Beim VfB Stuttgart kristallisiert sich ein gefährliches Machtgefälle heraus

Stuttgart - Nach fünf Partien in Folge sieg- und torlos machte sich der VfB Stuttgart auf und davon!

Seine Dribbelkünste braucht der VfB Stuttgart im Abstiegskampf: Silas Katompa Mvumpa (23).
Seine Dribbelkünste braucht der VfB Stuttgart im Abstiegskampf: Silas Katompa Mvumpa (23).  © Tom Weller/dpa

Seit Sonntag befindet sich der Schwaben-Tross im Trainingslager in Marbella (Spanien) und versucht mitten im Abstiegskampf, die Kräfte zu bündeln und mal den Kopf freizubekommen.

Das ist auch bitter nötig. Denn vor allem nach dem 0:0 zum Rückrundenauftakt gegen die abgeschlagene SpVgg Greuther Fürth und dem schwachen Auftritt beim SC Freiburg (0:2) stellte sich die Frage: Wie soll Stuttgart aus diesem Schlamassel rauskommen?

Eines der großen Probleme der Hinrunde war das Verletzungspech des VfB. Viele Schlüsselspieler, wie Silas Katompa Mvumpa (23, Kreuzbandriss) und Sasa Kalajdzic (24, Schulterluxation), fielen nahezu komplett aus.

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Ein Problem, das sich mit Beginn des neuen Jahres nicht in Luft auflöste. Denn weder Kalajdzic noch Silas konnten nach monatelangem Ausfall so schnell zu alter Stärke zurückfinden. Hinzu kam, dass letzterer wegen einer Corona-Infektion erneut ausfiel.

Der VfB Stuttgart ist auf Silas Katompa Mvumpa und Sasa Kalajdzic angewiesen

Sasa Kalajdzic (24, M.) muss erst noch zu seiner alten Form zurückfinden.
Sasa Kalajdzic (24, M.) muss erst noch zu seiner alten Form zurückfinden.  © Tom Weller/dpa

Das Verletzungsproblem hat noch andere Konsequenzen. So ist ein weiterer Grund für die VfB-Misere die mangelhafte Einstellung mancher Profis, weshalb die Schwaben für das Projekt Klassenerhalt dringend Führungsspieler suchen.

Einer dieser soll Kalajdzic sein, wie Sportdirektor Sven Mislintat (49) am Rande des Trainingslagers gegenüber der dpa sagte.

Die Krux: Der Angreifer ist zunächst - berechtigterweise - mehr damit beschäftigt, seine eigene Form zu finden.

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Weitere Kicker mit Führungsanspruch seien laut Mislintat Kapitän Wataru Endo (28), Konstantinos Mavropanos (24) und Waldemar Anton (25).

Auffällig ist, dass es sich dabei einzig um Defensivspieler handelt. Von einem Offensivmann wie Philipp Förster (26) ist zum Beispiel überhaupt nicht die Rede. Geschweige denn von einem Daniel Didavi (31), der in der Planung von Coach Pellegrino Matarazzo (44) keine Rolle mehr zu spielen scheint. Und ein Chris Führich (24) läuft nach mehreren Ausfällen ebenfalls seiner Form hinterher.

Kalajdzic und Silas könnten dieses Machtgefälle zwischen Defensive und Offensive ausgleichen. So muss der VfB jetzt hoffen, dass die beiden Stars im Trainingslager die für den Abstiegskrimi benötigte Form gewinnen, sodass sie auf dem Platz körperlich und spielerisch wieder Präsenz zeigen. Ansonsten wird es für den VfB Stuttgart eng in dieser Saison.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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