VfB-Coach Matarazzo glaubt nicht mehr an Abstieg und wird sentimental

Stuttgart - Pellegrino Matarazzo (43) wollte noch keine Gratulationen entgegennehmen. Doch inzwischen fällt es sogar dem Trainer des VfB Stuttgart schwer, vor einem rechnerisch noch möglichen Abstieg zu warnen.

Spätestens nach dem Schützenfest gegen S04 ist der VfB Stuttgart dem Klassenerhalt sehr nahe.
Spätestens nach dem Schützenfest gegen S04 ist der VfB Stuttgart dem Klassenerhalt sehr nahe.  © Sebastian Gollnow/dpa

"Wenn wir die Einstellung der letzten Wochen beibehalten, kann ich mir schwer vorstellen, dass noch etwas passiert", gab er am Donnerstag bei der Pressekonferenz zu.

Es waren ganz neue Töne. Denn der 43-Jährige bewies zuletzt große Ausdauer darin, nicht von seiner Devise abzurücken.

Diese lautet nämlich, nur von Spiel zu Spiel denken zu wollen - und dabei bloß keinen Blick auf die Tabelle zu werfen!

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Doch die VfB-Situation erlaubt es längst, innezuhalten und sich zu überlegen, was eigentlich in dieser Saison noch möglich ist - unabhängig vom Klassenerhalt.

Immerhin haben die Schwaben schon 32 Punkte auf dem Konto und damit satte 14 Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Deshalb muss man noch nicht von Europa reden, aber Ziele wie die Entwicklung des eigenen Fußballs können nun mit deutlich weniger Druck auf dem Kessel angegangen werden.

VfB-Trainer Matarazzo denkt an die Zeit vor der Pandemie zurück und wird emotional

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (43) geht davon aus, dass er mit seinem Team den Klassenerhalt schafft.
VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo (43) geht davon aus, dass er mit seinem Team den Klassenerhalt schafft.  © Sebastian Gollnow/dpa

Zudem könnten Spieler, die zuletzt weniger im Fokus standen, bald mehr Einsatzzeiten bekommen, wie Matarazzo ankündigte.

Was dagegen noch nicht absehbar ist, ist die Rückkehr der Fans ins Stadion. Zwar gab die Politik am Mittwoch eine Öffnungsperspektive für Veranstaltungen, doch mit Blick auf die steigenden Coronazahlen scheint eine volle Mercedes-Benz Arena noch weit entfernt.

Ein Thema, das Coach Matarazzo nicht kaltlässt. Zu gut erinnert er sich noch an das bisher letzte VfB-Spiel in einem vollen Stadion, das am 9. März 2020 in der Mercedes-Benz Arena gegen Arminia Bielefeld stattgefunden hatte.

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Als er an die Zeit kurz vor der Pandemie dachte, in der er auch seine ersten Schritte als Bundesliga-Cheftrainer ging, wurde der Amerikaner sentimental: "Man kann von Glück sprechen. Nicht im Sinne von Zufall, sondern von 'happiness'. Ich hatte ein Ziel erreicht damals. Es waren Emotionen im eigenen Stadion, die ich was Fußball angeht, noch nie erlebt habe."

Diesem Moment, wenn solche Gefühle in den Fußball zurückkehren können, fiebert wohl auch jeder Fan entgegen.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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