VfB kämpft vor hitzigem Pokalfight beim BFC Dynamo mit Nebenschauplätzen

Stuttgart - Ein hitziger Fight steht bevor! In der ersten Runde des DFB-Pokals hofft Regionalligist BFC Dynamo gegen den VfB Stuttgart auf 3800 Fans.

Auf ihn muss der VfB gegen den BFC verzichten: Sasa Kalajdzic (24) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Auf ihn muss der VfB gegen den BFC verzichten: Sasa Kalajdzic (24) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Tom Weller/dpa

Die sollen im Sportforum Hohenschönhausen schließlich für eine Stimmung sorgen, bei der sich die jungen Spieler des VfB womöglich nicht ganz so wohlfühlen.

Ein Thema, das Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo (43) durchaus auf dem Schirm hat.

Auf der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie ließ er durchblicken, dass er seine Schützlinge auf den rauen Ton von der Tribüne vorbereiten wird.

Bei VfB-Star Silas Katompa Mvumpa ist Geduld gefragt
VfB Stuttgart Bei VfB-Star Silas Katompa Mvumpa ist Geduld gefragt

Wie er sich das im Detail vorstellt - dabei wollte er sich nicht in die Karten schauen lassen.

Was Matarazzo aber verrät: Er hat Respekt vor dem DDR-Rekordmeister. Nicht aufgrund der glorreichen Vergangenheit des Klubs, die er durchaus kennt, sondern aufgrund der aktuellen Leistung.

Kein Wunder, so hat der BFC die ersten drei Saisonspiele gewonnen und ist Tabellenführer in der Regionalliga Nordost.

VfB-Coach Pellegrino Matarazzo hat Respekt vor BFC-Stürmer Christian Beck

BFC-Angreifer Marvin Kleihs (27, Mitte) bejubelt seinen Treffer zum 3:1 beim 1. FC Lokomotive Leipzig, unter anderem Christian Beck (33, r.) beglückwünscht ihn.
BFC-Angreifer Marvin Kleihs (27, Mitte) bejubelt seinen Treffer zum 3:1 beim 1. FC Lokomotive Leipzig, unter anderem Christian Beck (33, r.) beglückwünscht ihn.  © picture point/Sven Sonntag

Die größte Stärke der Berliner sieht der VfB-Coach, neben der kompakten Defensive, vor allem in den langen Bällen auf den kopfballstarken Stoßstürmer Christian Beck (33).

Eine Gefahr hat er dabei bei ruhenden Bällen ausgemacht: "Es ist sehr auffällig", so Matarazzo, dass sie alle Standards, auch aus der eigenen Hälfte, in den gegnerischen Strafraum bringen.

Sogar mit überraschend langen Einwürfen gelangen die Berliner immer wieder in die gefährliche Zone, erklärte der Trainer.

Meine Meinung: VfB-Coach Matarazzo nimmt den Abstiegskampf an, sein Team nicht!
VfB Stuttgart Meine Meinung: VfB-Coach Matarazzo nimmt den Abstiegskampf an, sein Team nicht!

Alles Waffen, mit denen ein vermeintlich Kleiner einen Großen schlagen kann.

Warum sich Bundesligisten in der ersten Pokalrunde häufig schwertun? Für Matarazzo ist der Fall klar: "Es ist eine Frage, wie ernst man den Gegner nimmt."

Eine "Mannschaft in der Regionalliga" habe nämlich "eine gewisse Qualität" und ist "schlagkräftig, wenn sie als Gruppe funktioniert".

Rund um den VfB Stuttgart wird eine Impfdebatte geführt

Der Fokus von Pellegrino Matarazzo (43) liegt auf den Spielern, die fit sind.
Der Fokus von Pellegrino Matarazzo (43) liegt auf den Spielern, die fit sind.  © Bernd Weissbrod/dpa

Dementsprechend wird der Stuttgarter Übungsleiter alles dafür tun, dass seine Schützlinge den BFC nicht unterschätzen.

Für dieses Unterfangen wäre es jedoch hilfreich, wenn es bei den Schwaben keine Nebenschauplätze gebe.

Doch neben einer Verletzungsmisere hat neuerdings das Coronavirus den VfB fest im Griff: Mit Sasa Kalajdzic (24), Tanguy Coulibaly (20) und Nikolas Nartey (21) haben sich gleich drei Spieler infiziert und werden gegen Dynamo fehlen.

Es sind die ersten positiven Tests im Team der Stuttgarter seit Pandemie-Beginn, doch diese lösten gleich eine Debatte über nicht geimpfte Spieler aus.

Denn laut Bild-Zeitung ließ sich im VfB-Kader bislang nur jeder zweite den Corona-Schutz spritzen.

Eine niedrige Quote, mit der die Stuttgarter Verantwortlichen nicht zufrieden sein können. Wie Matarazzo offenbarte, habe man inzwischen mit den betroffenen Spielern gesprochen. Aber der VfB-Coach stellt klar: Sollte sich dennoch ein Profi weiterhin nicht impfen lassen wollen, würde der Verein die Entscheidung zu "hundert Prozent akzeptieren".

Damit ist das Thema Impfen erstmal erledigt - und die Schwaben können sich voll und ganz auf den Pokalfight konzentrieren.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

Mehr zum Thema VfB Stuttgart: