Mislintat will VfB-Spieler nicht zur Impfung drängen, aber vor "Bullshit-Argumenten" schützen

Stuttgart - Wenngleich der VfB Stuttgart im Testspiel klar mit 0:3 gegen den FC Barcelona verloren hat, sah man nach dem Abpfiff weder bei den Spielern auf dem Platz noch bei den Fans auf den Tribünen hängende Köpfe.

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo (43) war stolz auf den Einsatz, den seine Mannschaft gegen den FC Barcelona gezeigt hat.
VfB-Coach Pellegrino Matarazzo (43) war stolz auf den Einsatz, den seine Mannschaft gegen den FC Barcelona gezeigt hat.  © Bernd Weissbrod/dpa

Zu groß war bei wohl allen der 25.000 Anhänger die Freude darüber, nach einer Durststrecke von anderthalb Jahren endlich wieder ihre Mannschaft live in der Mercedes-Benz Arena erleben zu dürfen.

Der VfB kämpfte mit einem durch Verletzungen und Corona-bedingt stark dezimierten Kader tapfer gegen eine der stärksten Mannschaften Europas, deren Dominanz am Ball und Weltklasse sich letztlich aber deutlich durchsetzte.

"Die Jungs haben von Anfang bis Ende alles reingehauen. Mir war heute wichtig, eine Energie auf dem Platz zu spüren und als Gruppe aufzutreten, beides hat man auf dem Platz gesehen", war Stuttgarts Coach Pellegrino Matarazzo (43) stolz.

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Unter anderem machte der 18-jährige Österreicher Manuel Polster im Sturm in vielen Aktionen positiv auf sich aufmerksam. "Das war ein Spiel wie gemacht für ihn. Seine große Waffe ist Speed und Barcelona bietet dir genau diese Räume im Umschaltspiel an", sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (48).

Polster habe sich "im wahrsten Sinne des Wortes die Lunge aus dem Hals gerannt." Aber auch die anderen ins kalte Wasser geworfenen Spieler wie Richard Weil (33) und Dominik Nothnagel (26) hätten sich gut geschlagen, so Mislintat.

Beim VfB Stuttgart kamen gegen den FC Barcelona nur vollständig geimpfte Spieler zum Einsatz

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (48) traut der jungen Mannschaft ein gutes Urteilsvermögen bei der Impfthematik zu.
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (48) traut der jungen Mannschaft ein gutes Urteilsvermögen bei der Impfthematik zu.  © Tom Weller/dpa

Dass der Rumpfkader des VfB Stuttgart so zustande kam, ergab sich nach zwei positiven Corona-Fällen vom Samstagmorgen.

Um welche Spieler es sich handelte, wurde nicht kommuniziert. Bereits am Donnerstag hatte der VfB mitgeteilt, dass Sasa Kalajdzic (24) sich nach einem positiven Test in häuslicher Quarantäne befindet.

Nach Absprachen mit Barcelona sowie dem Gesundheitsamt und angesichts der Tatsache, dass es sich um ein Testspiel handelte, habe man als Vorsichtsmaßnahme beim VfB die Entscheidung getroffen, nur vollständig geimpfte Spieler einzusetzen, so Mislintat.

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Wäre man strikt nach Konzept vorgegangen, hätten alle negativ getesteten Profis zum Einsatz kommen können.

Der Sportdirektor machte klar, dass man die noch nicht geimpften Spieler weiterhin nicht zur Impfung drängen werde.

"Wir haben in Deutschland keine Impfpflicht, das ist eine freiwillige Entscheidung. Was wir tun ist Bullshit-Argumente, die im Netz kursieren, auszusäubern so gut es eben geht und dann können die Jungs frei entscheiden", erklärte der VfB-Kaderplaner.

Mislintat traut der jungen Mannschaft ein gutes Urteilsvermögen zu: "Wir haben 'ne sehr gute Truppe. Die Jungs machen sich in der Regel eine sehr gute eigene Meinung und gehen seit anderthalb Jahren extrem diszipliniert mit der Thematik um."

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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