Torfestival im Wildpark: Darmstadt siegt nach Sieben-Tore-Kracher in Karlsruhe

Karlsruhe - Endlich ist es gelungen! Der SV Darmstadt 98 hat eine Führung über die Ziellinie gebracht und gewann am 6. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga mit 4:3 (1:2) nach spektakulärem Hin und Her beim Karlsruher SC.

Die Darmstädter bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Tobias Kempe (2.v.l.).
Die Darmstädter bejubeln den Treffer zum 1:0 durch Tobias Kempe (2.v.l.).  © dpa/Uli Deck

Vor rund 450 Zuschauern im Karlsruher Wildparkstadion brachte Tobias Kempe die Hessen früh in Front (0:1/9. Minute). Philipp Hofmann (22.) und Marvin Wanitzek (44.) drehten die Partie zu Gunsten des KSC noch vor dem Pausenpfiff. Victor Pálsson glich für den SVD erneut aus (2:2/65.), ehe Serdar Dursun die Gäste wieder jubeln ließ (2:3/77.). 

Nach dem erneuten Ausgleich der Gastgeber durch Hofmann (3:3/80.), setzte Kempe schließlich den Schlusspunkt hinter eine packende Partie (90.+3/HE). Christoph Kobald (KSC) sah kurz vor dem Schlusspfiff Gelb-Rot (90.+2).

Bedingt durch die kürzere Regenerationszeit angesichts des Nachholspiels am Mittwoch beim VfL Osnabrück (1:1/TAG24 berichtete), schickte Lilien-Coach Markus Anfang mit Mathias Honsak, Matthias Bader und Tim Skarke drei Neue in die Anfangs-Elf. Aaron Seydel, Erich Berko und Patrick Herrmann nahmen dafür auf der Bank Platz.

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Anfangs Gegenüber Christian Eichner vertraute nach dem 1:1 beim 1. FC Nürnberg auf zwei frische Kräfte: Benjamin Goller und Wanitzek rotierten für Marco Djuricin und Dominik Kother in die Startformation.

Die Wechsel in der Darmstädter Startelf machten sich früh bezahlt. Nach Vorarbeit von Honsak über links landete das Leder auf dem Fuß von Kempe, der den Ball gar nicht richtig traf. Dennoch kullerte das Spielgerät kurios am linken Innenpfosten vorbei über die Linie - frühes 1:0 für die Südhessen (9.).

In der Folge fiel es den badischen Gastgebern zwar sichtbar schwer, das Spiel selbst in die Hand zu nehmen und Chancen zu kreieren, dennoch gelang Hofmann nach Vorarbeit von Jerome Gondorf der Ausgleich. SVD-Keeper Marcel Schuhen war beim ersten Abschluss des bulligen KSC-Angreifers zunächst noch zur Stelle, gegen den Nachschuss konnte er jedoch nichts mehr ausrichten (22.).

Mit dieser Elf ging der SV Darmstadt 98 in die Partie beim Karlsruher SC

Die Aufstellung des Karlsruher SC gegen den SV Darmstadt 98

SV Darmstadt 98 geht früh in Front, Karlsruher SC schlägt fulminant zurück

Karlsruhes Lukas Fröde (r.) und der Darmstadts Marvin Mehlem im Luftkampf.
Karlsruhes Lukas Fröde (r.) und der Darmstadts Marvin Mehlem im Luftkampf.  © dpa/Uli Deck

Zehn Minuten vor der Pause hätte Karlsruhes Knipser vom Dienst dann beinahe noch die Führung besorgt. Nach einem kapitalen Lapsus von Nicolai Rapp schnappte sich Hofmann die Pille, scheiterte aber am aufmerksamen Schuhen (35.). 

Kurz vor dem Pausenpfiff dann die nächste KSC-Chance. Nach einem Eckball war es wieder Hofmann, der freistehend im Strafraum über den Ball schlug, doch nach einem Kung-Fu-Tritt von Rapp blieb Schiedsrichter Arne Aarnink nichts anderes übrig, als auf den Punkt zu zeigen (43.). 

Den fälligen Strafstoß verwandelte Wanitzek eiskalt (44.), ehe es in die Pause ging. Nach dem Seitenwechsel blieben die Badener zunächst am Drücker, überließen den aber weiterhin nicht zwingend genug agierenden Gästen mehr und mehr das Feld. Dies nutzten die Lilien zum Ausgleich. 

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Nach langem Kempe-Freistoß lief sich Abwehr-Kante Palsson gekonnt frei und netzte per Flugkopfball ein - 2:2, alles wieder offen (65.). Wenig später hätte Hofmann erneut für die Führung der Hausherren sorgen können, traf mit einem Kopfball jedoch nur die Querlatte (72.). 

Tatsächlich holten sich die Hessen dank des überragenden Kempe die Führung zurück. Die Ecke des Mittelfeld-Regisseurs fand den Kopf von Dursun, der lediglich einnicken musste (77.). Die Freude währte jedoch nur rund 180 Sekunden, da Hofmann erneut ausglich und den persönlichen Dreierpack schnürte (80.).

Doch Schluss war noch immer nicht: In der Nachspielzeit gab es nach einem Handspiel von Kobald nochmals Strafstoß für die Gäste. Aus elf Metern machte sich Kempe schließlich unsterblich und besorgte den Siegtreffer (90.+3).

Titelfoto: dpa/Uli Deck

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