Wird's ein guter "Anfang"? Lilien-Kicker gehen erstmals mit neuem Coach auf Tuchfühlung

Darmstadt - Alles auf Anfang: Das bekannteste neue Gesicht beim Auftakttraining von Darmstadt 98 ist eindeutig der Trainer. Mit Markus Anfang (46) will der Fußball-Zweitligist in der kommenden Saison ähnlich für Furore sorgen wie in der vergangenen Spielzeit. 

Markus Anfang (46), neuer Cheftrainer des SV Darmstadt 98.
Markus Anfang (46), neuer Cheftrainer des SV Darmstadt 98.  © DPA/Arne Dedert

Da sprang für die Lilien mit Coach Dimitrios Grammozis (42), mit dem sich der Club nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen konnte, der fünfte Tabellenplatz heraus. Die gute Laune aus der vergangenen Saison versucht Anfang, der Holstein Kiel von der 3. Liga in die Relegation zur Bundesliga führte und beim 1. FC Köln im Frühjahr 2019 vor dem Erstliga-Aufstieg gehen musste, in die neue Spielzeit mitzunehmen.

Beim ersten Training am Samstag wurde zumindest schon mal viel gelacht, trotz der Kräfte kostenden hochsommerlichen Temperaturen. "Ich bin begeistert von der Art und Weise, wie die Jungs aufgetreten sind und wie das Training gelaufen ist", sagte Anfang nach der ersten Übungseinheit.

Das Kurz-Trainingslager in Gernsheim vom 7. bis zum 11. August - auf eine Reise ins Ausland verzichten die Hessen wegen der Corona-Krise und aus Kostengründen - will Anfang nutzen, um die Spieler noch besser kennenzulernen. "Wenn man den ganzen Tag mit den Spielern zusammen ist, kann man jederzeit mal einen zu sich holen und mit ihm einen Kaffee trinken", erklärte Anfang. Wichtig sei es, jedem einzelnen Spieler "eine gewisse Empathie entgegenzubringen".

Dass der Coach im Trainingslager noch nicht der komplette Kader zur Verfügung steht, mit dem er in die Saison gehen will, ist ihm bewusst. "Wir sind nicht die Einzigen, die sich im Moment schwer tun. So viele Transfers sind noch nicht passiert, es ist alles schleppender", sagte Anfang.

Die Lilien befinden sich personell stark im Umbruch

Lars Lukas Mai (20), Leihspieler vom FC Bayern München.
Lars Lukas Mai (20), Leihspieler vom FC Bayern München.  © dpa/Peter Kneffel

Bisher konnten die Darmstädter nur einen Neuzugang präsentieren. Den 20 Jahre alten Verteidiger Lars Lukas Mai (FC Bayern München II). "Er war dort Leistungsträger und auch viel bei den Profis dabei, hat richtig gute Voraussetzungen und ich hoffe, dass er das, was er im letzten Jahr gezeigt hat, hierhin transportieren kann", sagte Anfang.

Weitere Neuzugänge müssen aber folgen, wollen die Hessen in der 2. Liga keinen Rückschlag erleiden. Gibt es doch immerhin bereits sieben Abgänge. Darunter sind die ausgeliehenen Abwehrspieler Dario Dumic (zum FC Utrecht/Niederlande) und Nicolai Rapp (zu Union Berlin), die zu ihren Vereinen zurückkehren und in Darmstadt wichtige Stützen waren. Zudem gehen in Yannick Stark und Marcel Heller zwei Integrationsfiguren.

Auf jeden Fall will Anfang noch mindestens eine Verstärkung für die Innenverteidigung. Nach Medienberichten deutet sich eine erneute Ausleihe von Rapp an. "Jeder kennt den Spieler. Was sich in den nächsten Wochen ergibt, müssen wir abwarten", meinte Anfang. Sportchef Carsten Wehlmann äußert sich ähnlich: "Das ist sicherlich ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen."

Angegangen werden soll die Spielzeit mit 21 oder 22 Profis plus drei Nachwuchsspielern. In welchen Tabellenregionen sich der SVD in der nächsten Saison einnisten kann, ist für Anfang aktuell schwierig vorauszusagen: "Die Liga ist immer sehr ausgeglichen. Man muss versuchen, eine gewisse Kontinuität an den Tag zu legen, sich weiterentwickeln und konstant sein." Sechs Wochen verbleiben bis zum Saisonstart am zweiten September-Wochenende mit dem Start in den DFB-Pokal bei Drittligisten 1. FC Magdeburg. 

Auf dem Weg dahin sind bisher drei Tests geplant: Beim Hessenligisten Viktoria Griesheim (8. August), beim Regionalligist FSV Frankfurt (15. August) und beim Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden (22. August).

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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