SV Darmstadt geht gegen bärenstarken SC Paderborn unter!

Darmstadt - Die Lilien hatten nicht den Hauch einer Chance! Der SV Darmstadt 98 hat gegen den SC Paderborn 07 einen rabenschwarzen Tag erwischt und eine heftige 0:4 (0:3)-Heimpleite kassiert.

Ron Schallenberg (2.v.l.) setzt sich gegen SVD-Innenverteidiger Lars Lukas Mai (3.v.l.) durch und köpft zum 1:0 für Paderborn ein.
Ron Schallenberg (2.v.l.) setzt sich gegen SVD-Innenverteidiger Lars Lukas Mai (3.v.l.) durch und köpft zum 1:0 für Paderborn ein.  © Uwe Anspach/dpa

Die Paderborner Tore im Merck-Stadion am Böllenfalltor erzielten Ron Schallenberg zum 1:0 (12. Minute), Chris Führich zum 2:0 (22.) und Dennis Srbeny zum 3:0 sowie 4:0 (25./61.). Dazu sah Darmstadts Innenverteidiger Nicolai Rapp noch die Gelb-Rote Karte (41.).

SVD-Coach Markus Anfang tauschte seine Anfangself nach dem spektakulären 4:3-Auswärtssieg beim Karlsruher SC auf zwei Positionen aus. Patrick Herrmann und Adrian Stanilewicz ersetzten Kapitän Fabian Holland (Corona-positiv) und Matthias Bader (Bank).

Auf der anderen Seite wechselte Steffen Baumgart nach dem souveränen 3:1-Erfolg gegen den SSV Jahn Regensburg nur einmal: Christopher Antwi-Adjej rückte für Kai Pröger in die Startformation.

Die Gäste setzten den SVD direkt früh unter Druck und griffen die Hausherren schon an deren Strafraum mit teilweise vier Mann an. Damit erzwangen sie viele Ballverluste und waren stets gefährlich. Die erste gute Chance hatte Julian Justvan aber mit einem Freistoß aus 22 Metern. Diesen zirkelte er herrlich über die Mauer, scheiterte allerdings am stark abtauchenden Marcel Schuhen (10.).

Zwei Minuten später sorgte dann ein Standard für die verdiente Führung der Paderborner. Justvan trat eine Ecke von der linken Seite mit viel Schnitt in die Mitte, wo sich Schallenberg gegen Bayern-Leihgabe Lars Lukas Mai durchsetzte und problemlos rechts unten einköpfte - 1:0 für die Gäste (12.)!

Startelf des SV Darmstadt 98 gegen den SC Paderborn 07

Anfangsformation des SC Paderborn 07 gegen den SV Darmstadt 98

Chris Führich und Dennis Srbeny erhöhen für den SC Paderborn 07 gegen den SV Darmstadt 98

Lilien-Keeper Marcel Schuhen (2.v.r.) war noch der beste Spieler seiner Mannschaft, zeigte einige starke Paraden, konnte aber bei den Gegentoren auch nur hinterhergucken.
Lilien-Keeper Marcel Schuhen (2.v.r.) war noch der beste Spieler seiner Mannschaft, zeigte einige starke Paraden, konnte aber bei den Gegentoren auch nur hinterhergucken.  © Uwe Anspach/dpa

Mai wirkte in der Folge verunsichert. Nach einer Flanke schoss er sich bei einer Klärungsaktion kurios selbst an und hatte Glück, dass sich das Leder per Bogenlampe auf das Tor senkte und nicht hinein (14.)!

Paderborn spielte weiter munter nach vorne, nutzte die SVD-Verunsicherung aus und war die klar tonangebende Mannschaft.

So musste Schuhen noch einen Justvan-Kracher entschärfen (16.) und gegen den Schuss des frei vor ihm auftauchenden Sturmtanks Srbeny rettend eingreifen (17.).

Dann fiel der überfällige nächste Treffer. Wieder gewannen die stark auftrumpfenden Gäste tief in der gegnerischen Hälfte den Ball, Svante Ingelsson bediente Führich, der frei vor Schuhen auftauchte und diesen mit einem von Mai leicht abgefälschten Abschluss überwand - 2:0 für Baumgarts Mannen (22.)!

Dabei sollte es jedoch nicht bleiben. Nur wenige Minuten später wurden die Lilien erneut auseinandergenommen.

Antwi-Adjej passte perfekt in die Gasse auf Führich, der quer auf Srbeny legte. Der bullige Angreifer brauchte die Kugel nur noch über die Linie schieben - 3:0 (25.)! Was war denn hier los? Darmstadt wurde von Paderborn völlig überrumpelt und hatte dem Gegner nichts entgegenzusetzen, war komplett chancenlos! 

Abwehrchef Nicolai Rapp fliegt beim SV Darmstadt vom Platz, Adrian Stanilewicz verursacht Elfmeter

Ließ die Lilien alt aussehen: Paderborns Sturmtank Dennis Srbeny (r.) erzielte für sein Team einen Doppelpack.
Ließ die Lilien alt aussehen: Paderborns Sturmtank Dennis Srbeny (r.) erzielte für sein Team einen Doppelpack.  © Uwe Anspach/dpa

Und es kam noch schlimmer. Nicolai Rapp, der in der 6. Minute schon Gelb gesehen hatte, flog nach einem harmlosen Schubser mit der Schulter mit Gelb-Rot vom Platz (41.)!  Eine sehr zweifelhafte Entscheidung, die aber Bestand hatte. 

Darmstadt musste die restliche Spielzeit also auch noch ohne seinen Abwehrchef auskommen. Paderborn konnte die Begegnung deshalb in Abschnitt zwei entspannt kontrollieren und dennoch die Kräfte schonen. Trotzdem kamen die Gäste immer wieder zu guten Gelegenheiten. 

So bediente Führich mit einem überragenden Querpass Ingelsson, der freistehend aber erst an Schuhen und im Nachschuss am Außennetz scheiterte (54.). Auch der eingewechselte Marco Terrazzino scheiterte am großartig haltenden Schuhen (81.).

Zu allem Überfluss gab es zwischendurch auch noch Handelfmeter, weil Stanilewicz das Leder an den Arm bekam. Srbeny trat an und verwandelte halbhoch in die linke Ecke, Schuhen war nach rechts gesprungen - 4:0 für den SCP (61.). Davon abgesehen verschanzte sich Darmstadt in der eigenen Hälfte und versuchte, die Pleite in Grenzen zu halten. Owusu erzielte noch ein Tor, das nach Rücksprache mit dem VAR wegen Abseits aber nicht gegeben wurde (81.). So blieb es am Ende beim klaren 4:0-Sieg des SCP. 

Für die Lilien geht es nach der Länderspielpause am 22. November (Sonntag, 13.30 Uhr) mit dem Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue weiter, während Paderborn einen Tag zuvor um 13 Uhr den FC St. Pauli empfängt.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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