Pokal-Aus für SV Darmstadt 98 nach Elfmeter-Drama gegen Holstein Kiel

Darmstadt/Kiel - Was ein Drama! Im Achtelfinale des DFB-Pokals scheitert der SV Darmstadt 98 am selbst ernannten Rekord-Pokalsieger-Besieger Holstein Kiel im Elfmeterschießen mit 6:7 (1:1. 0:0).

Beide Mannschaften ließen dem Gegner nur wenig Raum: Kiels Jonas Meffert (l.) und Darmstadts Tobias Kempe springen zum Kopfball.
Beide Mannschaften ließen dem Gegner nur wenig Raum: Kiels Jonas Meffert (l.) und Darmstadts Tobias Kempe springen zum Kopfball.  © dpa/Christian Charisius

Janni Serra brachte in der 58. Minute die Kieler in Führung, der eingewechselte Serdar Dursun sorgte kurz vor Ende der regulären Spielzeit für den Ausgleich (86.).

Im Vergleich zum 1:1 bei Jahn Regensburg nahm Darmstadts Coach Markus Anfang bei seiner Rückkehr nach Kiel fünf Änderungen vor: Für Nicolai Rapp, Patrick Herrmann, Marvin Mehlem, Tim Skarke und Dursun (alle Bank) rückten Matthias Bader, Victor Pálsson, Christian Clemens, Tobias Kempe und Felix Platte in die Startelf.

Die leicht favorisierten Hausherren legten mit viel Schwung los. Die Hessen versteckten sich allerdings ebenfalls nicht. Pech für Darmstadt, dass Mathias Honsaks trockener Schuss von der Strafraumkante nur an den Pfosten klatschte (9.).

So entwickelte sich eine intensiv geführte und ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften dem Gegner wenig Raum gewährten, aber auch immer wieder ihre Spielstärke aufblitzen ließen.

Da größtenteils sehr konzentriert und mit viel körperlichem Aufwand gegen den Ball agiert wurde, blieben Chancen dennoch Mangelware - bis zur 58. Minute.

Große Rotation beim SV Darmstadt 98

Mit dieser Startelf wollte Holstein Kiel ins Achtelfinale einziehen

Joker Serdar Dursun schießt späten Ausgleich für den SV Darmstadt 98

Er kam, sah und traf: Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Serdar Dursun den späten Ausgleich für die Lilien.
Er kam, sah und traf: Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Serdar Dursun den späten Ausgleich für die Lilien.  © dpa/Christian Charisius

Reese spielte aus der eigenen Hälfte einen perfekten Steilpass auf Serra, der Höhn im Laufduell keine Chance ließ und das Leder eiskalt über den herausgelaufenen Schuhen zum 1:0 in die Maschen lupfte.

In der Folge verstärkten die Lilien ihre Offensivbemühungen, was den tiefer stehenden Kielern nun mehr Räume für gefährliche Konter bot.

Allerdings fehlte Darmstadt nach vorn die Durchschlagskraft, weshalb die Hausherren kaum in Gefahr gerieten.

Da irritierte es schon ein wenig, dass Markus Anfang Torjäger Dursun erst in der 83. Minute für Platte brachte.

Und Dursun erzielte gleich mit seinem ersten Torschuss den Ausgleich. Honsak legte dem Deutschtürken im Fallen das Leder auf, der aus 16 Metern abzog und zum 1:1 (86.) traf.

Dabei machte Torhüter Ioannis Gelios, dem der Ball durch die Arme rutschte, eine sehr unglückliche Figur.

Elfmeter-Krimi bringt die Entscheidung für Holstein Kiel

Kein Durchkommen für Lilien-Stürmer Felix Platte (r.) gegen Kiels Simon Lorenz.
Kein Durchkommen für Lilien-Stürmer Felix Platte (r.) gegen Kiels Simon Lorenz.  © dpa/Christian Charisius

Es ging in die Verlängerung, in der Darmstadt nun klar besser war. Dursun sowie die ebenfalls eingewechselten Seung-ho Paik und Tim Skarke hatten das Offensivspiel der Lilien sichtlich belebt.

In der 109. Minute hätte Dursun das Spiel entscheiden können, köpfte aber aus kurzer Distanz über den Kieler Kasten. Dann klärte Lars Lukas Mai im Lilien-Fünfer in höchster Not per Kopf (116.).

Das Elfmeterschießen musste folglich klären, wer in das Viertelfinale des DFB-Pokals einziehen darf.

Gleich die ersten beiden Elfer von Mehlem und Hauke Wahl parierten die Torhüter. Nach Treffern von Dursun, Arslan, Holland, Serra, Mai, Porath, Paik, Lee, Höhn und Bartels scheiterten Honsak und Hauptmann an den Keepern.

Das Drama ging damit weiter. Rapp und Kirkeskov trafen, dann verzog der Darmstädter Skarke. Simon Lorenz besorgte schließlich die Entscheidung für Holstein Kiel.

Darmstadt muss bereits am Samstag (13 Uhr) zu Hause gegen den 1. FC Nürnberg ran, Kiel reist am Montag (20.30 Uhr) zum Spitzenspiel an den Rhein zu Fortuna Düsseldorf.

Titelfoto: dpa/Christian Charisius

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