Manipulations-Gerüchte um VfB-Ausgliederung: Verplappert sich hier der Daimler-Vorstand?

Stuttgart - Rund um die Aufklärung der Datenaffäre wurde beim VfB Stuttgart zuletzt viel in der Vergangenheit gewühlt.

Daimler-Vorstand Wilfried Porth (62) sitzt im Aufsichtsrat des VfB Stuttgart.
Daimler-Vorstand Wilfried Porth (62) sitzt im Aufsichtsrat des VfB Stuttgart.  © Tom Weller/dpa

Dabei kamen Vorkommnisse ans Tageslicht, wie die illegale Weitergabe von 100.000 Mitgliederdaten. Dafür musste der schwäbische Traditionsklub 300.000 Euro Bußgeld zahlen.

Doch durch die Ermittlungen geriet auch der 1. Juni 2017 erneut in den Fokus.

Der wohl wichtigste Tag der jüngeren Vereinsgeschichte, an dem 84,2 Prozent der anwesenden Mitglieder für die Ausgliederung der Profiabteilung in eine AG stimmten.

Dass bei dieser Mitgliederversammlung aber nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein soll, darüber berichtete Anfang Februar bereits der Spiegel. Dem Magazin lag ein Bericht der Kanzlei Esecon vor, die für die Aufklärung der Datenaffäre engagiert wurde.

Dabei fiel den Ermittlern auf: Rund 3000 der 12.000 anwesenden Mitglieder haben in der Entscheidung um die Ausgliederung nicht abgestimmt - ein Viertel!

VfB-Aufsichtsrat Wilfried Porth schimpft und verrät scheinbar pikantes Detail

Bei der Abstimmung für die Ausgliederung der VfB-Profiabteilung zur AG soll nicht alles rechtens gewesen sein.
Bei der Abstimmung für die Ausgliederung der VfB-Profiabteilung zur AG soll nicht alles rechtens gewesen sein.  © Christoph Schmidt/dpa

Warum dies der Fall war, ist unklar.

Es kamen Manipulationsvorwürfe auf, gegen die sich der VfB mit Vehemenz wehrte. Doch ein Augenzeuge, der sich laut Spiegel an Esecon gewandt hatte, berichtete von "massiven" technischen Problemen bei den Abstimmungsgeräten.

Vereinzelte Störungen gab der VfB tatsächlich zu, allerdings soll es dazu bei einer nur "mittleren zweistelligen Zahl" gekommen sein.

Zweifel darüber nähren nun Recherchen der Stuttgarter Zeitung, die über einen anderen Vorfall am Rande der Mitgliederversammlung 2019 berichteten. Damals hätte über die Absetzung des damaligen Präsidenten Wolfgang Dietrich (72) entschieden werden sollen, als es zu technischen Problemen kam und die Versammlung abgebrochen werden musste.

Im Anschluss soll sich VfB-Aufsichtsrat und Daimler-Vorstand Wilfried Porth (62) besonders geärgert haben. Laut StZ sollen Zeugen ihn darüber schimpfen gehört haben, wie dies erneut passiert sein konnte, da es 2017 ja bereits nicht funktioniert habe.

Hat sich Porth in diesem Moment verplappert? Hat er tatsächlich zugegeben, dass die Abstimmung, wonach der Autobauer Daimler 41,5 Millionen Euro in den VfB pumpen konnte, nicht rechtens war?

Die Zweifel diesbezüglich lassen sich wohl nicht mehr gänzlich ausräumen. Doch selbst wenn die Ausgliederungsentscheidung nicht korrekt getroffen sein sollte, zurückgenommen wird sie nicht.

Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa

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