Kampfstark aber anfällig: 1860 München unterliegt bei den "kleinen Bayern"

München - Der TSV 1860 München war beim Städte-Derby "zu Gast" beim FC Bayern München II. Ein harter Kampf für beide Seiten - mit einem roten Sieger.

Dieses Mal pausierte Leon Dajaku (l.), doch Dennis Erdmann zeigte Einsatz. (Archiv)
Dieses Mal pausierte Leon Dajaku (l.), doch Dennis Erdmann zeigte Einsatz. (Archiv)  © imago images / foto2press

Die Tore im für beide Teams heimischen Grünwalder Stadion schoss für den TSV 1860 München Sascha Mölders (34. Minute). Bei "Gastgeber" FC Bayern II trafen Kwasi Okyere Wriedt (45+.) und Malik Tillmann (79.)

Im Vergleich zum letzten Spiel stellte Löwen-Bändiger Michael Köllner auf zwei Positionen um. Dennis Erdmann startete für Daniel Wein, Timo Gebhart durfte anstelle von Noel Niemann ran.

Nach gerade einmal 14 Sekunden hatte Liga-Torschützenkönig Kwasi Okyere Wriedt bereits seine erste Chance, den FC Bayern II in Führung zu bringen - köpfte jedoch den Ball über die Latte. Spätestens damit wurden die Löwen auch richtig wach. 

Beide Teams lieferten sich einen harten Kampf ums Leder, ließen sich gegenseitig wenig Bewegungsfreiheit und mussten mehrmals auch ihre Keeper in den Spielaufbau mit integrieren.

In der 25. Minute gab es einen kurzen Schock-Moment. Im Strafraum wusste Herbert Paul einen Angriff durch Wriedt nicht anders zu unterbinden, als mit einem hohen Zuspiel auf Löwen-Keeper Marco Hiller. Dieser köpfte daraufhin die Kugel aus der Gefahrenzone. Hiller in dieser Partei übrigens in seinem 100. Spiel im Trikot der Löwen-Profis.

Trotz des bis dahin beidseitig offenen Schlagabtausches schepperte es dann doch etwas überraschend im Kasten der Gastgeber. Dennis Dressel sieht vom Mittelfeld aus Sascha Mölders in guter Position und bedient seinen Kapitän mit einem Zucker-Pass. Dieser gab kurz Gas und ließ dann Bayern-Keeper Ron-Torben Hoffmann keine Chance. Die Löwen in Führung! 

Kräftezerrende Zweikämpfe auf beiden Seiten

Hat sich das Ganze sicher anders erhofft: Löwen-Trainer Michael Köllner. (Archiv)
Hat sich das Ganze sicher anders erhofft: Löwen-Trainer Michael Köllner. (Archiv)  © imago images / Sven Simon

Je näher nun die Halbzeitpause rückte, desto mehr rechnete man damit, dass der TSV mit einer Führung in die Kabine darf. Aber: "Pfiffkas", wie man auf gut bayrisch sagt. 

46 Sekunden waren in der einminütigen Nachspielzeit um, als der Ausgleich kam. Wooyeong Jeong ließ Dennis Erdmann aussteigen, schob den Ball weiter zu Wriedt und dieser hat mit dem bereits am Boden liegenden Hiller leichtes Spiel. Dann war Durchatmen angesagt.

In der 50. Minute hatte der TSV enormes Glück, dass ein Alleingang von Nicolas Kühn wegen Abseits zurückgepfiffen wurde. Dieser wäre auf und davon gewesen. Eine durchaus fragwürdige Entscheidung.

Die "kleinen Bayern" gewannen jetzt immer mehr an Dominanz. 

Die beiden Münchner Mannschaften kämpften weiterhin um jeden Zentimeter Rasen, gingen hart in die Zweikämpfe - doch immer mehr war auch die Erschöpfung bei den Akteuren zu sehen.

Doch die "Roten" waren es, die scheinbar noch eine Büchse Spinat auf Reserve hatten. In der 79. Minute war es wieder Jeong, der den Überblick behielt und einen hohen Pass vor das Löwen-Gehäuse spielte. 

Während sich scheinbar alle darauf konzentrierten, dass nicht schon wieder Wriedt zum Zug kam, lauerte nur ein paar Schritte dahinter Malik Tillmann. Völlig allein gelassen schoss er die Bayern in Führung und erzielte den 2:1-Endstand.

Liga-Neuling FC Bayern München II darf übrigens wegen des Profi-Teams in der 1. Bundesliga nicht mehr weiter aufsteigen. Laut Regularien muss mindestens eine Liga zwischen beiden Mannschaften bleiben.

Titelfoto: imago images / foto2press

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