TSV 1860 plant gegen Karlsruhe nächsten Coup: "In jedem Spieler muss es lodern"

München - Der große FC Bayern München ist schon raus. Stadtrivale TSV 1860 München kann dagegen im Achtelfinale des DFB-Pokals seinen Nimbus als Schrecken der Zweitligisten bestätigen. Es geht um Ruhm - und um sehr, sehr viel Geld.

Voller Vorfreude ins Achtelfinale: Michael Köllner (52) will mit dem TSV 1860 München auch den Karlsruher SC aus dem DFB-Pokal werfen.
Voller Vorfreude ins Achtelfinale: Michael Köllner (52) will mit dem TSV 1860 München auch den Karlsruher SC aus dem DFB-Pokal werfen.  © Angelika Warmuth/dpa

SV Darmstadt 98, FC Schalke 04 - und jetzt der Karlsruher SC? Die Löwen wollen im gleißenden Scheinwerferlicht des Pokals auch ohne seine lautstarken Fans im Rücken den Nimbus als Schrecken der Fußball-Zweitligisten erhalten.

Trainer Michael Köllner (52) erklärte den Karlsruher SC zwar zum "klaren Favoriten", aber das hatte er auch schon vor dem Erstrundenerfolg gegen Darmstadt 98 im Elfmeterschießen und beim 1:0 vor 15.000 enthusiastischen Zuschauern in der zweiten Runde gegen den FC Schalke 04 getan.

"Wir müssen über uns hinauswachsen und ein bockstarkes Spiel abliefern", sagte Köllner zum Plan am Dienstagabend (18.30 Uhr). Der 52-Jährige wird vor dem Anpfiff wieder als so wichtiger Heißmacher für seine Mannschaft auftreten. "Es muss in jedem Spieler richtig lodern", fordert der Coach deutlich.

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Nach dem gelungenen Start ins neue Jahr beim 3:2-Kraftakt gegen den SV Wehen Wiesbaden nach 0:2-Rückstand strotzt der Drittligist vor Tatendrang. Das Ziel ist klar. "Wir gehen ins Achtelfinale, um es zu gewinnen. Das trauen wir uns auch zu.

Wir wollen den KSC zum Verzweifeln bringen", kündigte Abwehrspieler Stephan Salger (31) vor dem Duell voller Vorfreude an.

Es geht um sehr viel für den DFB-Pokalsieger von 1942 und 1964: Renommee und Geld.

TSV 1860 München hat bislang einzigen Vergleich mit Karlsruher SC im DFB-Pokal für sich entschieden

1860-Keeper Marco Hiller (24) glaubt an die Chance des TSV 1860 München gegen den Karlsruher SC im Achtelfinale des DFB-Pokals.
1860-Keeper Marco Hiller (24) glaubt an die Chance des TSV 1860 München gegen den Karlsruher SC im Achtelfinale des DFB-Pokals.  © Sven Hoppe/dpa

"Für 60 ist das eine andere Darstellung als in der 3. Liga und finanziell reizvoll", sagte Köllner.

Rund eine Million Euro Prämie würde der Vorstoß ins Viertelfinale einbringen. Geld, das zum Teil noch im Januar in den Kader investiert werden könnte. "Wenn du Mehreinnahmen erzielst, gehe ich davon aus, dass Dinge leichter umsetzbar sind", sagte Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel (50).

Die Löwen sind unter lauten Erst- und Zweiligisten der einzige Drittligist im Achtelfinale. Sie sind zudem der letzte bayerische Vertreter. Vor allem aber ist der Stadtrivale FC Bayern schon raus.

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"Das ist für unsere Fans eine schöne Randnotiz oder eine wichtige Notiz, in dem Wettbewerb aktuell die Nummer 1 in der Stadt zu sein", bemerkte Köllner mit einem entsprechend großen Lächeln im Gesicht.

Es hat sich einiges getan bei den Sechzigern um den Jahreswechsel.

Seit Kultstürmer Sascha Mölders (36) aussortiert wurde, treten die Löwen als verschworene Einheit auf. Und sie sind mit einer veränderten Spielweise und einer Dreierkette in der Abwehr plötzlich erfolgreich. Eine Schlüsselrolle gegen Karlsruhe, das in der zweiten Runde den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen besiegte, dürfte einmal mehr Marco Hiller (24) zukommen.

Der Torwart, als "Hiller, the Killer" verehrt, ist ein Pokalspezialist, ganz besonders in Elfmeterschießen. "Wir haben eine realistische Chance", sagt der 24-Jährige selbstbewusst.

1860 gegen KSC - diese Paarung gab es im DFB-Pokal erst einmal: Am 20. August 2016 gewannen die Löwen in der ersten Runde nach Toren von Stefan Aigner (34) und Karim Matmour (36) mit 2:1. "Wir sind sicher in der Lage, den KSC zu schlagen", sagte Köllner. Aber auch ohne Zuschauer im Grünwalder Stadion? "Das ist eher ein Vorteil für den KSC."

Titelfoto: Angelika Warmuth/dpa

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