnenriss) und Steven Zellner (30, Außenmeniskuseinriss) doch gleich zwei Innenverteidiger langfristig.

Die Saarländer sind deshalb auf Erdmanns Erfahrung und Zweikampfstärke angewiesen.

Titelfoto: dpa/Uwe Anspach

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