Warum durften weniger Dynamo-Fans ins Stadion als im DFB-Pokal? Stadt weicht Antwort aus

Dresden - Nicht mal die Hälfte der ursprünglich erlaubten Hälfte war zum Auftakt gegen Ingolstadt im Stadion. 7102 Zuschauer sahen das 3:0 der Dynamos. Nur etwas mehr hätten gekonnt, was etwa 25 Prozent der Auslastung entspricht. Mehr durfte der Verein nicht.

Nur 7102 Zuschauer waren beim Heimspiel gegen Ingolstadt im Harbig-Stadion dabei - natürlich mit viel Abstand.
Nur 7102 Zuschauer waren beim Heimspiel gegen Ingolstadt im Harbig-Stadion dabei - natürlich mit viel Abstand.  © Lutz Hentschel

Das Gesundheitsamt reagierte trotz GGG-Regel strenger als noch vor einem Jahr. Warum? Die Stadt wich bei der Antwort aus.

Zwei Meter Abstand nach links und rechts auf einer Reihe. Eine Reihe davor und dahinter mussten frei bleiben. Im Vorjahr waren es noch 1,5 Meter. Mag nicht viel klingen. Aber in der Gesamtsumme ist es das. So hätten in etwa 7600 Fans Platz gefunden.

Zum Vergleich: Zwickau erlaubte dem FSV zu seinem Start gegen Borussia Dortmund II (1:2), alle 10.149 Zuschauer ins Stadion zu lassen - 100 Prozent Auslastung. Der FC Erzgebirge bekam von der Stadt Aue grünes Licht für 12.082 Fans für das Heimspiel am Sonntag gegen St. Pauli - 80 Prozent Auslastung. Beide Städte liegen bekanntlich auch in Sachsen.

Dynamo trotzt der schlechten Corona-Stimmung: "Wir müssen runter vom hohen Ross"
Dynamo Dresden Dynamo trotzt der schlechten Corona-Stimmung: "Wir müssen runter vom hohen Ross"

Noch im Vorjahr durften im September zum Pokalspiel der Dresdner gegen den Hamburger SV und im Punktspiel gegen Mannheim mehr als 10.000 rein, bei einer ähnlichen Inzidenz. Und: Damals gab es noch keine GGG-Regel - geimpft, getestet, genesen. Diese sollte jetzt eigentlich vieles besser machen. Eigentlich!

TAG24 konfrontierte das Gesundheitsamt Dresden mit den Fakten und stellte zwei Fragen: 1. Worin liegen die Unterschiede in den drei sächsischen Städten begründet? 2. Womit begründet die Stadt Dresden die schärferen Regeln gegenüber dem Vorjahr - auch von der Auslastung her?

Strengere Regeln, aber warum?

Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Bauer äußerte sich zur Stadionauslastung - mehr oder weniger deutlich...
Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Bauer äußerte sich zur Stadionauslastung - mehr oder weniger deutlich...  © Ronald Bonss

Die Antwort bestand zunächst aus drei Sätzen: "Dynamo Dresden und das Gesundheitsamt stehen in einem engen und kooperativen Austausch hinsichtlich der Umsetzung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung und des Hygienekonzeptes. Nach dem Spieltag vergangenen Samstag werden die Erkenntnisse besprochen und gemeinsam bewertet. Zur Auslastung anderer Stadien können wir uns in Unkenntnis der örtlichen Gegebenheiten und der individuellen Absprachen vor Ort nicht äußern", ließ Amtsleiter Dr. Frank Bauer wissen.

Dass sich Dresden nicht zu Zwickau und Aue äußert - verständlich. Dennoch müssen sich auch diese beiden Kommunen an die selbe Corona-Schutz-Verordnung halten. Aber die Frage, warum die Regeln strenger sind als 2020, blieb unbeantwortet.

Also hakte TAG24 noch einmal nach. Die Antwort: "Die hauptsächliche Limitation stellen die einzuhaltenden Mindestabstände zwischen Käufergruppen (z. B. am Ausschank) dar. Aus diesen Regelungen heraus ergibt sich dann die Auslastung des Stadions. Die Auslastung des Stadions im Detail ist mit dem Verein direkt zu besprechen."

Dynamo: Löwes erstes Tor seit 4,5 Jahren - "Bringt mir relativ wenig!"
Dynamo Dresden Dynamo: Löwes erstes Tor seit 4,5 Jahren - "Bringt mir relativ wenig!"

War auch im Vorjahr schon so. Eine klare Begründung, warum trotz GGG-Regel strenger gehandelt wurde als 2020, blieb leider aus.

Titelfoto: Lutz Hentschel

Mehr zum Thema Dynamo Dresden: