TSV 1860 München feiert Coup gegen Dynamo: Kult-Stimme verkündet Abschied

München - Der Bart bleibt erstmal dran. Nach dem Coup gegen Spitzenreiter Dynamo Dresden klärte Löwen-Trainer Michael Köllner (51) auch noch die haarigste Frage.

Phillipp Steinhart (l.) feiert mit Sascha Mölders seinen Treffer, der den Löwen zum Sieg gegen Dynamo Dresden reichte.
Phillipp Steinhart (l.) feiert mit Sascha Mölders seinen Treffer, der den Löwen zum Sieg gegen Dynamo Dresden reichte.  © IMAGO / Lackovic​

"Den lassen wir jetzt mal so, und dann schauen wir weiter, wie die nächsten Spiele ausgehen", sagte der Coach des TSV 1860 München über seinen neuen Bart, den er sich eigentlich mal aus Frust hatte stehen lassen, nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg am Montagabend in der 3. Liga.

Die Bart-Frage war natürlich nur eine Randnotiz. Viel spannender ist die Sache mit den Aufstiegschancen. Denn neun Spieltage vor dem Saisonende können sich die Münchner Löwen weiter zumindest leise Hoffnungen machen, vielleicht noch das Triumvirat an der Spitze zu sprengen.

"Die ersten Drei sind schon so gut wie weg", meinte Köllner bei Magentasport über Tabellenführer Dresden (58 Punkte), Hansa Rostock und den FC Ingolstadt (jeweils 57 Zähler). "Wir schauen, was in den letzten Spielen noch möglich ist."

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Die Sechzger, die Vierter mit 48 Punkten sind, müssen aber erstmal ihre Angelegenheiten "erledigen und hoffen, dass vorne irgendwas passiert."

Mit Was-wäre-wenn-Szenarien will sich Köllner aber ohnehin nicht aufhalten. "Das ist mir zu viel Konjunktiv", kommentierte der frühere Trainer des 1. FC Nürnberg. Kann seine Mannschaft nochmal rankommen? "Vielleicht. Man wird sehen."

TSV 1860 München gelingt Lucky Punch gegen Dynamo Dresden

Stefan Schneider (58) hört nach fast 30 Jahren als Stadionsprecher des TSV 1860 München auf.
Stefan Schneider (58) hört nach fast 30 Jahren als Stadionsprecher des TSV 1860 München auf.  © IMAGO / Beautiful Sports

In einem Duell auf "Top-Niveau", wie Köllner meinte, hätte Oldie Sascha Mölders (36) die Münchner früh in Führung bringen können. Doch dessen Schuss lenkte Dynamo-Keeper Kevin Broll mit einem starken Reflex in der 13. Minute an die Latte.

Auf der Gegenseite konnte sich auch 1860-Schlussmann Marco Hiller auszeichnen, zum Beispiel bei einem Kopfball von Tim Knipping (74.).

Während Ransford Königsdörffer (84.) aber mit einer Riesenchance den Treffer für die Sachsen verpasste, schlug Phillipp Steinhart (86.) für die Hausherren zu. "Das war ein Spiel auf Augenhöhe, und ich bin sehr froh, dass uns der 'Lucky Punch' gelungen ist", sagte der Verteidiger nach dem dritten Zu-null-Spiel des TSV 1860 München.

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Die Hoffnung auf den Aufstieg gibt Steinhart nicht auf. "Wir haben lange noch nicht aufgesteckt", versicherte er und wollte von einem bloßen "Geträume" von der 2. Bundesliga nichts wissen.

"Wir schauen, was wir aus den letzten Spielen für uns noch rausholen können."

1860-Stadionsprecher Stefan Schneider erklärt Abschied

Die künftigen Partien wird die langjährige Kult-Stimme der Löwen dagegen nur noch als Privatmann mitverfolgen. Am Rande der Partie erklärte Stadionsprecher Stefan Schneider (58) seinen sofortigen Abschied und will - sobald es in Corona-Zeiten wieder erlaubt ist - das Team als Fan von der Tribüne aus anfeuern.

Fast 30 Jahre und insgesamt 602 Spiele begleitete seine Stimme die Partien von 1860.

"Ich habe ganz lange darüber nachgedacht. Ich hatte seit 30 Jahren so gut wie kein freies Wochenende", sagte Schneider. "Es ist an der Zeit, dass ich mehr Zeit für mich habe."

Köllner kündigte jedoch schon mal an, mit dem ehemaligen Radiomoderatoren bei einem Glas Weißwein nochmal darüber sprechen zu wollen. Nach 28 Jahren in dieser Funktion sei ein Abschied aber auch ein "völlig normaler" Vorgang.

Titelfoto: IMAGO / Beautiful Sports

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