Zittersieg für den BVB: Hoffenheim verliert Fünf-Tore-Spektakel!

Sinsheim - Umkämpfter Sieg im Meisterschaftsrennen! Borussia Dortmund setzte sich in einer spannenden Partie mit 3:2 (1:1) bei der TSG 1899 Hoffenheim durch.

Steht da, wo ein Mittelstürmer stehen muss: Erling Haaland (2.v.l.) hatte beim ersten Treffer leichtes Spiel.
Steht da, wo ein Mittelstürmer stehen muss: Erling Haaland (2.v.l.) hatte beim ersten Treffer leichtes Spiel.  © Uwe Anspach/dpa

Die schwarz-gelben Tore vor 500 Zuschauern in der PreZero-Arena erzielten Erling Haaland zur frühen Führung (6. Minute), Marco Reus zum 2:1 (58.) und David Raum per Eigentor (67.) zum 3:1. Für die Gastgeber besorgte Andrej Kramaric (45.+1) den zwischenzeitlichen Ausgleich, Georginio Rutter (77.) gelang noch der Anschluss.

TSG-Coach Sebastian Hoeneß tauschte nach der klaren 1:4-Niederlage im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den SC Freiburg dreimal: Kapitän Benjamin Hübner, Kramaric und Munas Dabbur starteten für Stefan Posch, Rutter (beide Bank) und Kevin Akpoguma (nicht im Kader).

Auf der Gegenseite stellte BVB-Trainer Marco Rose nach der überraschenden 1:2-Pokalschlappe gegen den FC St. Pauli auf drei Positionen um: Für Thomas Meunier (muskuläre Beschwerden), Axel Wistel und Thorgan Hazard (beide Bank) durften Marius Wolf, Mahmoud Dahoud und Donyell Malen von Beginn an ran.

TSG Hoffenheim: Wackelt der Stuhl von Sebastian Hoeneß?
TSG 1899 Hoffenheim TSG Hoffenheim: Wackelt der Stuhl von Sebastian Hoeneß?

Die Borussia übernahm in der turbulenten Anfangsphase sofort die Kontrolle, schnürte die Hausherren hinten ein und belohnte sich früh.

Malen, Raphael Guerreiro und Jude Bellingham kombinierten sich blitzschnell auf engsten Raum über die linke Seite durch den Hoffenheimer Abwehrriegel.

Der niederländische Angreifer passte die Kugel anschließend von der Grundlinie flach nach innen, wo Star-Knipser Haaland aus rund drei Metern nur noch zur 1:0-Führung für die Gäste einschieben brauchte (6.).

Startelf der TSG 1899 Hoffenheim für das Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund

Anfangsformation von Borussia Dortmund bei der TSG 1899 Hoffenheim

Andrej Kramaric gleicht kurz vor der Pause für die TSG 1899 Hoffenheim aus

Der passte genau: BVB-Keeper Gregor Kobel blieb beim 1:1 von Andrej Kramaric ohne Chance.
Der passte genau: BVB-Keeper Gregor Kobel blieb beim 1:1 von Andrej Kramaric ohne Chance.  © Uwe Anspach/dpa

Kurz nach dem Gegentreffer der nächste Rückschlag für die Hoeneß-Truppe: Bei einem Luft-Duell verletzte sich Christoph Baumgartner am Kopf und musste ausgewechselt werden, für ihn kam Rutter (9.).

Der stand nur zwei Zeigerumdrehungen später direkt im Mittelpunkt und köpfte das Spielgerät nach einer Geiger-Ecke von links an den rechten Pfosten (11.). Glück für Dortmund.

In der Folge kam die TSG besser ins Match und drängte auf den Ausgleich, während der BVB auf Konter setzte. Die besseren Chancen hatte allerdings eindeutig das Heimteam. Chris Richards (23.) und Rutter (40.) verpassten jedoch denkbar knapp.

