Nach Vergewaltigungs-Vorwurf im Ibiza-Knast: So geht es jetzt mit VfB-Profi Karazor weiter!

Stuttgart/Ibiza - Seit vier Wochen sitzt Atakan Karazor (25) in Spanien in Untersuchungshaft. Dem Stuttgart-Profi wird vorgeworfen, eine junge Frau vergewaltigt zu haben.

Atakan Karazor (25) lief in der vergangenen Saison 24-mal für den VfB auf und erzielte ein Tor.
Atakan Karazor (25) lief in der vergangenen Saison 24-mal für den VfB auf und erzielte ein Tor.  © Tom Weller/dpa

Doch was passierte genau in der Nacht vom 8. auf den 9. Juni? Das 18-jährige vermeintliche Opfer brachte den Fall selbst zur Anzeige. Karazor beteuert hingegen, dass der Geschlechtsverkehr einvernehmlich stattgefunden habe.

Jetzt gibt einige neue Details im Fall um den deutschen Fußballprofi.

Die deutschsprachige Zeitung für Ibiza und Formentera "Ibizakurier" entschärft die Vergewaltigungsvorwürfe gegen Karazor und seinen Kumpel, der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt.

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Der Stuttgart-Profi soll gemeinsam mit seinem Kumpel Jaskaran T.D. die Diskothek "Pacha" aufgesucht haben und dort die beiden Frauen kennengelernt haben.

Die 18-Jährige und ihre Begleitung hätten sich "bereitwillig in den VIP-Bereich einladen lassen und schon dort eindeutig sexuelle Anmachen gegenüber dem Fußballer gezeigt haben", berichtet die Zeitung. Auch die Freundin der 18-Jährigen erklärte in ihrer Anhörung, dass der Sex gewaltfrei stattgefunden habe.

Eine Sprecherin der balearischen Justizbehörde erklärte gegenüber der "Mallorca Zeitung", dass Karazor noch "Wochen oder Monate im Gefängnis" sitzen wird. Bisher haben sich weder er noch seine Anwälte zum Vorfall geäußert. "Er bestreitet jede Handlung", mehr war bislang nicht zu erfahren.

Eine Entlassung auf Kaution wurde seitens der Justizbehörden abgelehnt.

Beim VfB Stuttgart gilt die Unschuldsvermutung

Sportdirektor Sven Mislintat (49) ist ratlos. Dennoch steht er weiter hinter seinem Defensivspieler.
Sportdirektor Sven Mislintat (49) ist ratlos. Dennoch steht er weiter hinter seinem Defensivspieler.  © Tom Weller/dpa

Dem Bundesligsten wird Karazor definitiv weiter fehlen und wohl die komplette Saisonvorbereitung verpassen.

Auch die Verantwortlichen in Stuttgart wissen nicht, ob und wann der Profi wieder zum Team stößt.

"Man kann nicht genau sagen, wie sich das entwickelt. Wir wissen das, was einem erzählt wird von den Anwälten und aus persönlichen Gesprächen von Ata mit seiner Familie", sagte Sportdirektor Sven Mislintat (49) zum Trainingsauftakt des VfB.

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Der VfB hofft, dass die Richter Karazor bald freilassen, dazu muss bewiesen werden, dass von dem 25-Jährigen keinerlei Fluchtgefahr ausgeht.

Dafür könnte hilfreich sein, dass er einen festen Wohnsitz in Deutschland und ein bestehendes Arbeitsverhältnis mit dem VfB Stuttgart hat.

Die Cannstatter stehen aktuell weiter hinter ihrem Spieler. Über einen Karazor-Ersatz denkt der Verein nicht nach.

"Wir behandeln Atakan so, wie einen Verletzten. Wenn er eine Verletzung hätte, die ein halbes Jahr dauern würde, würden wir das intern auffangen", stärkte Mislintat dem Mittelfeldspieler zuletzt den Rücken.

Wer in diesem heiklen Fall aber tatsächlich verletzt wurde, darüber werden die nächsten Wochen hoffentlich Klarheit bringen.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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