Nach Beckers Ausfall: Für Dynamo-Doc sind die vielen Verletzungen kein Zufall!

Dresden - Wie bitter! Dynamo Dresden muss über die Saison hinaus auf Robin Becker verzichten. Der 24-jährige Rechtsverteidiger hat sich am Donnerstag bei einem Zweikampf im Mannschaftstraining einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen (TAG24 berichtete).

Robin Becker am Boden! Der 24-Jährige zog sich am Donnerstag im Training einen Kreuzbandriss zu. Er fällt mehrere Monate aus, wird diese Saison nicht mehr spielen.
Robin Becker am Boden! Der 24-Jährige zog sich am Donnerstag im Training einen Kreuzbandriss zu. Er fällt mehrere Monate aus, wird diese Saison nicht mehr spielen.  © Lutz Hentschel

Er ist damit der 27. Spieler aus den ersten drei Ligen, die sich allein im Januar schwer verletzt haben.

Nach Chris Löwe (31, Knie) und Patrick Weihrauch (26, Fuß) ist Becker der dritte Langzeitverletzte bei der SGD. "Das tut weh, für uns, aber auch für ihn. Das schmerzt persönlich sehr. Wir haben so langsam die Schnauze voll von den langen Ausfallzeiten und den schweren Verletzungen. Das tut unheimlich weh", zeigte sich Dynamo-Trainer Markus Kauczinski (50) bestürzt.

Mit Leroy Kwadwo (24) einen Abwehrspieler geholt, mit Becker fällt der nächste aus. Personell herrscht also wieder Gleichstand. Muss Dresden erneut nachbessern? "Wir müssen das erst einmal sacken lassen und entscheiden in der kommenden Woche", so der Coach.

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Mit Becker haben sich nun 27 Profis zwischen Liga 1 und 3 allein nur im Januar schwer verletzt. 22 Spieler haben Muskelverletzungen erlitten.

Alles Zufall? "Nein", sagt Dr. Onays Al-Sadi. "Das ist sicherlich der hohen Belastung geschuldet. Das Spielerbündnis um Mats Hummels hat bereits im Dezember darauf hingewiesen, dass die Belastung zu hoch ist. Union Berlins Torhüter Andreas Luthe sprach sogar davon, dass die Spieler mit ihrem Körper in Vorleistung gehen, mehr Belastung nicht möglich ist", so der Mannschaftsarzt.

Dynamo Dresdens Mannschaftsarzt erklärt: "Spieler bekommen keine Regeneration mehr"!

Für Dynamo-Mannschaftsarzt Onays Al-Sadi sind die vielen schweren Verletzungen der Profis kein Zufall mehr.
Für Dynamo-Mannschaftsarzt Onays Al-Sadi sind die vielen schweren Verletzungen der Profis kein Zufall mehr.  © Lutz Hentschel

Gerade die gehäufte Anzahl von Muskelverletzungen kommt für ihn nicht von ungefähr. "Die Spieler bekommen bei mitunter drei Spielen in der Woche keine Regeneration mehr. Die Verdichtung von Training und Spielen lässt kaum Möglichkeit der Erholung, fördert Verletzungen. Die derzeit kalte Witterung kommt noch hinzu", so Al-Sadi.

Er ist froh, dass das Spielerbündnis diese Problematik nun in die Öffentlichkeit gebracht hat. "Das Bewusstsein ist jetzt da. Alle Vereine sind gefordert, die Belastung so zu steuern, das wenig passiert. Das geht nur in Zusammenarbeit mit Trainerstab, Ärzten und der Physio-Abteilung."

Das klappt bei Dynamo, Muskelverletzungen gab es bei den Schwarz-Gelben in dieser Saison kaum. Dresden blieb im Januar - mit Ausnahme von Becker - von derartigen Dingen verschont, weil das Team coronabedingt pausierte.

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War die Unterbrechung vielleicht sogar gut? "Leider gar nicht. Die Pause nach den intensiven Wochen zu Weihnachten war gut, jetzt nicht", so Al-Sadi.

"Die Spieler mussten allein trainieren, so ist zumindest zum Glück nicht alles weg. Aber die Spielpraxis fehlt. Und was auch nicht zu vernachlässigen ist: Fußball ist ein Mannschaftssport. Das Gefüge, das Zusammengehörigkeitsgefühl fehlte zuletzt, es waren keine sozialen Kontakte untereinander vorhanden. Das ist mental nicht einfach."

Titelfoto: Lutz Hentschel

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