"Danke Dynamo, danke Dresden!" Niklas Kreuzer und der stille Abschied der Nummer 7

Dresden - Ab mit dir durch die Hintertür. Durch die Verpflichtung von Panagiotis Vlachodimos erfuhren die Dynamo-Fans durch die Blume, dass für Niklas Kreuzer kein Platz mehr im neuen Team ist. Der Deutsch-Grieche bekommt die Rückennummer 7 - die trug seit 2014 Kreuzer. Der stille Abschied missfiel einem ehemaligen Mitspieler.

Niklas Kreuzer (l.) in seinem 160. und letzten Spiel für Dynamos Dresden im Zweikampf mit dem Osnabrücker David Blacha.
Niklas Kreuzer (l.) in seinem 160. und letzten Spiel für Dynamos Dresden im Zweikampf mit dem Osnabrücker David Blacha.  © Lutz Hentschel

Stil ist nicht das Ende des Besens. Der Verein hätte es besser lösen können, nicht nur bei Kreuzer - Corona hin oder her. 

Seit dem letzten Spiel am 28. Juni gegen Osnabrück (2:2) war vom 27-Jährigen nichts mehr zu hören. Erst am Mittwoch meldete er sich. Stunden, nach dem Vlachodimos offiziell vorgestellt wurde.

"Danke Dynamo, Danke Dresden! Es war mir eine Ehre. Ich wünsche euch von Herzen alles Gute für die Zukunft", lauteten seine Zeilen auf Instagram. 

Er war auf einem Foto zu sehen, das ihn vor dem vollbesetzten K-Block zeigt.

Patrick Möschl, der im Winter von Dresden nach Magdeburg gewechselt war, kritisierte die Art und Weise des Abschieds. "Nach sechs Jahren sowas abziehen - wow", schrieb der Österreicher einen Kommentar darunter.

Andere Weggefährten wie Peniel Mlapa, Lukas Röser und Michael Hefele äußerten sich ebenfalls. 

"Als Unerfahrener gekommen, als Erfahrener gegangen", kommentierte Ex-Dynamo Benjamin Kirsten den Post. 

Marcos Alvarez, der in der Saison 2016/17 gemeinsam mit Kreuzer für Dynamo spielte, schrieb: "Eine Legende geht!" Patrick Schmidt kommentierte "Nur das Beste wünsch ich dir!" All das zeigt: Kreuzer war innerhalb der Mannschaft absolut anerkannt und beliebt. TAG24 hat ihn nach dem Post angeschrieben, eine Antwort kam nicht. 

Untypisch für Kreuzer, der immer offen, ehrlich und zu jeder Medientat bereit war - einfach ein angenehmer Gesprächspartner. Einer, bei dem nicht nach 60 Sekunden alles gesagt war - solche gab es auch.

Einsamkeit! Niklas Kreuzer nachdem Osnabrück-Spiel mutterseelenallein auf dem Rasen. Er wusste damals wohl schon, dass die Partie sein Abschied von Dynamo und aus Dresden war.
Einsamkeit! Niklas Kreuzer nachdem Osnabrück-Spiel mutterseelenallein auf dem Rasen. Er wusste damals wohl schon, dass die Partie sein Abschied von Dynamo und aus Dresden war.  © Jens Maßlich

Dynamo Dresden: Neuaufbau nach Abstieg in 3. Liga

"Kreuz" hat seinen Mann sechs Jahre lang gestanden, auf und neben dem Feld. Die abgelaufene Saison, die er als Kapitän begann, war nicht seine beste, im Gegenteil. Den Willen, für Dynamo alles zu geben, hatte er immer. 

Dass ihn der Abschied schmerzt, war spätestens seit der nicht beantworteten Nachricht spürbar.

Von ungefähr kam es aber nicht. Als die letzte Partie gegen Osnabrück gespielt war, die Fans ihre Dankbarkeit vor dem Stadion kundtaten, kam Kreuzer zurück ins Stadion und lief minutenlang Gedanken verloren über den Rasen. Er wusste damals schon, dass sein 160. Spiel für Dynamo auch sein letztes war. Sein Vertrag lief bis 2022, hatte aber nur für die 2. Liga Gültigkeit. 

Geholfen beim Neuaufbau hätte Kreuzer sicher gern. Nun ist sein Können anderswo gefragt. 

Wo genau, steht noch nicht fest.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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