Elfer beendet Löwen-Träume: Karlsruhe wirft TSV 1860 München aus DFB-Pokal

München - Aus der Traum vom ganz großen Coup! Der TSV 1860 München ist im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC ausgeschieden. Am Ende einer umkämpften Partie stand eine 0:1 (0:0)-Niederlage der Löwen zu Buche.

Der TSV 1860 München hielt im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC über weite Strecken gut mit, hatte am Ende aber das Nachsehen.
Der TSV 1860 München hielt im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC über weite Strecken gut mit, hatte am Ende aber das Nachsehen.  © Sven Hoppe/dpa

Den einzigen Treffer des Abends im Stadion an der Grünwalder Straße erzielte Marvin Wanitzek für die Gäste aus Karlsruhe (69. Minute/Handelfmeter).

Im Vergleich zum denkbar knappen 3:2-Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden in der 3. Liga nahm 1860-Übungsleiter Michael Köllner notgedrungen eine Änderung an der ersten Elf vor: Für Marius Willsch (Reizung der Patellasehne) durfte Erik Tallig ran.

Sein Gegenüber, KSC-Trainer Christian Eichner, wechselte nach dem 2:2-Remis in der 2. Bundesliga gegen den SV Darmstadt 98 ebenfalls nur einmal. Ricardo van Rhijn musste in München auf die Bank, für ihn stand Daniel O'Shaughnessy auf dem Platz.

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Beide Teams starteten zwar durchaus couragiert, allerdings auch deutlich zu ungenau in die Partie.

Die Anfangsphase spielte sich deshalb größtenteils zwischen den beiden Strafräumen ab, ehe die Löwen durch Marcel Bär endlich die erste Möglichkeit für sich verbuchen konnten. Der Schuss des Stürmers segelte jedoch über den Querbalken (10.).

Auch die zweite Chance ging auf das Konto der Hausherren, die zunächst zwar weniger Ballbesitz hatten, aus diesem jedoch etwas mehr machen konnten. Beim Abschluss Fabian Greilingers, der aufgrund einer fehlenden Anspielstation in der Mitte aus acht Metern links im Sechzehner abzog, war Karlsruhe-Keeper Marius Gersbeck aber zur Stelle (13.).

Aufstellung des TSV 1860 München im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den Karlsruher SC

Startelf des Karlsruher SC gegen den TSV 1860 München im Achtelfinale des DFB-Pokals

TSV 1860 München in erster Halbzeit auf Augenhöhe, Karlsruher SC erhöht in Durchgang zwei Tempo

Marcel Bär (l.) und der TSV 1860 München hatten im DFB-Pokal in Durchgang eins gegen den Karlsruher SC die besseren Chancen, ein Tor fiel allerdings nicht.
Marcel Bär (l.) und der TSV 1860 München hatten im DFB-Pokal in Durchgang eins gegen den Karlsruher SC die besseren Chancen, ein Tor fiel allerdings nicht.  © Sven Hoppe/dpa

Von einem Klassenunterschied war in Durchgang eins absolut nichts zu bemerken, was vor allem an der kompletten Ideenlosigkeit und mangelnden Bewegung abseits des Balles bei den Gästen sowie der konzentrierten Leistung der Köllner-Truppe lag, die extrem dicht gestaffelt nahezu nichts zuließ.

Die beste Möglichkeit des Zweitligisten, die aus einem wuchtig getretenen Freistoß von Philip Heise aus knapp 25 Metern resultierte, konnte Sechzig-Schlussmann Marco Hiller stark entschärfen (40.).

Folgerichtig ging es nach einem pünktlichen Pfiff des Unparteiischen Martin Petersen ohne einen Treffer im Grünwalder in die jeweiligen Kabinen.

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Den besseren Start in den zweiten Abschnitt erwischten die Gäste aus Baden-Württemberg, die durch Lucas Cueto in der 51. Minute beinahe sogar in Führung gegangen wären. Der Offensivspieler des Favoriten stand aber im Abseits, als er einen Abpraller vom linken Pfosten nach einem Schuss Fabian Schleuseners über die Torlinie drückte.

Glück für die Löwen, die zusehends unter Druck gerieten! Ein Versuch von Wanitzek verfehlte den Kasten rechts (57.), auch ansonsten waren die Karlsruher inzwischen nicht nur spielbestimmend, sondern ebenfalls deutlich zielstrebiger.

Marvin Wanitzek trifft vom Punkt für Karlsruher SC und schießt TSV 1860 München aus DFB-Pokal

Entscheidung vom Punkt! Marvin Wanitzek (vorne) schoss den Karlsruher SC gegen den TSV 1860 München per Elfmeter ins Viertelfinale des DFB-Pokals.
Entscheidung vom Punkt! Marvin Wanitzek (vorne) schoss den Karlsruher SC gegen den TSV 1860 München per Elfmeter ins Viertelfinale des DFB-Pokals.  © Sven Hoppe/dpa

Was in Halbzeit eins noch gut funktioniert hatte, schien den nun erheblich zu passiven Hausherren mit zunehmender Dauer abhandengekommen zu sein: Die so wichtige Entlastung der Defensive und mit jener verbundene Chancen fehlten gänzlich.

Stattdessen folgte in der Vorwärtsbewegung der Sechzger ein Ballverlust auf den vorherigen. Nach 65 gespielten Minuten war es deshalb vor allem Hiller zu verdanken, dass noch alles offen war. Der Rückhalt der Löwen parierte unter anderem gegen Schleuseners Schlenzer erneut bärenstark (63.).

Wenig später kam es aber, wie es angesichts des Verlaufs früher oder später kommen musste.

Schiedsrichter Petersen entschied nach einem Handspiel Greilingers im Strafraum auf Elfmeter - eine Chance, die sich Wanitzek nicht entgehen ließ. Der Mittelfeldakteur nahm Maß und versenkte eiskalt links unten zum 1:0 für den KSC (69.).

Die Münchner warfen nach dem Gegentreffer alles nach vorne, verpassten es jedoch, sich für eine kämpferisch durchaus ansprechende Leistung doch noch selbst zu belohnen.

Die beste Möglichkeit zum Ausgleich ließ Tallig liegen, der zentral nur von Marco Thiede noch gestört freie Schussbahn hatte, allerdings deutlich zu mittig zielte. Gersbeck hatte einmal mehr keine Mühe, konnte die Chance mit dem Fuß vereiteln (76.).

Für die Münchner geht es nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal am Samstag (14 Uhr) in der 3. Liga bei Türkgücü München wieder zur Sache, der KSC empfängt einen Tag später in der 2. Bundesliga den SV Sandhausen (13.30 Uhr).

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

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