Löwen fressen Knappen auf! TSV 1860 feiert Pokal-Sensation gegen FC Schalke 04

München - Die Reise im DFB-Pokal geht weiter! Der TSV 1860 München hat in der 2. Runde gegen den FC Schalke 04 einen verdienten Sieg eingefahren und darf weiter vom großen Coup träumen. Am Ende stand ein 1:0 (1:0)-Erfolg zu Buche.

Löwen-Trainer Michael Köllner setzte auf Stefan Lex (r.). Dieser bedankte sich bereits in der 5. Minute mit dem 1:0 für den TSV 1860 München.
Löwen-Trainer Michael Köllner setzte auf Stefan Lex (r.). Dieser bedankte sich bereits in der 5. Minute mit dem 1:0 für den TSV 1860 München.  © Angelika Warmuth/dpa

Das goldene Tor des Tages vor 15.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Grünwalder Straße erzielte Stefan Lex bereits in der 5. Minute. Schalkes Malick Thiaw musste zudem nach einer Notbremse nach Rot vorzeitig unter die Dusche (48. Minute).

Löwen-Trainer Michael Köllner nahm nach dem 1:1-Remis in der 3. Liga beim 1. FC Saarbrücken eine Änderung an der Startelf der Hausherren vor: Für Fabian Greilinger (Bank) durfte Lex im Pokal ran.

Sein Gegenüber, Schalke-Übungsleiter Dimitrios Grammozis, rotierte nach dem 3:0-Erfolg in der 2. Bundesliga gegen die SG Dynamo Dresden gleich dreifach. Ralf Fährmann, Darko Churlinov sowie Marvin Pieringer durften für Martin Fraisl, Thomas Ouwejan und Simon Terodde (alle Bank) mitwirken.

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Erstmal langsam an den Gegner herantasten? Von wegen!

Die bestens gelaunten und endlich wieder so zahlreich vertretenen Fans, die schon vor dem Anpfiff für Gänsehautstimmung gesorgt hatten, bekamen von Beginn an ein äußerst lebhaftes Duell zu sehen und durften bereits nach nicht einmal fünf gespielten Minuten jubeln - zumindest, sofern sie es denn mit den heimischen Löwen hielten.

Ein Ballverlust Churlinovs an der eigenen Grundlinie gegen einen bissig nachsetzenden Sascha Mölders hatte postwendend Folgen. Der bullige Angreifer brachte das Leder zu Lex, der dieses vom rechten Fünfereck durch die Beine Fährmanns, der den Ball noch berührte, und mithilfe der Unterkante der Latte über die Linie zur 1:0-Führung bugsierte (5.). Was für ein Start!

Und die Sechzger machten munter weiter Druck. Merveille Biankadi scheiterte an Fährmann (7.), wenig später konnte Lex seinen Körper nicht hinter das Spielgerät und deshalb auch zu wenig Schusshärte in seinen Abschluss bringen (9.).

Startelf des TSV 1860 München im DFB-Pokal gegen den FC Schalke 04

Startelf des FC Schalke 04 gegen den TSV 1860 München im DFB-Pokal

TSV 1860 München und FC Schalke 04 liefern sich im DFB-Pokal ein Duell mit offenen Visieren

Pokalfight im Grünwalder! Marvin Pieringer (r.) und der FC Schalke 04 kamen gegen den TSV 1860 München im DFB-Pokal nur schwer in die Partie.
Pokalfight im Grünwalder! Marvin Pieringer (r.) und der FC Schalke 04 kamen gegen den TSV 1860 München im DFB-Pokal nur schwer in die Partie.  © Angelika Warmuth/dpa

Die mitgereisten Gästefans mussten sich hingegen bis zur 18. Minute gedulden, ehe sie erstmals eine echte Möglichkeit ihres Teams zu sehen bekamen.

Diese hatte es dafür jedoch direkt in sich: Rodrigo Zalazar konnte sich stark rechts im Strafraum durchsetzen und das Leder in die Mitte bringen. Den Schuss von Marius Bülter konnte 1860-Keeper Marco Hiller mit dem Fuß gerade noch abwehren.

