TSV 1860 München schnuppert am Aufstieg: Köllner will "im Hier und Jetzt" bleiben

München - Die Fans des TSV 1860 München probten bereits die Aufstiegsparty, die Spieler unterstrichen die Zweitliga-Form - nur der Trainer blockt jeden Verweis auf den näher rückenden Coup weiter beharrlich ab.

Löwen-Coach Michael Köllner (51) will nicht über einen mögliche Aufstieg spekulieren.
Löwen-Coach Michael Köllner (51) will nicht über einen mögliche Aufstieg spekulieren.  © Marius Becker/dpa

Nach einem beeindruckend souveränen 3:0 (1:0) über den 1. FC Kaiserslautern wird die Rückkehr der Münchner Löwen in die 2. Bundesliga vom fernen Traum immer mehr zum greifbaren Ziel.

"So wie wir momentan drauf sind, ist alles möglich", sagte Sechzig-Profi Phillipp Steinhart (28) nach dem ungefährdeten Heimerfolg am Dienstagabend bei MagentaSport.

Im extrem spannenden Kampf um die Aufstiegsplätze der 3. Liga zog der TSV am FC Ingolstadt, der beim Tabellenzweiten in Rostock 1:1 spielte, vorbei und rangiert nun auf dem Relegationsplatz drei.

TSV 1860 München: Uli Hoeneß vermittelte Investor Ismaik an die Löwen
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Zwischen Tabellenführer Dynamo Dresden (66 Punkte), Rostock (66), 1860 (64) und dem FCI (64) liegen drei Spieltage vor Schluss zur zwei Punkte.

Mit dem Klassement und möglichen Szenarien im Saisonfinish mochte sich Löwen-Trainer Michael Köllner (51) aber nicht beschäftigen. Der Coach will ohne Ablenkung den Schwung seiner Truppe aufrechterhalten.

"Bei mir geht es immer Schritt für Schritt", sagte er und erwiderte auf die Frage, ob man nicht jetzt nach neun ungeschlagenen Partien nacheinander und der Tabellenspitze in Reichweite mit ihm endlich über den Aufstieg reden könne: "Mit Reden kriegt man nix."

Löwen-Fans stehen für Mannschaftsbus Spalier

Der TSV 1860 München hat einen Lauf. Der Aufstieg ist zum Greifen nahe.
Der TSV 1860 München hat einen Lauf. Der Aufstieg ist zum Greifen nahe.  © picture alliance / Sven Hoppe/dpa

Die verbale Zurückhaltung des Trainer steht im krassen Gegensatz zur Leistung seiner Schützlinge auf dem Feld. Der gegen den Abstieg spielende 1. FC Kaiserslautern hatte im Grünwalder Stadion gar keine Chance: Richard Neudecker (31. Minute) und Steinhart per Doppelpack (52./69.) - das 2:0 via Foulelfmeter - trafen zum klaren Erfolg.

Dass die Sechzger ihren bärenstarken Lauf im Frühjahr ohne Fans auf den Rängen zeigen, ist der einzige Wermutstropfen. Um dem Team ihre Unterstützung zu zeigen, säumten am Dienstag aber Hunderte Anhänger mit Fahnen und Schals die Straße vor dem Grünwalder Stadion und errichteten für den Mannschaftsbus ein Spalier.

"Beeindruckend", fand Köllner die Aktion, "das ist natürlich ein Stück Extra-Motivation".

TSV 1860 München zwischen Wut und Stolz: "Frustsaufen"
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In Wiesbaden (8.), gegen Bayern II (16.) und in Ingolstadt (22.) müssen die Löwen noch ran, dann könnte vier Jahre nach dem Zwangsabstieg die Rückkehr in Liga zwei feststehen. So weit will Köllner freilich nicht blicken.

"Wir bleiben mit dem Kopf im Hier und Jetzt. Wir wollen gewinnen, dann ergeben sich die Dinge von allein."

"Jedes Spiel, das wir vor der Brust haben, ist ein Endspiel"

Womöglich entscheidet sich der Aufstieg - oder die Teilnahme an der Relegation - erst am finalen Spieltag im Bayern-Duell zwischen dem FCI und 1860. Die Ingolstädter jedenfalls bleiben nach dem 1:1 in Rostock optimistisch.

Trainer Tomas Oral (48) wollte "nicht von einem Rückschlag sprechen und mir ist auch nicht bange". Weil die Führung durch Dennis Eckert Ayensa (57.) nur bis zum Ausgleich durch John Verhoek (69.) hielt, verkomplizierte sich die Ingolstädter Lage.

Dennoch ist alles möglich. "Jedes Spiel, das wir vor der Brust haben, ist ein Endspiel", meinte Mittelfeldspieler Robin Krauße. "Denn an der Tabellenspitze war es vor der Partie eng und ist es weiterhin. Es sind immer noch drei Spiele, die nun ausstehen. Deswegen gilt: Vollgas!"

Titelfoto: Marius Becker/dpa

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