VfB-Boss Hitzlsperger spart nach einer intensiven Saison nicht mit Selbstkritik

Stuttgart - Thomas Hitzlsperger (39) blickt auf eine nach eigener Aussage "wahnsinnig intensive" Saison des VfB Stuttgart zurück, in der die tolle sportliche Leistung der Mannschaft den Verein hell erstrahlen ließ, die Datenaffäre hingegen einen großen Schatten warf.

Ein vielzitierter Machtkampf zwischen VfB-Präsident Claus Vogt (51, oben) und Vorstandschef Thomas Hitzlsperger (39) bestimmte lange Zeit die Schlagzeilen beim Traditionsklub.
Ein vielzitierter Machtkampf zwischen VfB-Präsident Claus Vogt (51, oben) und Vorstandschef Thomas Hitzlsperger (39) bestimmte lange Zeit die Schlagzeilen beim Traditionsklub.  © Tom Weller/dpa

Der Vorstandschef zog in einer Presserunde am Donnerstag ein überwiegend positives Fazit nach der von der Corona-Krise bestimmten Spielzeit, sparte jedoch auch nicht mit Selbstkritik.

"Ich bin schon zufrieden, wenn ich zurückschaue. Ich habe mich getraut, unangenehme Entscheidungen zu treffen. Doch der VfB wurde sportlich wieder ins rechte Licht gerückt. Das gibt mir Selbstvertrauen und hat mir in den Momenten geholfen, in denen ich daneben lag und Kritik einstecken musste", so der Ex-Nationalspieler.

Damit bezog er sich auf das Beben innerhalb des schwäbischen Traditionsklubs, das Ende des vergangenen Jahres losgetreten wurde, als Hitzlsperger für das Amt des Präsidenten kandidieren wollte. Daraufhin entbrannte ein vielzitierter Machtkampf mit Amtsinhaber Claus Vogt (51) - während die Aufarbeitung der Datenaffäre noch im Gange war.

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"Diese Kritik gilt es auszuhalten und sich nicht auf seinem Weg beirren zu lassen, damit man weiterhin mutige Entscheidungen treffen kann. Wir pflegen eine Fehlerkultur, in der ich mich auch hinstellen und für meine Fehler einstehen muss. Da möchte ich als Vorbild vorangehen", so der Vorstandsvorsitzende.

Hitzlsperger über anstehende Transfers beim VfB: "Wir können agieren und müssen nicht reagieren"

Thomas Hitzlsperger sparte in seinem Fazit zur abgelaufenen Saison nicht mit Selbstkritik.
Thomas Hitzlsperger sparte in seinem Fazit zur abgelaufenen Saison nicht mit Selbstkritik.  © Tom Weller/dpa

Die vereinspolitische Krise resultierte in großen personellen Umwälzungen, die Entlassungen und Neubesetzungen unter anderem im Vorstand nach sich zogen. Hitzlsperger zeigte sich über die Zusammenarbeit sehr zufrieden und hob dabei vor allem Finanz-Interimsvorstand Tobias Keller (31) hervor, der seit Februar "praktisch Tag und Nacht" gearbeitet habe und ein wichtiger Bezugspunkt für ihn ist.

Dass die Arbeit in den Gremien gut und ohne weitere Nebenkriegsschauplätze weitergehen konnte, sei dem Ex-Profi zufolge aber auch ein Verdienst der starken sportlichen Leistung in der Bundesliga.

"Der neunte Tabellenplatz ist für uns enorm wichtig in Bezug auf die TV-Gelder", machte Hitzlsperger klar, der von Einnahmeverlusten in Höhe von etwa 45 Millionen Euro aufgrund fehlender Zuschauer sprach.

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Dennoch sei er sehr zufrieden mit der finanziellen Lage, in der der VfB sich befinde. "Wir kommen aber nicht drum herum, Spieler zu verkaufen. Wir brauchen die Transfererlöse, um uns Spielraum zu verschaffen."

Dass die gute Leistung vieler VfB-Profis Begehrlichkeiten geweckt hat, ist kein Geheimnis. So steht Keeper Gregor Kobel (23) offenbar kurz vor einem Wechsel zu Borussia Dortmund.

Hitzlsperger machte jedoch die klare Ansage, dass es ein Limit bei den Verkäufen von Leistungsträgern gebe, um sich sportlich nicht zu stark zu schwächen. "Wir können agieren und müssen nicht reagieren", so der 39-Jährige.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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