Dynamo: Geisterspiele sind für Stadionsprecher Hauskeller nichts Neues

Dresden - Wenn die Saison im Mai weitergehen sollte, dann ohne Zuschauer. Geisterspiele! Für Dynamo Dresden ist das nicht gänzlich neu. 

So sah es am 7. Februar 2015 aus, als Dynamo in der 3. Liga daheim auf Rot-Weiß Erfurt traf. Das Traditionsderby fand ohne Zuschauer statt, weil einige Rowdys zuvor in Rostock randaliert hatten.
So sah es am 7. Februar 2015 aus, als Dynamo in der 3. Liga daheim auf Rot-Weiß Erfurt traf. Das Traditionsderby fand ohne Zuschauer statt, weil einige Rowdys zuvor in Rostock randaliert hatten.  © dpa/Arno Burgi

Die Schwarz-Gelben haben in jüngster Vergangenheit bereits zwei absolviert - am 11. März 2012 gegen Ingolstadt (0:0) in der 2. und am 7. Februar 2015 gegen den FC Rot-Weiß Erfurt (0:1) in der 3. Liga.

Auch für drei Spieler aus dem aktuellen Kader ist dieses Thema nicht neu. Vor fünf Jahren gegen Erfurt standen Torhüter Patrick Wiegers, Niklas Kreuzer und Jannick Müller in der Startformation. 

Die Partien damals waren Strafen, die der DFB ausgesprochen hatte. Tausende Fans verfolgten die Spiele gegen Ingolstadt und Erfurt vor dem Stadion im Großen Garten. 

Diesmal wird alles anders sein, nun heißt das Zauberwort Coronavirus. Die Stadien bleiben überall leer, die Fans sollen sich gänzlich von diesen fern halten, um niemanden zu gefährden.

Einer war bei beiden Partien mit von den selbigen: Stadionsprecher Peter Hauskeller. 

Er ist seit 28 Jahren die Stimme von Dynamo. Er hat alle Höhen und Tiefen von der 1. Bundesliga bis hin zur Oberliga miterlebt.

Der 67-Jährige hat beide Geisterspiele noch gut im Kopf. "Du sprichst halt ins Leere", sagt er schmunzelnd. 

Bis es wieder Fußballspiele mit Zuschauern gibt, könnten noch viele Monate vergehen

Peter Hauskeller ist seit 28 Jahren die Dynamo-Stimme im Stadion.
Peter Hauskeller ist seit 28 Jahren die Dynamo-Stimme im Stadion.  © picture point/Sven Sonntag

"Aber du wusstest auch, das ist dieses eine Mal, beim nächsten Heimspiel sind die Ränge wieder voll und die Fans machen Lärm. Daher war es erträglich." Irgendwo ist es Freundschaftsspiel-Atmosphäre.

Jetzt ist alles anders. "Das ist genau das Problem. Du weißt, es wird öfters passieren. Darauf müssen sich alle einstellen. Es ist nicht nur ein Spiel. Das wird nicht nur für mich eine ungewohnte Zeit werden." 

Die Interviews vor der Partie, die Vorstellung von Dynamo-Partnern, mögliche Gewinnspiele - alles das wird fehlen. 

"Aufstellung, eventuell Torschützen und Auswechslungen durchsagen. Mehr wird dann wohl nicht passieren", hebt er die Arme. "Aber es geht ja nicht anders."

Und das noch viel länger als bis zum geplanten Saisonende am 30. Juni. Bis 31. August gibt es keine Partien mit Fans im Stadion. 

Und: Der Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erwartet Fußballspiele mit Zuschauern im schlimmsten Fall erst tief im Jahr 2021. Es könnte also die komplette Saison 2020/21 treffen. Eigentlich unvorstellbar - nicht nur für Peter Hauskeller.

Titelfoto: picture point/Sven Sonntag

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