Politik entsetzt über Dynamo-Randale: "Rohe Gewalt hat mit Sport nichts mehr zu tun"

Dresden - Die schweren Ausschreitungen am Rande des Fußballspiels von Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0) haben Entsetzen ausgelöst.

Polizisten und Randalierer standen sich auf der Lennéstraße in Dresden gegenüber. Es kam zur direkten Konfrontation mit Verletzten auf beiden Lagern.
Polizisten und Randalierer standen sich auf der Lennéstraße in Dresden gegenüber. Es kam zur direkten Konfrontation mit Verletzten auf beiden Lagern.  © Sebastian Kahnert/dpa

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert

"Auch wenn wir uns alle über den Aufstieg von Dynamo Dresden freuen: Die Gewalt am Stadion gegenüber den Einsatzkräften ist nicht akzeptabel. Leider erinnern diese Bilder auch an den Aufstieg 2016, und schon damals konnte man sich nur für das Verhalten einiger Personen schämen."

Der Dresdner OB Dirk Hilbert (49, FDP).
Der Dresdner OB Dirk Hilbert (49, FDP).  © Ronald Bonss/dpa-Zentralbild/dpa

Sachsens Innenminister Roland Wöller

"Die Gewaltausbrüche gegen Polizeibeamte und Medienschaffende nach dem gestrigen Fußballspiel haben den Aufstieg von Dynamo Dresden leider völlig ins Abseits gestellt. Friedliche Fankultur sieht anders aus. Diese rohe Gewalt hat mit Sport nichts mehr zu tun und ist nicht hinzunehmen. Ich habe Verständnis für Sportbegeisterte, die ihre Mannschaften emotional und lebhaft unterstützen und freue mich über den Aufstieg von Dynamo. Doch wenn Fanaktivitäten derart eskalieren, erwarte ich von Fußballvereinen, dass sie Konsequenzen ziehen, um die vielen friedlichen Fans klar von gewaltbereiten Hooligans zu trennen."

Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU).
Sachsens Innenminister Roland Wöller (50, CDU).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Sachsens Justizministerin Katja Meier

"Die Angriffe auf Polizei und Journalisten sind durch nichts zu rechtfertigen und bedürfen auch einer Aufarbeitung durch Dynamo. Gewalt gegen die Presse darf kein Normalzustand sein. Pressefreiheit ist ein konstituierendes Element unserer Demokratie und muss geschützt werden."

Sachsens Justizministerin Katja Meier (41, Grüne).
Sachsens Justizministerin Katja Meier (41, Grüne).  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Grünen-Politiker Jürgen Kasek

"Wenn ein Verein es nicht schafft sich klar zu distanzieren, Hooligans und Rechte konsequent auszuschließen, dann zeigt der Verein, dass er nicht auf der Grundlage der Statuten der DFL und DFB steht und sollte ausgeschlossen werden."

Grünen-Politiker Jürgen Kasek (40).
Grünen-Politiker Jürgen Kasek (40).  © DPA / Jan Woitas

Dr. Markus Reichel, Vorsitzender des CDU Kreisverbandes Dresden

"Die gewalttätigen Ausschreitungen am Stadion gegenüber der Polizei und anderen Einsatzkräften sind nicht zu tolerieren. Der Verein, die Fans und die Stadt Dresden haben alles Mögliche für eine erfolgreiche Saison getan. Diese Leistungen und auch das Image unserer Stadt wurde durch diese sogenannten Fans erheblich diskreditiert. Ich erwarte, dass sich der Verein nicht nur gemeinsam mit den Einsatzkräften mit diesen Ereignissen auseinandersetzt, sondern schnellstens Maßnahmenkonzepte zur Vermeidung ähnlicher Vorfälle vorlegt."

Dr. Markus Reichel (53, CDU).
Dr. Markus Reichel (53, CDU).  © Petra Hornig

SPD-Innenpolitiker Albrecht Pallas über die gewaltbereiten Fans

"Was in Dresden am Harbig-Stadion passierte, ist beschämend und lässt die Freude über den Aufstieg von Dynamo Dresden verblassen. Das ist verantwortungslos und gefährlich."

SPD-Innenpolitiker Albrecht Pallas (41, SPD).
SPD-Innenpolitiker Albrecht Pallas (41, SPD).  © Thomas Türpe

Grünen-Innenpolitiker Valentin Lippmann

Grünen-Innenpolitiker Valentin Lippmann (30).
Grünen-Innenpolitiker Valentin Lippmann (30).  © Eric Münch

"Es hat sich eine vollkommene Enthemmung gezeigt. Die Angriffe auf Journalisten und Einsatzkräfte sind ein widerlicher Gewaltexzess, der durch nichts zu rechtfertigen ist. (...) Vom Verein Dynamo Dresden erwarte ich eine klare und unmissverständliche Positionierung."

Titelfoto: Montage: Sebastian Kahnert/dpa / Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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