Modeste-Wahnsinn! Kölns Joker kickt den VfB direkt nach der Einwechslung aus dem Pokal

Stuttgart - Was für eine Show von Anthony Modeste! Der Topstürmer des 1. FC Köln schoss die Mannschaft vom Rhein nach seiner Einwechslung im Alleingang zum 2:0-Sieg (0:0) gegen den VfB Stuttgart und damit ins Achtelfinale des DFB-Pokals.

Aua! Stuttgarts Mateo Klimowicz (l.) liegt nach einem harten Zweikampf neben Kölns Louis Schaub auf dem Spielfeld.
Aua! Stuttgarts Mateo Klimowicz (l.) liegt nach einem harten Zweikampf neben Kölns Louis Schaub auf dem Spielfeld.  © Marijan Murat/dpa

Der Franzose erzielte seine beiden siegbringenden Treffer vor 26.375 Fans beim Flutlicht-Fest in der Mercedes-Benz Arena zu Bad Cannstatt in der 72. und 77. Minute.

Im Gegensatz zum Unentschieden gegen Union Berlin veränderte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo seine Startelf auf drei Positionen: Für Atakan Karazor, Hamadi Al Ghaddioui und Nikolas Nartey durften Daniel Didavi, Orel Mangala und Mateo Klimowicz ran.

Kölns Übungsleiter Steffen Baumgart hingegen schmiss die Rotationsmaschine komplett an und tauschte gleich acht Positionen aus: Lediglich Salih Özcan, Dejan Ljubicic und Kapitän Jonas Hector durften wie schon im Rhein-Derby gegen Leverkusen von Beginn an ran. Doppelpacker und Sturmstar Anthony Modeste saß genau wie Stammkeeper Timo Horn nur auf der Bank.

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Vom Anpfiff an war die Marschroute der Hausherren klar: Die Kölner möglichst früh stören, um das Spiel in die gegnerische Hälfte zu verlagern. Das klappte über weite Strecken auch ordentlich, wobei vor allem von der linken Flanke mit Sosa und Führich Gefahr ausging.

Mit dieser Startelf ging der VfB Stuttgart ins DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Köln

So begann der 1. FC Köln in der 2. Runde des DFB-Pokals beim VfB Stuttgart

Kaum Großchancen in der ersten Halbzeit, bis sich VfB-Abwehrkante Mavropanos ein Herz fasst

Anthony Modeste (2.v.l.) jubelt mit seinen Kölner Teamkollegen über seinen Führungstreffer.
Anthony Modeste (2.v.l.) jubelt mit seinen Kölner Teamkollegen über seinen Führungstreffer.  © Marijan Murat/dpa

Klare Torchancen blieben aber vor allem deshalb Mangelware, weil die Schwaben den berühmten letzten Pass nicht an den Mann bekamen und in guten Kontersituationen zu verspielt agierten, anstatt auch mal den Abschluss zu suchen.

Die Gäste vom Rhein verteidigten diszipliniert, suchten ihr Heil in Tempogegenstößen und erarbeiteten sich ein paar Standards; Stuttgart löste alle halbwegs gefährlichen Situationen jedoch souverän.

Bis auf ein Mini-Schüsschen von Führich in der 6. Minute dauerte es bis zum Ende der ersten Hälfte, ehe sich VfB-Abwehrkante Mavropanos aus der zweiten Reihe ein Herz fasste und aufs Tor zimmerte (44.), doch Köln-Keeper Schwäbe parierte gut. Im Gegenzug testete Thielmann ebenfalls mit einem Distanzschuss Stuttgarts Schlussmann Bredlow, der sicher zupackte.

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Mit einem völlig leistungsgerechten 0:0 bat Schiri Deniz Aytekin die Teams in die Kabinen.

Anthony Modeste wird eingewechselt und wird zum Mega-Matchwinner für den 1. FC Köln

Wieder Modeste! Der Franzose besorgte auch das 2:0 und wurde damit zum spielentscheidenden Mann.
Wieder Modeste! Der Franzose besorgte auch das 2:0 und wurde damit zum spielentscheidenden Mann.  © Marijan Murat/dpa

Zum Start in den zweiten Spielabschnitt gab es dann aber Action! Schwäbe leistete sich beim Fangen eines Klimowicz-Schusses (48.) einen Lapsus, doch der Ball kullerte nicht hinter ihn ins Tor, sondern nur über die Außenlinie.

Nur eine Minute später kam der "Effzeh" zu seiner bislang größten Chance: Özcan schlenzte vom Strafraumeck, doch Bredlow parierte stark zur Seite.

Die Begegnung nahm nun zunehmend Fahrt auf, es ging hin und her, weil auch der Geißbock-Klub immer mehr ins eigene Offensivspiel investierte und plötzlich die spielbestimmende Mannschaft war.

Dann begann der Irrsinn: In der 72. Minute betrat Kölns Supermann Anthony Modeste den Rasen und knipste keine 60 Sekunden später zum 1:0, als er bei einem Abpraller von VfB-Goalie Bredlow goldrichtig stand und das Leder über die Linie drückte.

Doch damit nicht genug: Nur fünf Minuten später klingelte es erneut - wieder Modeste und quasi aus derselben Position! Diesmal drosch der Franzose eine Hereingabe von Thielmann aus wenigen Metern unter die Latte, stellte auf 2:0 und machte damit den Schock bei allen VfB-Fans komplett.

Das große Aufbäumen der Stuttgarter danach blieb aus; es war sogar eher so, dass die Kölner weiterhin Druck nach vorne machten und durchaus noch einen dritten Treffer hätten nachlegen können. Letztlich blieb es jedoch beim 2:0.

Am kommenden Wochenende steht für beide Teams wieder der Alltag in der Bundesliga an: Während der 1. FC Köln am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Borussia Dortmund ran muss, reist der VfB Stuttgart einen Tag später (15.30 Uhr/DAZN) zum Schwaben-Duell nach Augsburg.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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