TSV 1860 München zwischen Wut und Stolz: "Frustsaufen"

Ingolstadt - Im Jubel des FC Ingolstadt über die nächste Aufstiegschance in der Relegation kämpften die erschöpften Löwen um ihren tief traurigen Anführer Sascha Mölders mit Wut und Frust. Nach einer frühen Roten Karte für Torwart Marco Hiller konnte der TSV 1860 München am Samstag in Unterzahl den FCI in der 3. Fußball-Liga nicht mehr von Platz drei verdrängen, sondern verlor mit 1:3 (0:2).

Phillipp Steinhart von TSV 1860 München liegt nach dem mit 3:1 verlorenen Spiel gegen Ingolstadt enttäuscht auf dem Rasen.
Phillipp Steinhart von TSV 1860 München liegt nach dem mit 3:1 verlorenen Spiel gegen Ingolstadt enttäuscht auf dem Rasen.  © Armin Weigel/dpa

"Das fühlt sich brutal an", sagte Löwen-Coach Michael Köllner nach der von vielen Emotionen geprägten Partie.

Er kündigte "Frustsaufen" an und einen neuen Angriff mit den Sechzigern in der kommenden Saison. "Der Geist der Mannschaft ist sensationell. Wir werden unseren Weg weitergehen", sagte der ehemalige Aufstiegscoach des 1. FC Nürnberg.

Kapitän Stefan Kutschke (26. Minute), Spielmacher Marc Stendera (44.) und Marcel Gaus per Foulelfmeter (90.+2) trafen für die glücklichen Schanzer, die ihre Überzahl nur vor der Pause gut ausspielten.

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Der eingewechselte Dennis Eckert Ayensa verschoss zudem einen weiteren Strafstoß (90.+1) für die Schanzer, die zwei Jahre nach dem Abstieg wieder hoch in die 2. Bundesliga drängen. "Wir sind heilfroh, dass wir die Relegation erreicht haben", kommentierte Torjäger Kutschke.

Auch mit zehn Mann bewiesen die Münchner Löwen große Moral. Die Belohnung war das 1:2-Anschlusstor von Verteidiger Dennis Erdmann (81.). Zu mehr reichte es für Köllners Team nicht.

"Die Enttäuschung sitzt tief. Wie die Mannschaft bis zum Schluss gefightet hat, das ist großer Charakter", sagte Sportchef Günther Gorenzel. Die vielen mitgereisten Löwen-Fans feierten ihr Team vorm Stadion trotzdem.

Löwen-Coach Köllner: "Die Mannschaft hat trotzdem alles rausgehauen"

Die Mannschaft von 1860 München steht nach der bitteren Niederlage vor ihren mitgereisten Fans.
Die Mannschaft von 1860 München steht nach der bitteren Niederlage vor ihren mitgereisten Fans.  © Armin Weigel/dpa

Die Gäste hätten gewinnen müssen, um Platz drei zu erobern. Doch die Notbremse von Torwart Hiller, der außerhalb des Strafraums den ihn umkurvenden FCI-Angreifer Fatih Kaya foulte, wog einfach zu schwer.

"Die Rote Karte hat die Statik des Spiels komplett verändert", haderte Köllner: "Die Mannschaft hat trotzdem alles rausgehauen."

Für die Schanzer lag am letzten Spieltag sogar der direkte Aufstieg kurz in Reichweite, da Hansa Rostock beim 1:1 gegen Absteiger VfB Lübeck erst zurücklag und den zweiten Platz am Ende nur wegen der besseren Tordifferenz verteidigen konnte.

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Der punktgleiche FCI hätte schon mit fünf Toren Unterschied gegen die Löwen gewinnen müssen.

In der Relegation trifft Ingolstadt am 27. und 30. Mai auf den Drittletzten der 2. Liga. Vier Clubs kommen infrage: Jahn Regensburg, SV Sandhausen, VfL Osnabrück oder Eintracht Braunschweig.

"Scheißegal gegen wen, Hauptsache wir ziehen es diesmal", sagte FCI-Coach Tomas Oral: "Der Liebe Gott hat es gewollt, dass wir ein drittes Mal in der Relegation stehen."

2019 stieg er mit Ingolstadt ab, 2020 misslang der direkte Wiederaufstieg in einem dramatischen Duell mit dem 1. FC Nürnberg. "Aller guten Dinge sind drei", sagte Kutschke kämpferisch. Ein drittes Scheitern in der Relegation wolle er "nicht erleben".

Titelfoto: Armin Weigel/dpa

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