Darf Hoeneß Hoffenheim trotz Klatsche gegen Schalke weiter trainieren?

Gelsenkirchen/Sinsheim - Es sollte eigentlich sein Schicksalsspiel sein! Doch trotz der deftigen 0:4-Packung seiner TSG 1899 Hoffenheim beim FC Schalke 04 darf Sebastian Hoeneß (38) wohl weiter Trainer der Kraichgauer bleiben.

Sebastian Hoeneß (38, l.) genießt weiterhin das Vertrauen von Alexander Rosen (41).
Sebastian Hoeneß (38, l.) genießt weiterhin das Vertrauen von Alexander Rosen (41).  © TSG 1899 Hoffenheim/dpa

Profifußball-Direktor Alexander Rosen (41) sagte nach der Begegnung am Sky-Mikrofon, dass der Coach "ganz klar" nicht zur Disposition stünde.

Nach der Negativserie und dem ernüchternden Auftritt in Gelsenkirchen kommt so eine Aussage dann doch ein wenig überraschend. Allerdings muss man auch bedenken, dass der TSG gleich zwölf Spieler nicht zur Verfügung standen.

Die meisten davon sind Kandidaten für die erste Elf. Dennoch konnte sich die Hoffenheimer Anfangsformation durchaus sehen lassen, weshalb gerade die defensive Anfälligkeit weiter Rätsel aufgibt.

Amine Harit (23) konnte Matthew Hoppe (19) dreimal auf dieselbe Art und Weise bedienen, jedes Mal fiel ein Tor. Dazu leistete sich die TSG immer wieder entscheidende Ballverluste. Wie etwa Abwehrchef Kevin Vogt (29) vor dem 0:3.

Offensiv betrieb 1899 zu allem Überfluss Chancenwucher und ließ reihenweise beste Möglichkeiten liegen. Hoeneß meinte dazu: "Wir sind nicht ins Spiel gekommen, wie wir uns das erhofft hatten." Dass man die Gelegenheiten nicht nutzen konnte, sei "entscheidend" gewesen. Positiv war und ist erst einmal, dass sich die Kraichgauer diese Gelegenheiten überhaupt herausspielen.

Doch wenn man trotz 19 Schüssen keinen einzigen Treffer erzielt, muss man sich hinterfragen. Denn dass der Kader über viel Potenzial und Qualität verfügt, ist unbestritten. Die Akteure zeigen das in dieser Saison jedoch nur in der Europa League konstant. Das wird mit jedem Bundesliga-Spiel deutlicher.

Sebastian Hoeneß und die TSG 1899 Hoffenheim brauchen dringend ein Erfolgserlebnis!

Falls Sebastian Hoeneß (38) Trainer bleiben darf, steht ab dem kommenden Samstag eine Englische Woche der Wahrheit für den Coach an.
Falls Sebastian Hoeneß (38) Trainer bleiben darf, steht ab dem kommenden Samstag eine Englische Woche der Wahrheit für den Coach an.  © Uwe Anspach/dpa

Und da muss sich auch Hoeneß Kritik gefallen lassen. Dem TSG-Spiel fehlt erkennbar die Balance, die zu diesem Zeitpunkt der Saison langsam gefunden werden müsste.

30 Gegentreffer, der drittschlechteste Wert der Liga, sprechen eine deutliche Sprache! Hoeneß sagte daher auf der Pressekonferenz nach der Partie, dass ihn die Fragen rund um seine Zukunft gar nicht groß beschäftigen, weil ihn das nur von der täglichen Arbeit ablenken würde.

Und die dreht sich momentan um wichtigere Dinge: "Wie das Spiel zustandegekommen ist. Dann werde ich darüber nachdenken, was es für Lösungen gibt."

Der Sohn von Dieter Hoeneß und Neffe von Uli erklärte auch: "Ich spüre Vertrauen, ich spüre eine enge, vertrauensvolle Zusammenarbeit."

Die braucht er, braucht Hoffenheim möglichst schnell. Denn sollte ein Team aus dem Tabellenkeller eine Aufholjagd starten, würde 1899 in der aktuellen Verfassung in arge Bedrängnis geraten. Ab kommenden Samstag steht eine Englische Woche der Wahrheit für Hoeneß und seine Spieler an.

Am kommenden Samstag empfängt die TSG Arminia Bielefeld (Samstag, 15.30 Uhr), am Dienstag (20.30 Uhr) geht es weiter zu Hertha BSC, ehe am Sonntag (24. Januar, 18 Uhr) der nächste Abstiegsgipfel ansteht: dann empfängt man den 1. FC Köln...

Update, 10 Januar, 11.34 Uhr: Sportchef Rosen hält "definitiv" an Hoeneß fest

Laut dem Hoffenheimer Sportchef Alexander Rosen (41) gibt es auch nach der 0:4-Pleite beim bis dahin sieglosen FC Schalke 04 keine Konsequenzen auf der Trainerbank der Kraichgauer.

Sebastian Hoeneß bleibe "definitiv" im Amt, heißt es.

Auch, dass man auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene nicht hinter dem 38-jährigen Trainer stünde, wies er zurück. Diese Spekulationen seien "völliger Blödsinn", wird Rosen auf der Homepage des Klubs zitiert.

"Wir haben eine große Geschlossenheit in unseren Reihen. Wir gehen zusammen durch diese Situation."

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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