VfB-Notelf zieht aufmuckendem Underdog aus Berlin den Zahn und nimmt BFC auseinander

Berlin/Stuttgart - Keine Überraschung im Pokalfight! Die Notelf des VfB Stuttgart hat den BFC Dynamo mit 6:0 (2:0) geschlagen und zog somit verdientermaßen in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.

Die größte BFC-Chance der ersten Hälfte: VfB-Keeper Fabian Bredlow (M.) ist vor Dynamo-Spieler Alexander Siebeck (r.) am Ball.
Die größte BFC-Chance der ersten Hälfte: VfB-Keeper Fabian Bredlow (M.) ist vor Dynamo-Spieler Alexander Siebeck (r.) am Ball.  © Andreas Gora/dpa

Hamadi Al Ghaddioui erzielte vor 2631 Zuschauern im Sportforum Hohenschönhausen das 1:0 (26. Minute) für Stuttgart, bevor Borna Sosa auf 2:0 erhöhte (45.) und Konstantinos Mavropanos das 3:0 besorgte (53.). Mateo Klimowicz traf zum 4:0 (68.), ehe Mohamed Sankoh das 5:0 (82.) erzielte und Darko Churlinov mit dem 6:0 den Deckel draufmachte (88.).

Im Vergleich zum 2:0-Sieg beim FC Eilenburg in der Regionalliga Nordost veränderte BFC-Trainer Christian Benbennek seine Startelf auf zwei Positionen. So begannen Andor Bolyki und Philip Schulz für Darryl Geurts sowie Max-Peter Klump.

VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo gönnte derweil Olympia-Fahrer Florian Müller eine Pause und setzte im ersten Pflichtspiel auf Ersatzkeeper Fabian Bredlow. Kapitän Waldemar Anton fiel aufgrund einer Erkältung kurzfristig aus, weshalb Borna Sosa die Binde trug. Für Anton startete überraschend Neuzugang Hiroki Ito in der Innenverteidigung.

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Außerdem vertrat Al Ghaddioui den mit dem Coronavirus infizierten Stürmerstar Sasa Kalajdzic. Insgesamt fehlten den Schwaben 13 Akteure, die daher mit einer Notelf antraten.

So ging der BFC das Duell gegen den VfB Stuttgart an

Die Aufstellung des VfB Stuttgart beim BFC Dynamo

Hamadi Al Ghaddioui trifft zur VfB-Führung beim BFC Dynamo

Trotz anfänglicher Schwierigkeiten agierte der VfB als Einheit beim BFC: Hier pushen sich die VfB-Stars Atakan Karazor (2.v.l.) und Konstantinos Mavropanos (r.).
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten agierte der VfB als Einheit beim BFC: Hier pushen sich die VfB-Stars Atakan Karazor (2.v.l.) und Konstantinos Mavropanos (r.).  © Andreas Gora/dpa

Der schwäbische Favorit tat sich von Beginn an mächtig schwer gegen die Berliner, die mit viel Herz verteidigten und defensiv kompakt standen.

Um diesen Abwehrriegel zu knacken, fehlte es dem VfB lange an Kreativität. So reichte es zunächst nur für zwei Stuttgarter Mini-Chancen: Mavropanos köpfte nach einem Freistoß von Philipp Klement links vorbei (8.), ehe Al Ghaddioui nach einem Solo an BFC-Schlussmann Dmitri Stajila scheiterte (9.).

Ansonsten ließ Dynamo kaum etwas zu, was aber vor allem daran lag, dass der VfB den Regionalligisten nicht ausreichend forderte.

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Die Berliner deuteten dagegen immer wieder ihre Torgefahr an. Wie in der 13 Minute: Alexander Siebeck wollte nach einer Flanke von rechts die Kugel ins Tor grätschen, doch VfB-Keeper Bredlow schnappte sich das Leder in aller letztem Moment.

Mitte der ersten Hälfte agierte der VfB dann zielstrebiger in Richtung gegnerisches Tor und bewies Effizienz: Sosa flankte von links ins Zentrum und fand dort in Al Ghaddioui einen Abnehmer. Der köpfte mühelos ins kurze Eck zum 1:0 für den VfB ein (26.). Die BFC-Defensive samt Keeper Stajila sah in dieser Szene schlecht aus.

Erst trifft Borna Sosa für den VfB, dann legen Konstantinos Mavropanos und Mateo Klimowicz nach

So sehen Sieger aus: In der vergangenen Saison blieb Mateo Klimowicz oft glücklos, gegen den BFC hat der Youngster endlich mal getroffen.
So sehen Sieger aus: In der vergangenen Saison blieb Mateo Klimowicz oft glücklos, gegen den BFC hat der Youngster endlich mal getroffen.  © Andreas Gora/dpa

Wie auch beim 2:0: Kurz vor der Pause flankte Roberto Massimo völlig unbedrängt auf den langen Pfosten. Im Zentrum stand Sosa einschussbereit und zimmerte den Ball per Direktabnahme durch die Beine von Schlussmann Stajila zur 2:0-Halbzeitführung für die Schwaben (45.).

Zu Beginn der zweiten Hälfte muckte Dynamo nochmal auf und so bekam BFC-Star Christian Beck seine Chance. Aber: Der Ex-Magdeburger köpfte die Kugel nach einer Ecke nur über die Latte (49.).

Besser machte es Mavropanos auf der anderen Seite: Nach einer Ecke von Klement köpfte der Grieche spielend leicht zum 3:0 ins BFC-Netz ein (53.).

Der DDR-Rekordmeister schlug sich zwar trotz des klaren Rückstands wacker, aber es wurde immer deutlicher: Der VfB ist an diesem Nachmittag eine Nummer zu groß. So ging Schulz am eigenen Strafraum unnötig ins Dribbling und verlor dabei den Ball gegen Klimowicz. Der 21-Jährige nahm das Geschenk dankbar an und schob zum 4:0 ein (68.).

VfB-Stars bejubeln das 1:0 durch Hamadi Al Ghaddioui (2.v.r.).
VfB-Stars bejubeln das 1:0 durch Hamadi Al Ghaddioui (2.v.r.).  © Andreas Gora/dpa

VfB-Youngster Mohamed Sankoh und Darko Churlinov machen gegen den BFC den Sack zu

Für den Gastgeber ging es jetzt nur noch um den Ehrentreffer. Aber auch der wollte dem BFC einfach nicht gelingen: Matthias Steinborn setzte den Ball in der 70. Minute erst an die Latte, den Abpraller köpfte Beck anschließend kläglich rechts am Tor vorbei.

Und der VfB hatte nichts zu verschenken. Nach einer Flanke von Joker Erik Thommy verwandelte Mohamed Sankoh per Kopf ins lange Eck zum 5:0 (82.) und Darko Churlinov setzte nach feinem Solo von Daniel Didavi mit dem 6:0 den Schlusspunkt (88.).

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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