Aufstiegs-Showdown: Darmstadt 98 will "echter großer Gewinner" werden

Darmstadt - Der SV Darmstadt 98 ist im Aufstiegsfinale vom Ausgang der Spiele von Bremen und Hamburg abhängig. Der Tabellenvierte aus Hessen braucht einen Punkt mehr als der HSV, um die Relegation zu erreichen. Verliert der SV Werder, könnte Darmstadt sogar noch direkt aufsteigen.

Weiter immer weiter: Darmstadt-98-Coach Lieberknecht (48) und seine Lilien glauben weiter an ihre Chance auf den Bundesliga-Aufstieg.
Weiter immer weiter: Darmstadt-98-Coach Lieberknecht (48) und seine Lilien glauben weiter an ihre Chance auf den Bundesliga-Aufstieg.  © Roland Weihrauch/dpa

Nichts ist für Torsten Lieberknecht (48) unmöglich. "Wir können als echter großer Gewinner aus dem Wochenende kommen", bekräftigte der optimistische Cheftrainer vor dem Endspiel um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) gegen den SC Paderborn 07.

"Die Spannung steigt von Tag zu Tag. Alles ist noch möglich. Es kann etwas Außerordentliches passieren. Wir sind dazu in der Lage", so der 48-Jährige weiter.

Um noch in die Relegation zu gelangen, muss der Tabellenvierte mehr Punkte holen als der Hamburger SV zeitgleich bei Hansa Rostock am 34. Spieltag. Um direkt aufzusteigen, brauchen die Aufstiegsaußenseiter einen Sieg - der HSV darf parallel nicht gewinnen und Werder Bremen müsste gegen Jahn Regensburg verlieren.

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Der vierte Aufstieg in die Bundesliga nach 1978, 1981 und 2015 schien für Darmstadt 98 schon zum Greifen nahe: Bis zum Auswärtsspiel vor einer Woche bei Fortuna Düsseldorf, das 1:2 verloren wurde. Der Jammer war groß, die Spieler verdrückten Tränen. Als Tabellenzweiter waren die Hessen angereist.

Lilien-Keeper Marcel Schuhen ist weiterhin zuversichtlich hinsichtlich des Aufstiegs in die 1. Bundesliga

Nach der Niederlage in Düsseldorf war die Trauer groß bei den Spielern des SV Darmstadt 98. Mittlerweile schauen die Lilien-Kicker wieder nach vorne und glauben weiter an den Aufstieg.
Nach der Niederlage in Düsseldorf war die Trauer groß bei den Spielern des SV Darmstadt 98. Mittlerweile schauen die Lilien-Kicker wieder nach vorne und glauben weiter an den Aufstieg.  © Roland Weihrauch/dpa

Davon, dass die Darmstädter Profis den herben Dämpfer gut verkraftet haben, ist Lieberknecht überzeugt. Zumal sie genügend Erfahrung mit extremen Aufs und Abs gesammelt haben: Im Zweitliga-Endspurt verloren sie zu Hause 2:5 gegen Schalke 04, gewannen dann aber 2:1 bei St. Pauli und danach 6:0 gegen Erzgebirge Aue - dann folgte zur Unzeit die Pleite bei der Fortuna

"Nach dem Düsseldorf-Spiel waren wir alle wie angeschlagene Boxer", meinte der 48-Jährige, der 2013 Eintracht Braunschweig in die Bundesliga geführt hatte. "Beim ersten Training danach war die Mannschaft aber besser drauf als ich. Die Jungs machen einen ordentlichen Eindruck und sind gut drauf."

Die Zuversicht des Trainers wird von Torwart Marcel Schuhen (29) geteilt. "Das Gefühl, etwas gewinnen zu können ist definitiv größer als die Angst, etwas zu verlieren", sagte der Lilien-Keeper. Deshalb hat ihn das Lob für eine gute Saison von Fürsprechern nach der Niederlage in Düsseldorf ziemlich geärgert: "Dann habe ich das Kotzen gekriegt. Weil wir noch ein Spiel spielen."

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Die Hessen müssen gegen die auswärtsstarken Paderborner auf den gesperrten defensiven Mittelfeldspieler Klaus Gjusula (32, Gelb-Rot) verzichten. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Abwehrspieler Patric Pfeiffer (22). "Er hat sich im Training bei einer Grätsche verletzt", berichtete Lieberknecht.

Torsten Lieberknecht erwartet "richtige Wucht" von Gegner SC Paderborn 07

Dass der Tabellensechste aus Ostwestfalen, für den es um nichts mehr geht, nicht mehr alles geben wird, erwartet der Trainer auf keinem Fall. "Die geben richtig Vollgas. Uns gönnt keiner etwas. Da kommt eine richtige Wucht auf uns zu", sagte Lieberknecht, der das Geschehen auf den beiden anderen Schauplätzen weitgehend ausblenden will.

"Wir wollen ganz bei uns bleiben. Wir werden uns nicht permanent informieren." Sollte es aufgrund der Spielstände in Bremen und Rostock aber notwendig werden zu reagieren, würde er es tun, um "etwas anzuschieben und etwas zu bewegen".

Titelfoto: Roland Weihrauch/dpa

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