Dynamos Achterbahnfahrt gegen Kaiserslautern: Das ist die Mentalität eines Spitzenreiters

Dresden - Logisch, bei drei Gegentoren im eigenen Stadion war bei der SG Dynamo Dresden nicht alles Gold, was beim 4:3 über den 1. FC Kaiserslautern glänzte. Aber es war bemerkenswert.

Dynamo-Trainer Markus Kauczinski ballte die Fäuste - gegen Lautern konnte er gleich viermal jubeln...
Dynamo-Trainer Markus Kauczinski ballte die Fäuste - gegen Lautern konnte er gleich viermal jubeln...  © DPA/Robert Michael

Den Jahresauftakt bei Türkgücü München versemmelt, coronabedingte Pause, die Vorbereitung ohne Trainer Markus Kauczinski, der Kreuzbandriss von Robin Becker, das Schneechaos vorm Spiel und dann das 1:2 und das 2:3 gedreht. Das ist die Mentalität eines Spitzenreiters!

Es ging runter, hoch, runter, hoch. Hin und her, auf und ab. Wer Achterbahn fährt, hat meist ein Lächeln im Gesicht, wenn er wieder aus dem Wagen aussteigt. Aber öfters als einmal muss so eine Fahrt nicht sein - oder, Herr Kauczinski?

"Ich bin ein großer Freund davon", lachte der 50-Jährige. "Natürlich willst du immer Kontrolle. Als Trainer wünschst du dir, immer alles in der Hand zu haben, und dann hast du solche Momente und Spiele, wo der Gegner Stärken hat oder du das nicht auffangen kannst. Wir haben schon kontrollierter gespielt", gab der Coach zu.

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Dynamo Dresden Diese Dynamo-Defensive muss im Abstiegskampf das Faustpfand sein!

In vier der letzten fünf Punktspiele lag Dynamo mit 0:1 zurück - in Halle, in Köln, bei Türkgücü und jetzt. Drei der Partien hat Dresden noch gedreht. Die Schwarz-Gelben lassen sich davon nicht abbringen.

"Es ist gut zu wissen, dass du immer wiederkommen kannst, nie weg bist. Ich glaube, dass das eine Stärke ist. Wünschen tut man sich das nicht. Aber schön ist es, wenn man darauf reagieren kann und die Mannschaft auch die Qualität hat, nie aufzugeben", sagte Kauczinski.

Philipp Hosiner und Christoph Daferner tüteten Sieg gegen den 1. FC Kaiserslautern ein

Nach dem Sieg gegen Kaiserslautern gab's den ersten dynamischen Siegerkreis des Jahres.
Nach dem Sieg gegen Kaiserslautern gab's den ersten dynamischen Siegerkreis des Jahres.  © Lutz Hentschel

Der gemeine Dynamo-Fan kann sich mittlerweile bei einem 0:1 ruhig zurücklehnen, weil er weiß, das Team lässt sich nicht hängen.

Noch ruhiger wäre aber, mal wieder ein eigenes 1:0 und danach eben das von Kauczinski angesprochene kontrollierte Spiel zu zeigen - so wie in Rostock oder in Duisburg.

Dass es am Samstag noch mit einem Dreier klappte, hatte der Coach seinem ganz starken Sturmduo Philipp Hosiner und Christoph Daferner zu verdanken. Hinten klappte nicht alles.

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"Verteidigen ist Sache von allen, nicht nur von der Abwehr. Wir hatten Phasen, wo wir Chancen zu leicht zugelassen haben, nicht gut abgesichert waren - im gesamt-mannschaftlichen Verhalten. Die Balance, gut zu stehen und trotzdem nach vorn zu spielen, die hatten wir nicht. Daran werden wir arbeiten", so Kauczinski.

Schon am Dienstag beim SV Waldhof Mannheim sollte es hinten besser laufen, vorn kann es gern so bleiben - ohne Achterbahnfahrt.

Am Ende zählt das Ergebnis - und das sprach für Dynamo.
Am Ende zählt das Ergebnis - und das sprach für Dynamo.  © Lutz Hentschel

Titelfoto: Bildmontage: DPA/Robert Michael, Lutz Hentschel

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