1860 München fliegt aus dem DFB-Pokal: Köllner sieht "erheblichen Nachteil" für die Löwen

München - Die DFB-Pokalreise des TSV 1860 München hat am Dienstagabend ein bitteres Ende genommen. Der Karlsruher SC verhinderte mit seinem knappen 1:0 (0:0)-Sieg den Einzug der Löwen in das lukrative Viertelfinale. 1860-Coach Michael Köllner (52) ist sich sicher: Mit Unterstützung der Fans wäre es ein anderes Spiel geworden.

Stephan Salger (r.) und Fabian Schleusener von Karlsruhe kämpfen um den Ball. Die Löwen zeigten eine starke erste Halbzeit. Am Ende reichte es nicht fürs Viertelfinale.
Stephan Salger (r.) und Fabian Schleusener von Karlsruhe kämpfen um den Ball. Die Löwen zeigten eine starke erste Halbzeit. Am Ende reichte es nicht fürs Viertelfinale.  © Sven Hoppe/dpa

"Ich glaube, dass heute mit einem ausverkauften Grünwalder Stadion die Mannschaft nochmals über sich hinausgewachsen wäre", meinte der Oberpfälzer. "Es ist schade, wenn du als Drittligist ins Achtelfinale kommst und dann ohne Zuschauer spielen musst. Das ist ein erheblicher Nachteil!"

Seiner Mannschaft machte der 52-Jährige keinen Vorwurf. "Wir haben Karlsruhe gut beschäftigt, haben in der 1. Halbzeit unser Spiel durchgezogen. Das ist uns vorzüglich gelungen."

Es hätte jedoch "das Tüpfelchen auf dem i" gefehlt, "dass wir in der 1. Halbzeit in Führung gehen. Da waren genügend Möglichkeiten da, durch Greilinger, Bär oder Lex."

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"Ich bin schon enttäuscht. Ich glaube, dass wir ebenbürtig waren", resümierte Köllner. Spätestens am nächsten Tag würde aber die Zufriedenheit überwiegen.

In der 69. Spielminute gab es die entscheidende Szene der Partie. Nach einer Flanke von Marco Thiede sprang Löwen-Verteidiger Fabian Greilinger der Ball bei einer Grätsche unglücklich an den Arm. Schiedsrichter Petersen entschied auf Strafstoß - eine höchst strittige Entscheidung.

TSV 1860 München verliert wegen eines Handelfmeters gegen den KSC: Warum griff der VAR nicht ein?

1860-Coach Michael Köllner war mit der Leistung seiner Mannschaft insgesamt zufrieden.
1860-Coach Michael Köllner war mit der Leistung seiner Mannschaft insgesamt zufrieden.  © Sven Hoppe/dpa

Das Spielgerät war nämlich vom Knie an die Hand gesprungen. Bei korrekter Auslegung der aktuellen Regel hätte es somit theoretisch keinen Elfmeter geben dürfen. Der VAR griff jedoch nicht ein. Warum? "Das muss man die Herren im Kölner Keller fragen", kommentierte Köllner.

"Ob ich mit der Entscheidung zufrieden bin, juckt am Ende niemanden. Es war eine doofe, eine strittige Situation, weil die Regel einfach so ist. Das muss man sportlich fair hinnehmen, Karlsruhe steht in der nächsten Runde, auch wenn es sehr bitter für uns ist."

KSC-Coach Christian Eichner (39) bewertete die Szene folgendermaßen: "Ich werde die Regel nie richtig verstehen. Ich habe gehört, dass der Ball vom Knie an die Hand gesprungen ist. Ich weiß nicht, ob es dann ein anderer Fall ist. Aber man darf uns das nicht verübeln, dass wir den Elfmeter gerne annehmen."

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Die Löwen konnten also nach den Erfolgen gegen Darmstadt 98 und Schalke 04 ihren Nimbus als Pokal-Schreck der Zweitligisten nicht ein drittes Mal beweisen. Der KSC darf sich über eine Millionen-Prämie freuen und auf sein erstes Viertelfinale seit der Saison 1996/97.

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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