Stachel im Dynamo-Fleisch! Kauczinski hat das 3:7 gegen Uerdingen gesehen

Dresden - Es ist wie Schluckreflex. Wenn der Name Uerdingen in Verbindung mit Dresden fällt, würgen die Dynamo-Fans. Das kommt automatisch, selbst wenn man gar nicht drüber sprechen will. Man kommt nicht drumherum, um diesen 19. März 1986.

Unglückrabe Jens Ramme musste beim 3:7 in Uerdingen sechs Bälle in der zweiten Hälfte aus dem Netz holen.
Unglückrabe Jens Ramme musste beim 3:7 in Uerdingen sechs Bälle in der zweiten Hälfte aus dem Netz holen.  © imago images/Eissner

Am heutigen Samstag ist es genau 198 Monate her, dass Dynamo zum letzten Mal gegen Uerdingen spielte, damals am 5. Juni 2004 beim KFC.

Wie die Partie ausging, weiß kaum noch einer. Wie es im März 1986 endete, das wissen alle. Auch Dynamo-Trainer Markus Kauczinski. 2:0 im Hinspiel, 3:1-Führung zur Pause in der Grotenburg, am Ende 3:7. Aus!

"Vor dem Auswärtsspiel in Rostock saßen wir im Trainerteam zusammen. Der Abend war schon angebrochen, da haben wir dieses Spiel intensiv in einer längeren Zusammenfassung angeschaut", sagt er. Es ist auch fast 35 Jahre später noch präsent.

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Damals war Kauczinski gerade 16, als es passierte. Als dieser Stachel ins Dresdner Fleisch gerammt wurde - eine klaffende Wunde bis heute.

"Ich hab das im Fernsehen gesehen, habe das noch vor Augen. Hätte Dresden gewonnen und wäre in der nächsten Runde rausgeflogen, würde keiner mehr darüber reden. Das bleibt für die Ewigkeit", sagt Kauczinski.

"So ein bisschen Geschichtsunterricht würde nicht schaden!"

Selbst hatte er noch nie solch eine Klatsche bekommen. Aber sein Last-Minute-Knockout in der Bundesliga-Relegation mit Karlsruhe gegen den HSV schmerzt ihn mindestens genauso, wie er zugibt.

Kauczinski würde solche Erlebnisse gerne nutzen und ein wenig Fußball-Historie in seine Spiel-Vorbereitungen reinbringen. "Ich habe schon überlegt, dass man sowas mal aufgreift und mal was zeigt. Jetzt auch zum Tod von Diego Maradona. Unsere Generation hat das noch vor Augen, wie er gespielt hat, was er für Momente hatte. So ein bisschen Geschichtsunterricht würde nicht schaden", sagte Kauczinski, betonte aber auch, dass der Alltag "sehr aufreibend" ist: "Man hat immer etwas vor der Brust, bereitet was nach, man bereitet was vor."

Übrigens: Auch 2004 verlor Dynamo in Uerdingen - 0:1.

Titelfoto: imago images/Eissner

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