Meine Meinung: VAR-Eingriff bei VfB gegen Gladbach ist ein völliges Desaster!

Stuttgart - Aufgrund eines Elfmeters im allerletzten Moment hat der VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach ein 2:2-Unentschieden ergattert. Ein Ergebnis, das - rein sportlich gesehen - verdient war, aber so niemals hätte zustande kommen dürfen.

Silas Wamangituka (21) trifft für den VfB Stuttgart vom Punkt zum 2:2-Last-Minute-Ausgleich.
Silas Wamangituka (21) trifft für den VfB Stuttgart vom Punkt zum 2:2-Last-Minute-Ausgleich.  © dpa/Marijan Murat

Denn die Schwaben waren Nutznießer einer fatalen Fehleinschätzung des VAR.

Es lief bereits die fünfte Minute der Nachspielzeit, als Videoassistentin Bibiana Steinhaus (41) Referee Felix Brych (45) auf einen Zweikampf zwischen Sasa Kalajdzic (23) und Rami Bensebaini (25) hinwies (TAG24 berichtete).

Brych folgte der Anweisung und schaute sich die Szene auf dem Monitor an.

Dabei sah er, dass Bensebaini Kalajdzic umklammerte und der Österreicher zu Fall kam.

Was er nicht sah: VfB-Verteidiger Waldemar Anton berührte Kalajdzic ebenfalls am Fuß und brachte somit seinen Teamkollegen selbst ins Straucheln.

Aufgrund der Bilder, die Brych zur Verfügung gestellt wurden, entschloss sich der Referee dann doch auf den Punkt zu zeigen - ein Skandal in meinen Augen.

Solche Wirr-Warr-Entscheidungen wie bei VfB gegen Gladbach machen den Fußball unberechenbar

Felix Brych (45) schaut sich nochmal die umstrittene Szene an.
Felix Brych (45) schaut sich nochmal die umstrittene Szene an.  © dpa/Marijan Murat

Nicht, dass man das Umklammern von Bensebaini gegen den VfB-Stürmer nicht als Foul bewerten könnte.

Aber: Brych hatte den Zweikampf während des Spiels selbst gesehen und die Situation als nicht strafwürdig bewertet. Er ließ sich erst durch die Zeitlupen-Bilder auf seinem Monitor verunsichern, weshalb er sich schlussendlich gegen sein eigenes Gefühl entschied.

Dies widerspricht dem Sinn des VAR, der nur eingreifen darf, wenn der Schiedsrichter auf dem Platz eine umstrittene Situation nicht wahrnahm oder es sich um eine klare Fehlentscheidung handelte. Beides war nicht der Fall.

Hinzu kommt das Kommunikations-Desaster zwischen Brych und Steinhaus. Im Gegensatz zum Schiedsrichter hatte die Videoassistentin Antons Kontakt gegen Kalajdzic nämlich sehr wohl gesehen. Hätte Brych diese Information gehabt, hätte er nicht auf den Punkt gezeigt, wie er nach der Partie selbst zugab.

So muss man festhalten: Unglücklicher kann eine Schiedsrichterentscheidung kaum ablaufen. Was wir daraus lernen? Meiner Meinung nach, dass sich die Videoassistenten endlich in Zurückhaltung üben müssen. Denn mit solchen Wirr-Warr-Entscheidungen wird der Fußball nicht fairer, sondern schlicht unberechenbar.

Titelfoto: dpa/Marijan Murat

Mehr zum Thema VfB Stuttgart:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0