Dynamo-Co-Trainer Scholz über Maradona-Manndeckung: "Viel gesehen hab ich ihn nicht"

Dresden - Wegen der "Hand Gottes "hat Scholle heute Hüfte"! Der Tod der argentinischen Fußball-Legende Diego Armando Maradona (†60) traf die Sportwelt wie ein Blitz.

Diego Armando Maradona (†60) starb am 25. November 2020 mit nur 60 Jahren.
Diego Armando Maradona (†60) starb am 25. November 2020 mit nur 60 Jahren.  © picture alliance / Patrick Seeger/dpa

Einer, der das Vergnügen hatte, zwei Mal gegen ebenjenen Exzentriker aufzudribbeln, ist Dynamos Co-Trainer Heiko Scholz (54) - und ihm tut noch heute die Hüfte weh, wie er am Rande der Drittliga-Partie gegen die SpVgg Unterhaching verriet.

Der 25. November 2020 wird wohl auf ewig einem jeden Fußball-Fan in Erinnerung bleiben. Diego Armando Maradona trat seinen letzten Sololauf an.

Der Zeitlebens als Exzentriker geltende Argentinier war DER Held wohl nicht nur einer Generation. Irgendwas zwischen Genie, Wahnsinn und "laissez-faire" versprühte der Ausnahme-Spieler eigentlich bis zum Tode.

Zeit seines (Fußballer-)Lebens brachte er eine Vielzahl an Verteidigern zum Verzweifeln. Einer davon: Dynamo-Co Heiko Scholz!

Es war der 26. Oktober 1988, als der SSC Neapel bei Lokomotive Leipzig im UEFA Pokal antrat. Zwei Wochen später reiste Scholz dann mit seinem Team zu den Neapolitanern und schied aus dem Wettbewerb aus.

Erst die SpVgg Unterhaching, dann in Erinnerungen schwelgen

Nicht von dieser Welt. Diego Armando Maradona (†60) bei Papst Franziskus im Jahre 2014. Man könnte sagen: Die "Hand Gottes" traf dessen verlängerten Arm.
Nicht von dieser Welt. Diego Armando Maradona (†60) bei Papst Franziskus im Jahre 2014. Man könnte sagen: Die "Hand Gottes" traf dessen verlängerten Arm.  © Osservatore Romano/epa/dpa

Heiko Scholz erhielt den Auftrag, sich um keinen Geringeren als den zu dieser Zeit wohl größten Fußballer aller Zeiten in Manndeckung zu nehmen.

Auf die Nachfrage eines MDR-Reporters nach dem Drittligaspiel der Dynamos gegen Unterhaching (2:0, TAG24 berichtete) wurde Scholz dann fast schon ein wenig sentimental.

Zu viel hatte er an diesem Tag mit der Vorbereitung auf die so wichtige Partie gegen Haching um die Ohren. Doch danach war kurz Zeit, um über die "Hand Gottes" nachzudenken und zu sprechen.

"Maradona hat mich ja schon das ganze Fußballleben begleitet", so der 54-Jährige. "Und da bin ich natürlich stolz darauf, dass ich ihn mal decken durfte", so der Dynamo-Co weiter und schob noch schnell hinterher: "Oder sagen wir besser: Ich hab's versucht."

Dann setzt "Scholle" noch einen darauf und weiß jetzt mit einem Augenzwinkern, "wo meine Hüftprobleme auch herkommen".

In Neapel "hat der erstmal biss'l jongliert, die anderen haben sich warm gemacht."

Links: Diego Armando Maradona bei der Partie in Leipzig. Weil es Heiko Scholz (rechts) scheinbar trotz Manndeckung nicht in den Zweikampf schaffte, musste Scholz' Teamkollege Uwe Predow den Kürzeren ziehen.
Links: Diego Armando Maradona bei der Partie in Leipzig. Weil es Heiko Scholz (rechts) scheinbar trotz Manndeckung nicht in den Zweikampf schaffte, musste Scholz' Teamkollege Uwe Predow den Kürzeren ziehen.  © imago images / Sportfoto Rudel , imago images / Camera 4/JIM

An das Rückspiel am 9. November 1988 in Neapel hat Scholz zudem eine ganz besondere Erinnerung.

Zur "Glanzzeit" Maradonas, so der ehemalige Lok-Trainer, "da hat der erstmal biss'l jongliert, die anderen haben sich warm gemacht".

Da konnte es auch gern mal etwas länger dauern, bis angepfiffen wurde.

Scholz: "Dann haben wir alle auf den gewartet, weil noch hundert Fotografen ein Foto machten bevor's Spiel losging", schwelgte der Sachse in Erinnerung.

"Das war natürlich ein riesiger Rummel um diese Person."

Heiko Scholz über Diego Maradona: "Viel gesehen hab ich ihn nicht, trotz Manndeckung".

Das mit der Manndeckung klappte damals im Übrigen nur so semi, erinnert sich Scholz und gab zu: "Viel gesehen hab ich ihn nicht, trotz Manndeckung." Dabei ließen sich die Ergebnisse eigentlich lesen. Dem 1:1-Unentschieden in Leipzig folgte eine 0:2-Niederlage in Kampanien. Achtbar.

Und Scholz trug sich sogar in die Torschützenliste im Stadio San Paolo ein: Er markierte nämlich den 0:2-Endstand (54.) - per Eigentor.

Titelfoto: picture alliance / Patrick Seeger/dpa , Screenshot/Facebook Mdr

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