Verbandswechsel geplatzt: VfB-Spieler Borna Sosa entschuldigt sich

Stuttgart/Zagreb - Der gebürtige Kroate Borna Sosa (23) vom VfB Stuttgart hat sich in seiner Heimat für die Absicht entschuldigt, künftig für die deutsche Fußball-Nationalelf spielen zu wollen.

Stuttgarts Borna Sosa (23).
Stuttgarts Borna Sosa (23).  © Sebastian Gollnow/dpa

"Die Entscheidung, die ich getroffen habe, war falsch, und ich muss selbst die Verantwortung dafür übernehmen", schrieb der Abwehrspieler in einer Medienmitteilung, die der kroatische Fußballverband HNS am Donnerstag auf seiner Webseite veröffentlichte.

Sosa, der kürzlich in Deutschland eingebürgert wurde, hatte vor einigen Tagen erklärt, dass er sich für die deutsche Auswahl entschieden und dies dem kroatischen Nationaltrainer Zlatko Dalic (54) mitgeteilt habe.

Inzwischen stellte sich heraus, dass ein solcher Verbandswechsel nach den Regeln des Weltfußballverbands FIFA aber nicht so ohne weiteres möglich gewesen wäre.

So startet der VfB Stuttgart in die Vorbereitung
VfB Stuttgart So startet der VfB Stuttgart in die Vorbereitung

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verzichtete daher auf einen entsprechenden Antrag.

Den geltenden Bestimmungen zufolge kann ein Wechsel der Nationalmannschaften nur dann genehmigt werden, wenn der Spieler zum Zeitpunkt seines letzten Einsatzes für sein ursprüngliches Land in einem Länderspiel beliebiger Kategorie noch nicht 21 Jahre alt war.

Sosa bietet sich kroatischem Verband an

Sosa war bei seinem letzten Einsatz für die U21 Kroatiens in der EM-Quali gegen Schottland Ende November 2020 aber schon 22 Jahre alt.

In der Mitteilung ließ der heute 23-Jährige erkennen, dass er sich "Illusionen hingegeben" hätte. "Wie jeder Sportler träumte ich schon als Kind davon, bei großen Sportereignissen anzutreten", schrieb Sosa. Ohne an Geld oder andere materielle Werte zu denken, habe er davon geträumt, einmal bei Europa- oder Weltmeisterschaften aufs Feld zu laufen.

Wenn der kroatische Verband der Ansicht sei, dass Sosa zum Erfolg seiner Auswahl beitragen könne, stehe er zur Verfügung.

Update 14. Mai, 13 Uhr: VfB-Trainer Matarazzo sieht Vorgehen in Causa Sosa kritisch

Trainer Pellegrino Matarazzo vom VfB Stuttgart sieht die Umstände des geplatzten Verbandswechsels seines Abwehrspielers Borna Sosa durchaus kritisch. "Es tut mir wirklich leid für den Jungen. Das ist keine angenehme Situation für ihn", sagte der Coach des Fußball-Bundesligisten am Freitag. "Der Prozess, wie es dazu gekommen ist, ist sehr unglücklich. Man kann das Ganze sehr kritisch ansehen." Der VfB sei über den Einbürgerungsprozess informiert, in weitere Pläne aber nicht involviert gewesen.

Der in Kroatien geborene Sosa hatte kürzlich auch die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen und dem kroatischen Nationaltrainer Zlatko Dalic mitgeteilt, dass er künftig für Deutschland spielen wolle. Anschließend stellte sich heraus, dass ein solcher Verbandswechsel nach den Regeln des Weltfußballverbands FIFA aber nicht so ohne weiteres möglich gewesen wäre. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verzichtete daher auf einen entsprechenden Antrag.

Am Donnerstag veröffentlichte der kroatische Verband auf seiner Webseite dann ein Statement des 23-Jährigen. "Die Entscheidung, die ich getroffen habe, war falsch, und ich muss selbst die Verantwortung dafür übernehmen", schrieb Sosa darin und entschuldigte sich für sein Vorgehen. Wenn der kroatische Verband der Ansicht sei, dass Sosa zum Erfolg seiner Auswahl beitragen könne, stehe er zur Verfügung.

"Er war tief getroffen", sagte Matarazzo angesichts der turbulenten Tage, die hinter Sosa liegen. Er hätte aber "das Gefühl, dass er aktuell sehr gut mit dieser schwierigen Situation umgeht.

Er hat sich stabilisiert nach ein, zwei Tagen, wo es holprig war. Er ist ein sehr intelligenter Junge, der Sachen reflektieren und einordnen kann."

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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