Lilien-Wahnsinn! SV Darmstadt 98 verliert durch irres Eigentor gegen 1. FC Nürnberg

Darmstadt - Was für ein Pech! Der SV Darmstadt 98 verlor am 20.Spieltag der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Nürnberg durch ein Eigentor mit 1:2 (0:0).

Nürnbergs Asger Sörensen (r.) gegen Serdar Dursun: Darmstadts Top-Torjäger hatte einen schweren Stand gegen die Club-Abwehr.
Nürnbergs Asger Sörensen (r.) gegen Serdar Dursun: Darmstadts Top-Torjäger hatte einen schweren Stand gegen die Club-Abwehr.  © dpa/Hasan Bratic

Fabian Schleusener hatte die Gäste mit 1:0 (76.) in Führung gebracht. Nach dem Ausgleich durch Fabian Holland (Handelfmeter, 90.) sorgte ein kurioses Eigentor von Nikolai Rapp für den 1:2-Endstand aus Lilien-Sicht (90.+2).

Nach dem unglücklichen Pokalaus nach Elfmeterschießen bei Holstein Kiel änderte Lilien-Trainer Markus Anfang seine Startelf auf vier Positionen: Für Immanuel Höhn, Matthias Bader, (beide Bank) Tobias Kempe (Wadenzerrung) und Felix Platte (muskuläre Probleme) spielten Rapp, Patrick Herrmann, Marvin Mehlem und Serdar Dursun.

Auf dem sehr tiefen Boden begann die Partie zerfahren. Die erste große Chance hatten die Hausherren, aber Keeper Christian Mathenia parierte hervorragend mit dem Fuß gegen den rechts durchgelaufenen Christian Clemens (10.).

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In der Folge hatten die Lilien etwas mehr vom Spiel, kombinierten flüssig, kamen aber zunächst nicht mehr gefährlich vor den Nürnberger Kasten. Gegen Mitte der ersten Halbzeit wurde der Club dann stärker und sorgte durch frühes Pressen für viele Ballverluste der Hessen. Zu großen Chancen kamen die Gäste aber auch nicht.

Es dauerte bis in die 40. Minute, ehe es mal wieder spannend wurde. Dursun legte das Leder aus dem gegnerischen Strafraum auf den am Sechzehner lauernden Fabian Schnellhardt zurück, doch der verzog deutlich. So ging die wenig ansehnliche Partie torlos in die Pause.

Vier Veränderungen in der Startelf des SV Darmstadt 98

So lief der 1. FC Nürnberg am Böllenfalltor auf

SV Darmstadt 98 verwertet Chancen nicht

Die Darmstädter Victor Palsson (2.v.l.) und Christian Clemens (r.) im Zweikampf mit Nikola Dovedan aus Nürnberg.
Die Darmstädter Victor Palsson (2.v.l.) und Christian Clemens (r.) im Zweikampf mit Nikola Dovedan aus Nürnberg.  © Hasan Bratic

Hälfte zwei begann mit Vorteilen für die Franken, wurde aber nicht besser. Immerhin hatte Darmstadt eine größere Chance.

Der starke Mathias Honsak setzte sich auf der linken Seite durch, scheiterte aber an Mathenia. Den Abpraller legte Dursun erneut für Schnellhardt auf, der das Leder aus zehn Metern aber deutlich über die Latte drosch (53.).

Das führte wieder zu etwas mehr Schwung bei den Lilien. Einen Kopfball von Dursun nach Clemens-Flanke konnte Mathenia nicht festhalten und bekam das Spielgerät von Lukas Mühl in die Arme gespielt. Dursun reklamierte unerlaubtes Rückspiel, aber Schiedsrichter Martin Thomsen sah das anders (61.).

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Kurz darauf klärte Tim Handwerker für den schon geschlagenen Mathenia einen Schuss von Dursun kurz vor der Linie (70.).

Das Spiel nahm nun tatsächlich Fahrt auf und der mittlerweile eingewechselte Tim Skarke sorgte auf Seiten der Darmstädter für frischen Wind.

Irres Eigentor von Darmstadts Innenverteidiger Nicolai Rapp sorgt für Sieg des 1. FC Nürnberg

Enttäuschte Darmstädter nach der Last-Minute-Niederlage: Victor Pálsson kann's nicht fassen.
Enttäuschte Darmstädter nach der Last-Minute-Niederlage: Victor Pálsson kann's nicht fassen.  © dpa/Hasan Bratic

Aber der Gast machte das Tor. Handwerker kam auf er linken Seite frei zum Flanken, Victor Pálsson rutschte am Ball vorbei und Nikola Dovedan scheiterte zunächst aus kurzer Distanz an Torhüter Marcel Schuhen. Der Abpraller fiel jedoch Joker Fabian Schleusener vor die Füße, der unbedrängt zum 1:0 für den FCN einschob (76.).

Die Lilien erhöhten nun den Druck und hatten Pech, dass ein Kopfballtor des ebenfalls eingewechselten Aaron Seydel nicht zählte, da er im Fünfer Mathenia gefoult haben soll (83.).

Kurz darauf stand erneut Seydel im Mittelpunkt des Geschehens, als Oliver Sorg seinen Schuss kurz vor der Linie klärte. Mit der Hand? Schiedsrichter Thomson sagte ja, zeigte Sorg die Rote Karte und Kapitän Fabian Holland verwandelte den fälligen Strafstoß zum späten 1:1-Ausgleich (90.).

Aber damit noch nicht genug: Einen weiten Abschlag wollte SVD-Verteidiger Rapp zurück zu Schuhen köpfen, doch das Leder flog über den herausgelaufenen Keeper und senkte sich ins Netz: Ein irres Eigentor sorgte für den aus Lilien-Sicht ganz bitteren 1:2-Endstand (90.+2).

Für Darmstadt geht es am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim punktgleichen Tabellen-15. VfL Osnabrück weiter.

Titelfoto: dpa/Hasan Bratic

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