Randale wirken bei Dynamo nach: Mit so vielen Stadionverbots-Verfahren schlägt sich der Verein herum

Dresden - Bei Dynamo ist derzeit nicht nur Fußball das beherrschende Thema. Die Randale von Bayreuth wirken immer noch nach. In den letzten Tagen traf sich der kaufmännische Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56) mit verschiedenen Gruppen, um die Geschehnisse aufzuarbeiten. Dabei ging es auch um weitere mögliche Stadionverbote für die Randalierer.

Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56) kämpft derzeit an mehreren Fronten.
Dynamo-Geschäftsführer Jürgen Wehlend (56) kämpft derzeit an mehreren Fronten.  © Lutz Hentschel

Sollten Personen ermittelt werden, die für die weit über 100.000 Euro Gesamtschaden im Zusammenhang mit dem Drittligaspiel in Bayreuth mitverantwortlich sind, will Dynamo die Sünder bestrafen.

Diese Summe und die noch zu erwartende Geldstrafe durch den DFB sollen auf die Verursacher umgelegt, zudem neue Stadionverbote ausgesprochen werden.

Um die schneller zu verhängen, den Strafanträgen der Behörden rascher zu folgen, will Dynamo das Personal aufstocken. Bislang hakt es dort extrem.

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Seit den schweren Ausschreitungen vom 16. Mai 2021 (Aufstieg in die 2. Bundesliga) habe der Verein 251 Stadionverbotsanträge - darunter sind acht Dynamo-Mitglieder - von der Polizei erhalten. 151 Verbote wurden ausgesprochen, sechs Verbote zur Bewährung ausgesetzt.

"100 Anträge sind aber immer noch in der Bearbeitung", so Wehlend.

Dynamo Dresden: Bearbeitung der Stadionverbotsanträge zieht sich

Am 16. Mai 2021 lieferten sich Chaoten nach dem Aufstieg in die 2. Liga eine regelrechte Straßenschlacht.
Am 16. Mai 2021 lieferten sich Chaoten nach dem Aufstieg in die 2. Liga eine regelrechte Straßenschlacht.  © Steffen Füssel

Und das hat einen Grund: Nur ein Stadionverbotsbeauftragter bearbeitet ehrenamtlich mit Hilfe zweier Fanbeauftragten und des Sicherheitsdienstes diese Anträge.

"Und er ist kein Jurist. Hier müssen wir uns anders, breiter und besser aufstellen", sagt der Geschäftsführer kopfschüttelnd.

Bei einem allein, der als Ehrenamtler auch nicht immer Zeit hat, dauert das automatisch länger. "Wir haben Stadionverbotsanträge im Haus, da wissen die Betroffenen noch nicht einmal, dass ein Verfahren gegen sie läuft", deckt er Schwachstellen im eigenen Verein aus.

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"Das ist doch eine Situation, die nicht funktional ist." Deshalb wünsche er sich neue, moderne Strukturen im Verein.

Der 56-Jährige erklärt zudem, dass er eine Arbeitsgruppe aus Vertretern des Vereins, der Fans, des Sicherheitsdienstes, der Polizei und der Stadt gebildet habe, um weitere Maßnahmen gegen die Gewalt zu entwickeln. "Wir haben auch externe Berater hinzugezogen."

Ein Lenkungskreis, dem Polizeipräsident Lutz Rodig, Oberbürgermeister Dirk Hilbert und er selbst angehören, werde Ende Oktober wieder tagen. Bis dahin hofft Wehlend auch auf erste Ermittlungserfolge aus Bayreuth.

Titelfoto: Montage: Steffen Füssel, Lutz Hentschel

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