Danach hatten aber wieder die Löwen in dem mit offenen Visieren geführten Pokalfight das Sagen.

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Eine Kopfballablage Yannick Deichmanns landete mittig im Schalke-Sechzehner bei Lex, der voller Selbstvertrauen durch seinen frühen Treffer nicht zögerte, sondern aus der Drehung heraus abzog. Fährmann konnte nur hinterherschauen - hatte aber das nötige Glück. Das Lattenkreuz verhinderte das zweite Tor des Tages für die überzeugend agierende Köllner-Elf (22.).

Mit zunehmender Spieldauer kamen auch die Knappen zumindest etwas besser in die Partie, was beinahe sogar im Ausgleich gemündet wäre. Der inzwischen eingewechselte Ouwejan fasste sich aus 22 Metern ein Herz, verfehlte jedoch knapp (30.).

Eine Minute später war es dann Marcin Kaminski, der nach einer Flanke Ouwejans das Leder auf den Hiller-Kasten beförderte - diesmal per Kopf. Der Münchner Schlussmann machte sich lang und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen an die Latte (31.). Durchatmen bei Köllner und Co.! Nach einem umkämpften ersten Durchgang ging es in die Kabinen.

Malick Thiaw vom FC Schalke 04 fliegt nach Notbremse vom Feld, TSV 1860 München im Achtelfinale

Der TSV 1860 München steht in Runde drei des DFB-Pokals! Sechzig konnte im Stadion an der Grünwalder Straße den FC Schalke 04 bezwingen.
Der TSV 1860 München steht in Runde drei des DFB-Pokals! Sechzig konnte im Stadion an der Grünwalder Straße den FC Schalke 04 bezwingen.  © Angelika Warmuth/dpa

Auch in der zweiten Halbzeit machten die Löwen da weiter, wo sie im ersten Abschnitt zuvor aufgehört hatten. Schalkes Thiaw verschätzte sich bei einem langen Ball, Lex wäre durch gewesen, wurde vom jungen Abwehrspieler kurz vor dem Strafraum aber mit unfairen Mitteln gestoppt. Schiedsrichter Robert Kampka zögerte nicht lange: Notbremse, Rot (48.)!

Den nachfolgenden Freistoß von Daniel Wein konnte Fährmann mit einer bärenstarken Parade aus der rechten oberen Ecke kratzen (49.).

Angetrieben von lautstarken Heimfans und gegen durch die Unterzahl zusätzlich verunsicherte Gäste behielt der Drittligist gegen den Favoriten zunächst die Oberhand. Grammozis zog in der letzten halben Stunde alle Register, brachte unter anderem den zuletzt extrem treffsicheren Terodde in die Partie.

Wirklich gefährliche Torchancen waren Mitte des zweiten Durchgangs auf beiden Seiten allerdings Mangelware. Die beste Möglichkeit hatte Lex, der Fährmann umkurvte, aus letztlich zu spitzem Winkel das Leder aber nur knapp neben dem rechten Pfosten ans Außennetz befördern konnte (69.).

Ein Spiel auf ein Tor war das Duell in Giesing jedoch keinesfalls. Mit dem drohenden und durchaus überraschenden Pokal-Aus vor Augen bäumte sich Königsblau mit allen Mitteln auf, während bei den Sechzgern die Kräfte schwanden. Zeitweise drückten die Schalker die Hausherren in das letzte Drittel, Hiller war an diesem Dienstagabend jedoch schlichtweg nicht zu überwinden. Da auch Mölders auf der Gegenseite in der 84. Minute mit einem satten Schuss scheiterte, blieb es letztlich beim 1:0-Erfolg.

Nach einem spannenden Fight, in dem die Löwen den Zweitligisten vor allem in der Anfangsphase nahezu auffraßen, stehen Köllner und Co. in Runde drei, für die Knappen, die sich nun auf die Liga fokussieren können, ist der Traum hingegen vorbei.

Für die Löwen geht es am Samstag (14 Uhr) wieder zur Sache, wenn der SC Freiburg II im Grünwalder gastiert. Schalke muss bereits einen Tag früher ran. Die Grammozis-Truppe tritt am Freitagabend (18.30 Uhr) beim 1. FC Heidenheim an.

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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