Die tragische Geschichte um VfB-Star Silas: "Wir wussten nicht, ob er noch lebt"

Stuttgart - Die Geschichte von Silas Katompa Mvumpa (22) hat gezeigt, wie abscheulich das Fußballgeschäft sein kann. Nun gibt es neue Details darüber, wie die Geschäfte rund um den Star des VfB Stuttgart abgelaufen sind.

Silas Katompa Mvumpa (22, l.) bekommt beim VfB volle Unterstützung, hier wird der Kongolese von seinem Coach Pellegrino Matarazzo (43, r.) geherzt.
Silas Katompa Mvumpa (22, l.) bekommt beim VfB volle Unterstützung, hier wird der Kongolese von seinem Coach Pellegrino Matarazzo (43, r.) geherzt.  © Tom Weller/dpa

Im vergangenen Juni legte Katompa Mvumpa alles offen und gab zu, jahrelang als Silas Wamangituka unter falschem Namen gespielt zu haben.

Ein windiger Berater hatte den jungen Kongolesen kurz vor seinem Sprung nach Europa mächtig unter Druck gesetzt. Silas war im Jahr 2017 gerade beim RSC Anderlecht zum Probetraining, als ihn Olivier Belesie unter seine Fittiche nahm.

Wie die Bild berichtet, soll der Spielerberater Silas belogen haben. Er machte dem Stürmer mit dem Horror-Szenario Angst, dass die Tür nach Europa für ihn für immer zu sei, sollte er nochmal nach Afrika zurückkehren.

Die VfB-Zukunft steht auf dem Spiel: Welche Lücke hinterlässt Thomas Hitzlsperger?
VfB Stuttgart Die VfB-Zukunft steht auf dem Spiel: Welche Lücke hinterlässt Thomas Hitzlsperger?

Dann kümmerte sich Belesie offenbar um einen neuen Pass für seinen angehenden Superstar. Den nannte er jetzt Silas Wamangituka und machte ihn ein Jahr jünger.

Der Grund: Vermutlich, um beim Transfer des Kongolesen, zum FC Paris, komplett abkassieren zu können.

"Als Silas weg war, habe ich jeden Tag geweint"

Silas Katompa Mvumpa (22) erholt sich derzeit von einem Kreuzbandriss.
Silas Katompa Mvumpa (22) erholt sich derzeit von einem Kreuzbandriss.  © Tom Weller/dpa

Denn der Spielerberater gab mit dem FC Olympique Matete zudem einen falschen Jugendklub im Lebenslauf von Silas an. Dadurch konnte Belesie wohl die gesamte Entschädigung absahnen, die unter anderem dem Ausbildungsverein AC Matonge zugestanden hätte.

Und noch mehr: Nach Bild-Recherche soll der Berater monatlich 70.000 Euro von Silas Konto abgezweigt haben.

Auch der afrikanische Profiklub MK Etancheite, der Silas zunächst vom AC Matonge holte, ging leer aus. Dessen Besitzer Max Mokey Nza Ngi (59) will demnächst zum VfB reisen: "Wir wollen das freundschaftlich mit Stuttgart regeln." Die Schwaben haben bisher nur eine Entschädigung an die Pariser gezahlt.

Sportdirektor Mislintat als "Hitz"-Nachfolger beim VfB? Das sagt der Macher zu seiner Zukunft
VfB Stuttgart Sportdirektor Mislintat als "Hitz"-Nachfolger beim VfB? Das sagt der Macher zu seiner Zukunft

Besonders hart traf die tragische Geschichte um Silas aber vor allem seine Familie im Kongo.

Seine Mutter Marie-Claire (55) sagte gegenüber der Bild: "Als Silas weg war, habe ich jeden Tag geweint. Vier Monate haben wir nichts von ihm gehört, wussten nicht, ob er noch lebt. Und dann, als er sich meldete, war er wie in einem Käfig, konnte nicht frei reden. Ich habe für ihn gebetet."

Titelfoto: Tom Weller/dpa

Mehr zum Thema VfB Stuttgart: