The trend is your friend? Nur Aue derzeit noch schlechter als Dynamo

Dresden - Die Aufstiegs-Euphorie ist verflogen. Seit dem tollen Saisonstart mit zehn Punkten aus vier Spielen herrscht Tristesse. Das Feuer brennt nur noch gelegentlich. Von Spieltag fünf an bis jetzt war nur ein Team schlechter als Dynamo Dresden - und das ist der FC Erzgebirge Aue. Die Erzgebirger holten in diesem Zeitraum einen Zähler, Dresden drei. Das sollte zu denken geben!

Christoph Daferner (23, l.), hier vor Nürnbergs Tim Handwerker (23) am Ball, kann seine Torgefährlichkeit nur ausspielen, wenn er im Sturmzentrum agiert.
Christoph Daferner (23, l.), hier vor Nürnbergs Tim Handwerker (23) am Ball, kann seine Torgefährlichkeit nur ausspielen, wenn er im Sturmzentrum agiert.  © Lutz Hentschel

The trend is your friend! Doch der passt gerade so gar nicht. Fünf Niederlagen aus den letzten sechs Spielen. Bei den Pleiten gegen den SC Paderborn 07 (0:3), beim SV Darmstadt 98 (0:1), gegen den FC St. Pauli (0:3) und jetzt gegen den 1. FC Nürnberg (0:1) nicht getroffen.

Dazu das zweifellos bittere 1:2 in Heidenheim. Lediglich das durch viel Wucht und Einsatz erzielte 3:0 gegen den SV Werder Bremen hübscht die Bilanz auf. Dennoch: Drei Punkte aus den letzten sechs Spielen bei 4:10 Toren - das ist alarmierend!

Wenn es vorn (zu harmlos) und hinten (zu anfällig) nicht mehr stimmt, gibt es dafür viele Gründe. Einer davon ist das Mittelfeld. Dort überzeugt im Grunde nur Yannick Stark (30). Doch er allein kann nicht alles machen. Julius Kade (22) fällt seit Wochen mehr ab als auf.

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Heinz Mörschel (24) wirkt im linken Mittelfeld deplatziert, weil verschenkt. Und Christoph Daferner (23) blühte gegen den Club erst auf, als er in der zweiten Hälfte von der Zehner-Position ins Sturmzentrum wechselte.

Dynamo Dresden ist zu ausrechenbar geworden

Heinz Mörschel (24, 2.v.l., gegen Mats Möller Daehli (26)), blieb gegen Nürnberg im linken Mittelfeld erneut weit unter seinen Möglichkeiten.
Heinz Mörschel (24, 2.v.l., gegen Mats Möller Daehli (26)), blieb gegen Nürnberg im linken Mittelfeld erneut weit unter seinen Möglichkeiten.  © Lutz Hentschel

Fazit: Die Schaltzentrale der Dynamos ist defekt, die Lücken zwischen Angriff und Abwehr zu groß. Die Verbindung fehlt komplett. Dass mit Chris Löwe (32) der Linksverteidiger mit 95 Pässen die meisten Ballkontakte hatte, sich immer wieder nach vorn einschaltete und die meisten Ideen entwickelte, spricht auch für sich.

Dresden ist für die Gegner ausrechenbar geworden. Es gehört nicht mehr viel dazu, Dynamo zu bremsen. Nürnberg hat überragend verteidigt, aber in der Offensive auch keine Bäume ausgerissen.

Doch das hat gereicht, weil die SGD bei einem nicht mal in allerhöchstem Tempo vorgetragenen Nürnberger Konter komplett die Orientierung verlor. Und: Der überfallartige Fußball aus dem letzten Saisondrittel in der 3. Liga und den ersten Spielen in der 2. Liga ist nicht mehr zu sehen.

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Dresden braucht einen Spielmacher, um wieder dorthin zu kommen, wo es zu Saisonbeginn war. Zum Beispiel ein Mörschel dort eingesetzt, wo er seine Kreativität ausspielen kann.

Oder Patrick Weihrauch (27). Der ist hoffentlich bald wieder fit, um bei der SGD das spielerische Zepter zu schwingen.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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