Dynamo-Kicker Kreuzer hofft nach "verrückter Zeit" auf den Neustart: "Fragen bleiben trotzdem"

Dresden - Niklas Kreuzer ist eigentlich ein junger Mann, der immer positiv in die Zukunft schaut. Das macht der 27-Jährige auch jetzt. Im Telefon-Interview mit TAG24 überlegt der Profi von Dynamo Dresden trotzdem einige Male, was und wie er es sagt. Die momentane Krisenzeit hat ihn nachdenklich gemacht. 

Immer positiv, fast immer gut gelaunt: Aber auch an Niklas Kreuzer ist die Krise nicht spurlos vorbeigegangen.
Immer positiv, fast immer gut gelaunt: Aber auch an Niklas Kreuzer ist die Krise nicht spurlos vorbeigegangen.  © Lutz Hentschel

TAG24: Ob und wann die Saison weitergehen soll, wurde inzwischen dreimal vertagt. Nun soll es am Mittwoch soweit sein. Ist es an der Zeit, eine klare Entscheidung zu treffen?

Kreuzer: "Auf jeden Fall. Ein fixer Termin würde uns Spielern zugutekommen. Wir können zwar trainieren, haben aber kein Ziel vor Augen, üben ins Blaue hinein. Das zehrt. Wir holen jetzt sicherlich das Maximum aus den begrenzten Trainingsformen heraus. Aber es ist nicht wettkampftauglich, dafür müsste es richtige Einheiten mit allem drum und dran geben."

TAG24: Können Sie die Menschen verstehen, die den möglichen Re-Start aufgrund des Coronavirus kritisch sehen?

Kreuzer: "Natürlich verstehe ich sie. Ich mache mir ja selbst auch Gedanken, was das Beste sein könnte, ob es Gefahren gibt, ob alles glatt geht. Aber Fußball ist mein Beruf und den möchte ich ausüben - wie jeder andere auch.“

TAG24: Können die Corona-Tests ein bisschen die Angst nehmen?

Kreuzer: "Ich glaube, es ist von Vorteil für uns alle. Wenn sich Spieler, wie jetzt in Köln, infizieren, kannst du sie herausfiltern und in Quarantäne schicken. Für die anderen geht es weiter. Aber Fragen bleiben trotzdem. Was passiert, wenn einige nach Partien positiv getestet werden? Wie wird dann entschieden? Was geschieht, wenn es einen Trainer erwischt? Ist die Mannschaft dann zwei Wochen in einer entscheidenden Phase ohne ihn? Es ist alles nicht so einfach."

Niklas Kreuzer hätte "nicht erwartet", dass die Zeit der Einschränkungen so lange dauert

Niklas Kreuzer hofft wie alle Fußballer, dass er möglichst schnell wieder in einem echten Spiel gegen den Ball treten darf.
Niklas Kreuzer hofft wie alle Fußballer, dass er möglichst schnell wieder in einem echten Spiel gegen den Ball treten darf.  © picture point/Sven Sonntag

TAG24: Wie haben Sie die Zeit nach dem Derby gegen den FC Erzgebirge Aue, der letzten Partie bisher, erlebt?

Kreuzer: "Die war verrückt. Ich glaube, wir haben alle nicht erwartet, dass es so lange dauert. Ich war daheim, habe mich an alle Einschränkungen und Trainingspläne gehalten, war laufen, habe Homeworks gemacht. Aber irgendwann fällt dir die Decke auf den Kopf. Du willst dann einfach nur noch raus und Fußball spielen."

TAG24: Kommt es so, werden es Geisterspiele...

Kreuzer: "Darüber bin ich froh, auch wenn ich kein 100-prozentiger Befürworter davon bin. Du wirst erst merken, das was fehlt, wenn du das erlebt hast."

TAG24: Sie haben 2015 eins in Dresden in der 3. Liga gegen Erfurt selbst erlebt. Können Sie Ihre Mitspieler darauf einstimmen?

Kreuzer: "Wir haben in kleinem Kreis schon darüber gesprochen. Es war eine komische Erfahrung, wie ein Trainingsspiel. Das war meine erste Saison in Dresden, da hatte ich ein volles Stadion noch nicht so oft erlebt. Jetzt, nach knapp sechs Jahren, weiß ich, was abgeht, wenn die Fans dich pushen, wie das wirkt. Daher wird es eine Umstellung werden."

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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