Vogtländischer Generationenwechsel bei Dynamo: Löwe (32) im Spätsommer, Kühn (19) im Frühling

Dresden - 24. April 2021, die 81. Minute: Chris Löwe (32) verlässt beim 0:3 gegen den Halleschen FC den Platz, Jonas Kühn (19) kommt. Generationenwechsel. Der eine Plauener geht, der andere kommt.

Drei Vogtländer bei Dynamo: Chris Löwe (32, l.) und Jonas Kühn (19) im Gespräch mit TAG24-Redakteur Thomas Nahrendorf (M.).
Drei Vogtländer bei Dynamo: Chris Löwe (32, l.) und Jonas Kühn (19) im Gespräch mit TAG24-Redakteur Thomas Nahrendorf (M.).  © Lutz Hentschel

Der eine Profi von Dynamo Dresden ist im Spätsommer seiner Karriere, der andere im Frühling. Beide kommen aus dem Vogtland, beide spielen für die SGD. 13 Jahre liegen zwischen dem Duo, das unterschiedliche Wege ging.

Löwe wechselte 2002 als 13-Jähriger vom kleinen 1. FC Wacker Plauen zum Chemnitzer FC, Kühn vom großen Plauener Verein, dem VFC, mit 16 in die Landeshauptstadt. Er wurde mit der B-Jugend des VFC Landesmeister und wagte dann den Schritt.

Die zwei sitzen nebeneinander und lachen sich an. "Es ist schön, mit Chris einen da zu haben, der aus der gleichen Stadt kommt, der so viel in seiner Laufbahn erreicht hat. Das hilft", sagt Kühn.

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Löwe ist neben Stefan Persigehl (59), der 1991/92 für den FC Hansa Rostock spielte, der einzige Vogtländer, der es überhaupt in die Beletage des deutschen Fußballs nach der Wende geschafft hat. "Klar ist das ein Ziel, ihm nachzueifern. Aber Schritt für Schritt, es ist schon hier bei Dynamo schwer, sich durchzusetzen", will Kühn erst einmal kleinere Brötchen backen.

Dass es der 19-Jährige einmal schaffen kann, davon ist der alte Plauener überzeugt: "'Kühni' ist jetzt schon weiter als ich es damals war. Ich habe in seinem Alter mit Chemnitz Regionalliga gespielt und nicht mal das richtig. Ich saß meistens auf der Bank. Mein Knopf ist er später aufgegangen."

Generationenwechsel: Im Spiel gegen Duisburg kam Jonas Kühn (19, 2.v.r.) für Chris Löwe (32, r.).
Generationenwechsel: Im Spiel gegen Duisburg kam Jonas Kühn (19, 2.v.r.) für Chris Löwe (32, r.).  © imago images/Dennis Hetzschold

Dynamo-Routinier Chris Löwe ist froh, noch unerkannt einkaufen gehen zu können

Vogtländer halten zusammen, auch bei Dynamo: Youngster Jonas Kühn (19, l.) wird von der Erfahrung eines Chris Löwe (32) garantiert profitieren.
Vogtländer halten zusammen, auch bei Dynamo: Youngster Jonas Kühn (19, l.) wird von der Erfahrung eines Chris Löwe (32) garantiert profitieren.  © Lutz Hentschel

Und zwar 2010/11, da stieg er mit dem CFC unter Gerd Schädlich in die 3. Liga auf und machte gleich noch zwei Sprünge weiter hoch zu Jürgen Klopp (54) zu Borussia Dortmund, wurde dort Meister und Pokalsieger.

Über je drei Jahre beim 1. FC Kaiserslautern und Huddersfield Town kam er vor zwei Jahren nach Dresden.

"Damals bin ich in Dortmund in die Kabine und dachte nur, wow! Die kennst du doch eigentlich nur aus dem Fernsehen. Jetzt sitze ich hier mit in der Umkleidekabine."

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Ähnlich ging es Kühn bei seinen ersten Trainingseinheiten mit den Profis. "Das war schon imposant. Du liest von den Jungs nur in der Zeitung oder im Internet, siehst sie im TV und dann bist du selbst dabei", lacht der Teenager und schaut Löwe an.

Der hilft und gibt Tipps: "Dran bleiben, nicht verbiegen lassen, den eigenen Weg gehen. Ich habe meinen nicht bereut", sagt er.

"Ich bin doch froh, dass es zu dieser Karriere gereicht hat und ich nicht so hoch bin wie Mats Hummels oder Mario Götze. Es ist doch ganz schön, Profi zu sein und trotzdem unerkannt einkaufen gehen zu können", ergänzt er. Auch in Plauen.

Titelfoto: Lutz Hentschel

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