Stark! Dynamo schockt HSV und entführt dank Tim Knipping einen Punkt

Hamburg - Das nennt man dann wohl einen gelungenen Saisonstart! Dynamo Dresden hat sich beim Hamburger SV ein starkes 1:1-Unentschieden erkämpft und liegt nach zwei Spieltagen in der 2. Bundesliga mit vier Punkten voll im Plan.

Ein Sinnbild des Spiels: Dynamo lieferte dem HSV einen harten Kampf. Das bekommt hier Jonas Meffert (l.) im Luftduell mit Luca Herrmann zu spüren.
Ein Sinnbild des Spiels: Dynamo lieferte dem HSV einen harten Kampf. Das bekommt hier Jonas Meffert (l.) im Luftduell mit Luca Herrmann zu spüren.  © dpa/Daniel Reinhardt

Beide Trainer schickten dieselben Startformationen wie zum Auftakt ins Rennen - beide Mannschaften hatten schließlich ihre Spiele gewonnen.

Die SGD trat auswärts erstmal in Schwarz auf. Die Dresdner "All Blacks" erinnerten in ihrer Montur an die neuseeländische Rugby-Nationalmannschaft, die ihre Gegner regelmäßig mit ihrem Haka-Tanz einschüchtert.

Davon war bei HSV wenig zu spüren. Im Gegenteil: Die Rothosen legten los wie die Feuerwehr und tanzten die Dynamo-Defensive förmlich aus. Bereits nach fünf Minuten war es passiert.

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Morris Schröter ließ Manuel Wintzheimer über links gewähren. Dessen flache Eingabe landete beim völlig freistehenden Ludovit Reis, der sofort abzog. SGD-Keeper Kevin Broll rutschte der Ball unterm Körper durch - die Führung für die Gastgeber.

Für Broll war damit nach 647 Minuten die weiße Weste passé.

Auch danach war Dynamo vom Offensiv-Feuerwerk des HSV überfordert, vor allem Robert Glatzel trieb sein Unwesen. Nur Broll und Glück war es zu verdanken, dass Glatzels Doppelchance ohne Folgen blieb (18.). Auch gegen David Kinsombi verhindert Broll mit einer Glanztat einen höheren Rückstand (38.). Von Entlastung konnte bei den Sachsen kaum die Rede sein - man war so mit dem 0:1 zur Pause gut bedient.

Mannschaftsaufstellungen vom Hamburger SV und von Dynamo Dresden

Tim Knipping köpft zum Ausgleich für Dynamo Dresden ein

Großer Jubel bei Dynamo: Tim Knipping (l.) glich in der zweiten Halbzeit für den Aufsteiger aus.
Großer Jubel bei Dynamo: Tim Knipping (l.) glich in der zweiten Halbzeit für den Aufsteiger aus.  © dpa/Daniel Reinhardt

In der reagierte Trainer Alexander Schmidt und brachte mit Panagiotis Vlachodimos und Heinz Mörschel frisches Personal, was sich auch auswirkte.

Dynamo - in der ersten Hälfte mit nur 34 Prozent Ballbesitz gnadenlos unterlegen - konnte die Partie nun etwas offener gestalten. Wurde allerdings vorm Tor nicht zwingend und musste ständig auf der Hut sein, den entscheidenden Konter zu bekommen.

Der kam aber nicht, stattdessen schlug die SGD zurück. Nach einem Eckball von Luca Herrmann stieg Tim Knipping mustergültig hoch und köpfte unhaltbar zum 1:1 ein (68.).

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Dynamo war wieder da! Die vereinzelten Dresdner Fans unter den 17.100 Zuschauern jubelten lautstark.

Was vorher kaum jemand für möglich gehalten hatte: Es kam tatsächlich zum offenen Schlagabtausch zwischen dem einstmals großen HSV und dem Aufsteiger von elbaufwärts.

Jetzt war der angekündigte Mut deutlich zu spüren - denn Dynamo wollte mehr! Doch am Ende war das 1:1 ein gerechtes Ergebnis, mit dem der Aufsteiger natürlich deutlich zufriedener sein konnte.

Titelfoto: dpa/Daniel Reinhardt

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