TSV 1860 München: Hasan Ismaik sieht Löwen-Vorteil in Corona-Krise und gibt Garantie ab

München - Die Corona-Krise trifft den Fußball hart, gespielt werden kann in Deutschland und großen Teilen der Welt nicht. Für viele Vereine geht es deshalb in diesen Tagen um alles. Auch der TSV 1860 München lotet Möglichkeiten aus.

Löwen-Investor Hasan Ismaik hat sich in Zeiten der Corona-Krise, die zahlreiche Fußballvereine äußerst hart trifft, zu Wort gemeldet.
Löwen-Investor Hasan Ismaik hat sich in Zeiten der Corona-Krise, die zahlreiche Fußballvereine äußerst hart trifft, zu Wort gemeldet.  © Andreas Gebert/dpa

Nach den letztlich deutlichen Worten von Löwen-Geschäftsführer Günther Gorenzel (48) hinsichtlich der aktuellen Situation hat sich nun auch Investor Hasan Ismaik (43) zu Wort gemeldet und in diesem Zusammenhang vor allem den Deutschen Fußball-Bund in die Pflicht genommen. Es geht ums Geld.

"Ich hoffe natürlich auf die Unterstützung und Solidarität des DFB. Der DFB ist der reichste Verband der Welt. Er kann jetzt das zurückgeben, wozu die deutschen Vereine ihn gemacht haben", erklärte der 43-Jährige im Gespräch mit der "Abendzeitung". Die Versorgung seitens des DFB für die 3. Liga in Deutschland sei aber "ungenügend". 

Die Spieler der Würzburger Kickers befinden sich beispielsweise in Kurzarbeit. Nach den Mitarbeitern bei den etwaigen Nachwuchsteams und ferner in der Geschäftsstelle stimmten ebenso die Profis den Maßnahmen geschlossen zu, um dem Verein somit Luft im Kampf ums Überleben zu verschaffen. 

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"Es darf nicht sein, dass bei der ersten Erschütterung die Drittliga-Klubs in dramatische Schieflage geraten und da spreche ich nicht nur von 1860", führte Ismaik entsprechend aus und schob nach: "Vielleicht ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt, um sich ernsthaft mit 50+1 auseinanderzusetzen. Mehr will ich zu diesem Thema aber nicht sagen." 

Er selbst versuche, "über alle Aktualitäten informiert zu sein" und sei "sehr besorgt". 

"Wir dürfen dieses Virus nicht unterschätzen. Ich bin mir sicher, dass Gott uns beschützen wird. Wir werden Corona besiegen", sagte Ismaik, der bereits seit dem Jahr 2011 als Hauptanteilseigner der Sechzger fungiert. "Was ich aber prophezeie: Durch das Coronavirus sehe ich eine große Veränderung auf die Gesellschaft zukommen."

Corona-Krise: Hasan Ismaik setzt vor allem auch auf "treue Löwenfamilie"

Hasan Ismaik baut unter anderem auf die "treue Löwenfamilie".
Hasan Ismaik baut unter anderem auf die "treue Löwenfamilie".  © Andreas Gebert/dpa

Im Hinblick auf die Zukunft des Vereins aus Giesing, der dem Jordanier laut eigenen Aussagen aus der Vergangenheit so sehr am Herzen liegt, glaubt Ismaik derweil nicht an einen Corona-Kollaps

"1860 hat einen großen Vorteil im Vergleich zu manch anderem Klub: Wir sind durch die Geschichte des Vereins bereits krisenerprobt", sagte der Geschäftsmann. Es werde derzeit alles getan, "damit wir auch diese Krise meistern". Dabei baue er unter anderem auf die "treue Löwenfamilie".

Ein teilweise bereits diskutierter Abbruch der derzeit unterbrochenen Spielzeit wäre für die Löwen, die durch einen unglaublichen Lauf von 14 Spielen ohne Niederlage in Serie sogar wieder um den Aufstieg in die 2. Bundesliga ein Wörtchen mitreden könnten, natürlich nicht im Interesse, allerdings rückte Ismaik die weltweite Lage und deren Folgen gleichzeitig in das richtige Verhältnis. 

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"Oberste Priorität hat die Gesundheit der Menschheit. Erst wenn wir diesen Kampf gewonnen haben, können wir uns wieder dem Sport widmen", führte er aus. Angesichts der Situation spiele "es keine Rolle, ob wir aufsteigen oder Geld verlieren". 

"Was nützt es uns, wenn wir aufsteigen, aber am Ende unsere Freunde oder Familienmitglieder verlieren? Fußball ist jetzt sekundär. Wir sollten nicht über materielle Dinge oder Geld reden, sondern darüber, wie wir gemeinsam diese Krise überstehen. Und ich spreche ganz bewusst von gemeinsam", erklärte Ismaik weiter.

TSV 1860 München: Hasan Ismaik lobt Michael Köllner und die Mannschaft

Hasan Ismaik hat 1860-Trainer Michael Köllner und die Mannschaft gelobt und sich über die Zukunft der Löwen nach der Corona-Krise geäußert.
Hasan Ismaik hat 1860-Trainer Michael Köllner und die Mannschaft gelobt und sich über die Zukunft der Löwen nach der Corona-Krise geäußert.  © Andreas Gebert/dpa

Dennoch sei die sportliche Entwicklung der Löwen, an der schließlich zahlreiche Arbeitsplätze hängen, "herausragend". "Wenn die Drittliga-Saison zu Ende gespielt werden sollte, bin ich überzeugt, dass wir nach 38 Spieltagen etwas zu feiern hätten", zeigte sich der Investor felsenfest von den Chancen der Münchner überzeugt. Er sei deshalb "sehr stolz auf Michael Köllner, aber auch auf die Mannschaft".

Abseits des grünen Rasens sei der Klub aus der Landeshauptstadt auch weiterhin auf Fremdgelder angewiesen, könne ohne diese "nicht überleben". 

"Ein Gegenkonzept wurde mir bis heute nicht vorgelegt und selbst ein umgebautes Grünwalder Stadion wird uns nicht helfen, am Ende des Tages auf eine schwarze Null zu kommen. Und zum Stadionthema habe ich eine klare Meinung: Wenn wir alle diese Krise gemeistert haben, müssen wir endlich ein gemeinsames Stadionprojekt erarbeiten - gemeinsam mit der Stadt", sagte Ismaik, der den Konsolidierungskurs als "Mogelpackung" sieht.

Der 43-Jährige wünscht sich in Zukunft zwar weiterhin eine Kapitalerhöhung, man trete jedoch "auf der Stelle". Bei einem "Premiumprodukt", wie es der TSV 1860 selbst als Drittligist noch immer darstelle, setze er "auf alle Partner, Sponsoren und Fans, die in guten wie auch schlechten Zeiten immer an der Seite des Vereins gestanden haben". Ismaik garantierte deutlich: "Bei 1860 wird es nie zu einer Insolvenz kommen".

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Titelfoto: Andreas Gebert/dpa

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