Trotz Duell um die Nummer eins: Dynamo-Torhüter fast schon beste Freunde

Dresden - In den vergangenen Jahren ging Dynamo Dresden mit einer klaren Nummer eins in die Vorbereitung, an Kevin Broll (26) kam keiner vorbei. Doch diese Saison ist alles neu und der Zweikampf um das SGD-Tor ist in vollem Gange.

Stefan Drljaca (23) und Sven Müller (26) sind zu Scherzen aufgelegt.
Stefan Drljaca (23) und Sven Müller (26) sind zu Scherzen aufgelegt.  © Lutz Hentschel

Sven Müller (26) und Stefan Drljaca (23) können sich beide berechtigte Hoffnungen auf den Stammplatz machen, denn eine klare Nummer eins wurde nicht verpflichtet. Coach Markus Anfang (48) wünscht sich bis zum Saisonstart am 23. Juli einen offenen Konkurrenzkampf.

Das ist aber zwischen den beiden nur beim Training zu spüren. Im Camp in Österreich scherzen sie auf und neben dem Platz miteinander, als wären sie schon länger beste Freunde.

"Es braucht ein gutes Klima, weil es für beide nichts bringt, wenn wir uns negativ pushen und wir uns nicht mögen. Am Ende des Tages geht es nicht um uns, sondern um Dynamo Dresden. Das Ego muss man da zurückstecken", erklärt Müller.

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Er trägt zumindest auf dem Trikot die Nummer eins, eine Garantie, dass er am 23. Juli gegen 1860 München im Tor steht, ist das aber nicht. Denn Drljaca macht ordentlich Druck.

"Wir sind beide ehrgeizig, beide wollen die Eins werden. Wäre das nicht vorhanden, wären wir falsch im Mannschaftssport. Auf unserer Position ist immer Konkurrenzkampf da", so der Oliver Kahn-Fan.

Im Testspiel gegen den FC Heidenheim durfte sich Stefan Drljaca zeigen.
Im Testspiel gegen den FC Heidenheim durfte sich Stefan Drljaca zeigen.  © Lutz Hentschel

Stefan Drljaca hat sich von seinem Idol Oliver Kahn einiges abgeschaut

Sven Müller schaut genau hin, was Konkurrent Stefan Drljaca da macht.
Sven Müller schaut genau hin, was Konkurrent Stefan Drljaca da macht.  © Lutz Hentschel

Von seinem Idol hat sich Drljaca einiges abgeguckt. "Sein Ausstrahlung hat mich beeindruckt. Das ist für uns Torhüter wichtig, dem Gegner zu zeigen: Hier ist nichts möglich und da ist einer, der macht die kaputt. Außerdem musst du der Mannschaft Ruhe geben", so der 23-jährige Neuzugang von Borussia Dortmunds "U23".

Müller hat dagegen kein Vorbild. "Man zieht sich von überall was her, aber am Ende hat jeder Torhüter seine eigene Art", so der 26-Jährige. Beide Keeper haben unterschiedliche Torwartschulen genossen, Müller die des 1. FC Köln, Drljaca die der TSG Hoffenheim.

Das unterscheidet auch ein klein wenig ihr Spiel, was beide aber eint: Sie haben bereits die Schattenseiten des Torwart-Daseins erlebt.

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Müller hatte vergangenes Jahr in Halle seinen Stammplatz verloren, war nach dem dritten Spieltag wieder die Eins und verletzte sich danach. "Es kann alles passieren, wichtig ist, dass man trotzdem miteinander harmoniert", so Müller. Sein Konkurrent pflichtet ihm bei: "Fußball ist schnelllebig, erst bist du die Nummer vier, plötzlich geht doch mehr, oder umgekehrt. Also muss man auch bereit sein."

Egal wer von beiden am Ende das SGD-Tor hütet, Dynamo wird nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich eine starke Nummer eins haben.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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