Daimler-Mann Porth bindet Verbleib beim VfB an Präsidenten-Wahl, Fans haben klare Haltung

Stuttgart - Wenn die Mitglieder des VfB Stuttgart am 18. Juli ihren neuen Präsidenten wählen, könnte dies das Ende von Aufsichtsratsmitglied Wilfried Porth (62) beim schwäbischen Traditionsklub einleiten.

Die VfB-Mitglieder wählen am 18. Juli entweder Pierre-Enric Steiger (49, l.) oder Claus Vogt (51) zum neuen Vereinspräsidenten.
Die VfB-Mitglieder wählen am 18. Juli entweder Pierre-Enric Steiger (49, l.) oder Claus Vogt (51) zum neuen Vereinspräsidenten.  © VfB Stuttgart

Denn der Personalvorstand von Daimler, der sich 2022 nach 13 Jahren Zugehörigkeit im AG-Vorstand des Autobauers in den Ruhestand verabschieden wird, macht seinen Verbleib im VfB-Aufsichtsrat "vom Ausgang der Präsidentenwahl" abhängig. Dies verriet er der Stuttgarter Zeitung.

Die mehr als 71.000 VfB-Mitglieder können sich entweder für den aktuellen Präsidenten Claus Vogt (51) oder seinen Herausforderer Pierre-Enric Steiger (49) entscheiden. Sollte Ersterer für vier weitere Jahre im Amt bestätigt werden, dürfte Porth wohl auch beim Bundesligisten seinen Hut ziehen.

"Meine kritische Haltung zu Herrn Vogt ist bekannt. Und es gibt keinen Grund, diese zu ändern", machte der Manager, der auch der Südwestmetall vorsteht, unmissverständlich klar. Im Falle einer Steiger-Wahl sähe das wohl anders aus, wenngleich der 62-Jährige angab, den Präsidenten der Björn Steiger Stiftung nicht zu kennen.

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Den Versuch einer Zusammenarbeit würde es aber offenbar geben.

Wilfried Porth gerät mit seinen jüngsten Aussagen erneut ins Kreuzfeuer der VfB-Mitglieder

Wilfried Porth (62) scheidet 2022 aus dem Daimler-Konzern aus. Auch seine Zeit im VfB-Aufsichtsrat könnte zu Ende gehen.
Wilfried Porth (62) scheidet 2022 aus dem Daimler-Konzern aus. Auch seine Zeit im VfB-Aufsichtsrat könnte zu Ende gehen.  © Tom Weller/dpa

Wilfried Porth ist nach den großen personellen Umwälzungen beim VfB infolge des Datenskandals und des Machtkampfs einer der letzten großen im Verein verbliebenen Namen, der den sogenannten alten Seilschaften rund um Ex-Präsident Wolfgang Dietrich (72) zugeschrieben wird.

Bei den Fans geriet er bereits zu der Zeit, als Dietrich noch in Amt und Würden war, ins Kreuzfeuer. Auf Twitter machte der Hashtag #FortmitPorth munter die Runde.

Die Spannungen zum bei vielen Mitgliedern beliebten Präsidenten Vogt gossen ebenso Öl ins Feuer wie Manipulationsgerüchte rund um die Ausgliederung 2017, in deren Zusammenhang Porth sich möglicherweise verplapperte.

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Auf seine jüngsten Aussagen reagierten die VfB-Anhänger einheitlich und wünschen sich dessen Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat. "Willfried Porth kann den Aufsichtsrat gerne verlassen – unter keiner Bedingung", twitterte beispielsweise VfB-Blogger Tim Artmann.

VfB-Fan "SvenSation" meint: "Dass Porth denkt, hier eine Drohkulisse aufzubauen ("Wenn ihr Vogt wählt, bin ich weg!") ist zugleich hochgradig komisch als auch entlarvend."

Und Podcaster Lennart Sauerwald wurde extrem deutlich: "Dass der Vertreter des heiligen Ankerinvestors schon wieder versucht, die Mitglieder des e.V. in ihrer Wahl zu beeinflussen, ist ungeheuerlich. Verpiss Dich endlich, Du Spalter!"

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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