Meine Meinung: VfB-Coach Matarazzo nimmt den Abstiegskampf an, sein Team nicht!

Stuttgart - Der VfB Stuttgart steckt im Tabellenkeller fest und offenbart schwerwiegende Probleme. Doch für diese ist Coach Pellegrino Matarazzo (44) gewappnet. Ein Kommentar.

Bei der 0:2-Pleite gegen RB Leipzig zeigte der VfB Stuttgart immerhin den Willen zu kämpfen.
Bei der 0:2-Pleite gegen RB Leipzig zeigte der VfB Stuttgart immerhin den Willen zu kämpfen.  © Picture Point/Roger Petzsche

Sachlich, sympathisch und gelassen tritt Matarazzo auf. Der VfB-Coach ist einer, der den Fußball liebt, der detailversessen ist und dennoch Besonnenheit ausstrahlt.

Dass er im Ton auch mal rauer werden kann, zeigte er bislang selten, auch wenn er zuletzt betonte, bei Teamansprachen schon mal "einen roten Kopf" zu bekommen.

Am vergangenen Donnerstag verschärfte er den Ton. Ein wahrlich schwacher Auftritt seiner Mannschaft gegen die abgeschlagene SpVgg Greuther Fürth (0:0) veranlasste Matarazzo dazu, einzelne Spieler in die Pflicht zu nehmen.

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Ihre Leistung sei in der aktuellen Situation nicht zu akzeptieren, schimpfte der Trainer und sendete damit ein wichtiges Signal.

Denn wie nah der dritte Abstieg innerhalb von sieben Jahren für Stuttgart derzeit ist, schien längst nicht bei jedem angekommen zu sein.

So hat sich beim VfB ein Einstellungsproblem eingeschlichen, das sich neben der Verletztenmisere als größte Ursache für die sportliche Talfahrt herauskristallisiert.

Den angeschlagenen SC Freiburg muss der VfB Stuttgart schlagen

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo (44) nimmt seine Mannschaft in die Pflicht.
VfB-Coach Pellegrino Matarazzo (44) nimmt seine Mannschaft in die Pflicht.  © Picture Point/Roger Petzsche

Immerhin ein Fünkchen Hoffnung lieferte dann die Partie gegen RB Leipzig (0:2). Zwar gab es erneut keine Punkte, doch die Mannschaft zeigte Leidenschaft.

Hat es der Trainer mit seinem Warnschuss also geschafft, den Schalter umzulegen?

Wirklich Klarheit darüber herrscht erst am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky), wenn die Schwaben beim angeschlagenen badischen Konkurrenten SC Freiburg antreten.

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Bleibt das Erfolgserlebnis wieder aus, wird es düster. Denn mit seiner öffentlichen Kritik an seinen Profis hat Matarazzo bereits seine erste Patrone im Bundesliga-Existenzkampf verschossen.

Und solche Maßnahmen bergen im Abstiegskampf immer das Risiko, sich schnell abzunutzen, sodass sie gut dosiert werden müssen.

Ein Balanceakt, der allerdings derzeit keinem mehr als Matarazzo zuzutrauen ist. Er selbst scheint den Kampf um den Klassenerhalt jedenfalls angenommen zu haben. Diesen Spirit muss er jetzt nur noch auf seine Mannschaft übertragen.

TAG24-Redakteur Niklas Noack (29).
TAG24-Redakteur Niklas Noack (29).  © TAG24

Titelfoto: Picture Point/Roger Petzsche

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