Interesse zu spät? TSG Hoffenheim wohl an ablösefreiem Zweitliga-Torjäger dran!
TSG 1899 Hoffenheim Interesse zu spät? TSG Hoffenheim wohl an ablösefreiem Zweitliga-Torjäger dran!

Nach einer Dreiviertelstunde war es dann endlich so weit. Ihlas Bebou wurde von den schwarz-gelben Verteidigern auf der rechten Seite nicht richtig angegriffen und konnte das Leder mit viel Gefühl und Übersicht in die Mitte zu Kramaric flanken.

Der kroatische Goalgetter platzierte den Ball aus zehn Metern per Direktabnahme überlegt zum hochverdienten 1:1-Ausgleich ins rechte Eck (45.+1). Anschließend schickte Schiedsrichter Deniz Aytekin beide Mannschaften zum Pausentee in die Kabinen.

Das war überfällig: Andrej Kramaric (2.v.l.) und seine Kollegen jubelten nach dem verdienten Ausgleichstreffer.
Das war überfällig: Andrej Kramaric (2.v.l.) und seine Kollegen jubelten nach dem verdienten Ausgleichstreffer.  © Uwe Anspach/dpa

Marco Reus trifft für Borussia Dortmund, David Raum ins eigene Tor

Die erneute Führung für Borussia Dortmund: Marco Reus freute sich über seinen Treffer zum 2:1.
Die erneute Führung für Borussia Dortmund: Marco Reus freute sich über seinen Treffer zum 2:1.  © Uwe Anspach/dpa

Die Hausherren machten nach dem Seitenwechsel zunächst dort weiter, wo sie aufgehört hatten und wollten die Partie nun drehen, doch ein schneller Vorstoß der Gäste durchkreuzte die Pläne der TSG.

Über Mats Hummels landete die Kugel bei Haaland, der legte im Zentrum auf Malen ab und der Oranje-Akteur steckte einen punktgenauen Pass in die Gasse auf Reus durch.

Der Routinier ließ sich frei vor 1899-Torhüter Oliver Baumann nicht zweimal bitten und versenkte das Spielgerät aus 13 Metern links unten im Netz (58.). Mit der Bude zum 2:1 war der alte Abstand wieder hergestellt.

Nur knapp neun Minuten später kam es noch schlimmer für die Hoffenheimer. Wieder war der sehr agile Malen beteiligt, der mit viel Tempo über die linke Seite flitzte und den Ball scharf nach innen spielte.

Linksverteidiger Raum wollte die Hereingabe klären, beförderte die Kugel jedoch aus kurzer Distanz zum 3:1 für den BVB ins eigene Tor (67.).

Donyell Malen (l.) und Marco Reus stellten die TSG-Defensive mehrmals vor Probleme.
Donyell Malen (l.) und Marco Reus stellten die TSG-Defensive mehrmals vor Probleme.  © Uwe Anspach/dpa

Georginio Rutter verkürzt für die TSG 1899 Hoffenheim

Munas Dabbur (l.) konnte in den letzten Minuten nicht mehr für Gefahr sorgen.
Munas Dabbur (l.) konnte in den letzten Minuten nicht mehr für Gefahr sorgen.  © Uwe Anspach/dpa

Doch die Gastgeber steckten noch nicht auf. Nach 77 Minuten setzte Dabbur den durchgelaufenen Rutter in halblinker Position ein, der französische Angreifer behielt frei vor Kobel die Ruhe und vollendete flach ins rechte Eck (77.). Nur noch 2:3!

In der spannenden Schlussphase versuchten die Hausherren noch einmal entscheidend vor den Kasten der Dortmunder zu kommen, doch die Gäste warfen sich in jeden Ball und brachten die knappe Führung so glücklich über die Zeit.

Die TSG trifft in zwei Wochen auf den 1. FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr), während der BVB nach der kurzen Pause Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 15.30 Uhr) zum Spitzenduell im Signal Iduna Park empfängt.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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