Dynamo-Neuzugang Terrazzino im Portrait: Vom Bolzplatz in die Fußballwelt

Dresden - Die SG Dynamo Dresden hat das erste von 16 Endspielen mit 1:0 gegen den Karlsruher SC gewonnen. Torschütze war Neuzugang Marco Terrazzino. Doch wer ist der 28-Jährige eigentlich?

Hier auf dem Sportplatz des VfL Neckarau fing für die sieben Jungs alles an: Marco Terrazzino (v.l.) zusammen mit Manuel Gulde, Pascal Groß, Robin Szarka, Philipp Meyer, Anthony Loviso und Marcel Gruber.
Hier auf dem Sportplatz des VfL Neckarau fing für die sieben Jungs alles an: Marco Terrazzino (v.l.) zusammen mit Manuel Gulde, Pascal Groß, Robin Szarka, Philipp Meyer, Anthony Loviso und Marcel Gruber.  © Manuel Hauptmannl

Vom Bolzplatz in die Profiwelt: Eine Jugendmannschaft aus dem Mannheimer Stadtteil Neckarau ist so gut, dass sie die größeren Vereine in Grund und Boden spielt. Sieben Jungs stechen dabei heraus, landen auf dem Zettel einiger Profivereine. Die TSG Hoffenheim macht das Rennen.

Die 16-Jährigen wechseln 2007 geschlossen in den Kraichgau und werden auf Anhieb deutscher Meister bei den B-Junioren. Einer der Sieben: Marco Terrazzino.

Im Finale schlug Hoffenheim die Borussia aus Dortmund mit 6:4 - doppelter Torschütze: Terrazzino. "Ja, eine völlig verrückte Geschichte. 2007 sind wir nach Hoffenheim gegangen, ein Jahr später waren wir Meister. Vier von uns haben dann sogar für Hoffenheim in der Bundesliga gespielt: Pascal Groß, Manuel Gulde, Robin Szarka und ich", erzählt Terrazzino über seine goldene Generation.

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Groß hat es von allen am weitesten geschafft, er spielt derzeit in der Premier League bei Brighton and Hove, Gulde steht (wie Terrazzino) beim SC Freiburg unter Vertrag, Szarka kickt in der "U23" der TSG.

Die anderen drei Marcel Gruber, Anthony Loviso und Philipp Meyer haben nichts mehr mit Fußball zu tun. "Philipp zum Beispiel ist DJ geworden", sagt Terrazzino. Als Mitglied des Projekts Laserkraftwerk3D hatte er 2010 mit "Nein, Mann" einen weltweiten Charterfolg. "Marcel wurde Architekt, Anthony arbeitet im Vertrieb einer großen Firma."

Angefangen hat alles im beschaulichen Neckarau. "Der 91er Jahrgang, eine krasse Konstellation. Wir haben alle beim VfL angefangen. Pascals Papa Stephan hat ja auch jahrelang für Karlsruhe Bundesliga gespielt. Er war damals unser Trainer, er hat uns sehr gefördert. Wir hatten wirklich eine sehr gute Mannschaft, das hat sich herumgesprochen."

So landeten alle in Hoffenheim und durften zusammen Erfolge feiern. "Für Pascal, Manuel und mich ging die Reise weiter, Robin hat auch mal geschnuppert bei diesem verrückten Spiel in Dortmund, als die TSG fast schon abgestiegen war und sich rettete", kann sich Marco Terrazzino gut erinnern.

Terrazzino stolz: Dynamo Dresden bekannt für "das Stadion, die Stimmung, die Fans"

Sie spielten zusammen beim Karlsruher SC unter Markus Kauczinski: (v.l.) Hakan Calhanoglu, Marco Terrazzino, Pascal Groß und Ex-Dynamo Klemen Lavric.
Sie spielten zusammen beim Karlsruher SC unter Markus Kauczinski: (v.l.) Hakan Calhanoglu, Marco Terrazzino, Pascal Groß und Ex-Dynamo Klemen Lavric.  © imago/eibner

"Es ist schon krass, wie das abgelaufen ist. Damals in Neckarau kam noch jeder mit seinem eigenen Trikot zum Training, ich mit Juventus, die anderen mit Bayern. Dann ging das alles sehr schnell nach oben, plötzlich warst du Profi", erklärt der 28-Jährige.

Auch wenn sich im letzten Jahrzehnt die Wege der sieben Jungs mit Ausnahme von "Terra" und Gulde nicht mehr großartig gekreuzt haben, der Kontakt ist geblieben. Ab und zu treffen sich alle. "Wir haben auch eine Whats-App-Gruppe, wir stehen immer in Kontakt", so der jetzige Dresdner.

Sie haben ihm alle gratuliert zu seinem Wechsel: "Sie haben sich gefreut für mich. Dresden ist in Deutschland bekannt für das Stadion, die Stimmung, die Fans. Jeder weiß, das wird eine harte Aufgabe. Aber sie glauben an mich."

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Ein erster Schritt ist getan. Dank seines Treffers gewann die SGD am Mittwoch gegen Karlsruhe mit 1:0. Im Übrigen haben auch dort drei der Sieben Spuren hinterlassen: Gulde von 2013 bis 2016, Groß und Terrazzino von 2011 bis 2012 - alle unter Markus Kauczinski.

Und damit schließt sich der Kreis.

Marco Terrazzino kam im Winter auf Leihbasis aus Freiburg zur SGD.
Marco Terrazzino kam im Winter auf Leihbasis aus Freiburg zur SGD.  © Picture Point/Roger Petzsche
Marco Terrazzino erzielte beim 1:0-Erfolg über den KSC den goldenen Treffer.
Marco Terrazzino erzielte beim 1:0-Erfolg über den KSC den goldenen Treffer.  © Lutz Hentschel

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