TSV 1860 München hämmert den VfB Lübeck aus dem Grünwalder

München - Was für eine bärenstarke Leistung der Löwen! Es war das erste Liga-Duell in der Geschichte zwischen dem TSV 1860 München dem VfB Lübeck - und es endete mit einem Torgewitter. Am Ende stand ein 4:1 (2:1) zu Buche.

Sascha Mölders (M.) gratuliert Richard Neudecker zu seinem 3:1-Treffer.
Sascha Mölders (M.) gratuliert Richard Neudecker zu seinem 3:1-Treffer.  © Imago Images / MIS

Die Tore für die Sechziger im Stadion an der Grünwalder Straße, in das erneut keine Fans durften, schossen Marius Willsch zum 1:1 (29. Minute), Sascha Mölders zum 2:1 (36.), Richard Neudecker zum 3:1 (63.) und Stefan Lex zum 4:1 (66.). Patrick Hobsch (7.) traf zur 1:0-Führung für den VfB Lübeck.

1860-Trainer Michael Köllner hatte, wie er selbst vor dem Spiel sagte, lediglich eine rein taktische Änderung in der Startelf vorgenommen: Daniel Wein stand für Dennis Erdmann auf dem Platz.

Bei den Gästen wurde etwas mehr geschraubt. Coach Rolf Landerl ließ Sven Mende, Martin Röser und Elsamed Ramaj auf der Bank, Mirko Boland, Patrick Hobsch und Thorben Deters rückten dafür in die Startaufstellung.

Beide Mannschaften wollten schon sehr früh zeigen, wer an diesem Tag der Herr im Haus ist - und legten entsprechend angriffslustig los. Dies gelang Lübeck aber zu Anfang eine Spur besser, was schnell auf der Anzeigetafel zu sehen war.

Denn in der siebten Minute wirkte die geänderte Aufstellung der Gäste bereits: Geburtstagskind Hobsch, Sohn des ehemaligen 1860-Stürmers Bernd Hobsch, arbeitete sich von der Mitte kommend im Strafraum nach rechts und schob den Ball fast schon zu entspannt durch die Beine des mitgelaufenen Löwen-Keepers Marco Hiller zum ersten Treffer der Partie ein.

Die Gastgeber zeigten sich unbeeindruckt - allerdings lange auch ohne Zählbares. Die beste Chance hatte noch Quirin Moll in der 26. Minute bei einem Freistoß aus 26 Metern. Viel hatte bei dem Hammerschuss aufs Gehäuse von Gäste-Keeper und Ex-Bayern-Keeper Lukas Raeder nicht gefehlt und er wäre ins Netz gegangen, statt knapp rechts vorbei. Doch ein Ausgleich lag nun deutlich in der Luft.

Die Löwen gaben nicht nach, bombardierten das Gäste-Tor regelrecht mit Schüssen, scheiterten aber ständig an Gäste-Torwart Raeder. Bis es dann in der 29. Minute doch krachte. Phillipp Steinhart flankte von links in die Mitte, Willsch versuchte einfach direkt sein Glück, der Ball erwischte unterwegs den verteidigenden Ersin Zehir am Bein und dieser fälschte das Leder unfreiwillig zum 1:1-Ausgleich ab.

Startaufstellung des TSV 1860 München gegen den VfB Lübeck

Anfangself des VfB Lübeck gegen den TSV 1860 München

TSV 1860 München leitet gegen VfB Lübeck mit einem Konter den Sieg ein

Daniel Wein (l.) und Sascha Mölders bejubeln den Sieg der Münchner Löwen.
Daniel Wein (l.) und Sascha Mölders bejubeln den Sieg der Münchner Löwen.  © imago images / Sven Simon

Dann wurde es in der 36. Minute turbulent: Die Lübecker waren im Angriff und rissen bei einem Schuss in die Maschen bereits die Arme nach oben, doch der vermeintliche Torschütze Hobsch stand im Abseits. 

Noch während sich alle leicht verwirrt anschauten, startete Mölders in die gegnerische Hälfte, bekam den Abschlag passgenau in den Fuß gelegt und sah sich mutterseelenallein zwei Verteidigern und einem Torwart gegenüber - allerdings alle drei viel zu weit weg vom Lübecker Gehäuse. Also lupfte er die Kugel im hohen Bogen über seine Gegenspieler und millimetergenau unter die Latte zum 2:1.

Zwar hatten die Lübecker bis zu diesem Zeitpunkt phasenweise leichte Oberhand, dennoch wendete sich spätestens jetzt das Blatt. Beide Teams waren zwar in Wettkampflaune, doch nun schienen die Münchner mehr Kontrolle zu erlangen. Die Halbzeit kam den Gästen zu diesem Zeitpunkt entsprechend mehr als nur gelegen.

Personell unverändert ging es in die zweite Hälfte und wieder starteten beide Mannschaften energisch. Lübeck hatte von Beginn an mehr Ballbesitz und wollte den Ausgleich mit aller Gewalt erzwingen. Dadurch gab es in der 51. Minute turbulente Szenen: Löwen-Keeper Hiller ging nach links zu weit aus dem Tor, ein Querschuss vors Tor wurde von Willsch mit dem Fuß pariert und landete direkt mittig vor Thorben Deters. Der musste nur noch aus drei Metern versenken, scheiterte aber an dem erneut hereingrätschenden Willsch und der Ball ging über das Tor. 

Beide Mannschaften lieferten sich ein Schuss-Gewitter und sorgten für zahlreiche abgenagte Fingernägel unter den (TV-)Zuschauern - bis es in der 63. Minute erneut schepperte.

Im eigenen Strafraum klärten die Lübecker mit einem Befreiungsschlag, Willsch kam an die Kugel und flanke von rechts in die Mitte, wo Richard Neudecker stand und frech mit dem Absatz am kurzen Pfosten vorbei zum 3:1 einschob. Neudecker hatte bis dahin einige Großchancen vergeben und durfte nun doch noch endlich jubeln.

Alle Hoffnungen der Lübecker, diesen Rückstand noch einmal zu drehen, erhielten drei Minuten später einen weiteren Dämpfer. In der Gästehälfte sprang der Ball - abgefälscht durch einen VfB-Spieler - ans Bein von Stefan Lex und der Angreifer konnte ungehindert auf Raeders Gehäuse zulaufen und halbhoch rechts zum 4:1 einschießen. Die Körpersprache der VfB-Spieler sprach nun Bände.

Die Löwen schalteten daraufhin einen Gang runter und so blieb es bei insgesamt fünf Treffern bei der ersten Liga-Begegnung dieser beiden Mannschaften.

Titelfoto: Imago Images / MIS

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