VfB-Präsidentschafts-Kandidat Steiger wird Rassismus vorgeworfen: So reagiert er

Stuttgart - Turbulente Zeit für VfB-Präsidentschaftskandidat Pierre-Enric Steiger (49)! Nach einer Aussage zum Christentum und zur Nächstenliebe im Podcast "Bruddelei" wird ihm im Netz Rassismus vorgeworfen.

VfB-Präsidentschaftskandidat Pierre-Enric Steiger (49) provozierte mit einer Aussage im Podcast "Bruddelei" eine Rassismus-Debatte.
VfB-Präsidentschaftskandidat Pierre-Enric Steiger (49) provozierte mit einer Aussage im Podcast "Bruddelei" eine Rassismus-Debatte.  © Hans-Martin Fischer

Was ist passiert? Der VfB-Podcaster Steffen K. hatte Steiger in einem Interview die Frage gestellt, wie sich dessen christlicher Glaube auf seinen Lebensalltag auswirken würde.

Der Herausforderer des amtierenden VfB-Präsidenten Claus Vogt (51) bei der Mitgliederversammlung am 18. Juli gab an, dass der Glaube ihm eine "innere Zentrierung mit einem Wertegerüst" geben würde. Demnach versuche er jeden Menschen so zu nehmen, wie dieser sei.

Den Aufreger brachte Steiger dann, als er die Bedeutung des Nächstenliebe-Konzepts im Rettungswesen erläuterte, für welches er sich als Präsident der Björn Steiger Stiftung einsetzt.

Nach Olympia-Aus! VfB-Keeper Müller zurück im Training in Stuttgart
VfB Stuttgart Nach Olympia-Aus! VfB-Keeper Müller zurück im Training in Stuttgart

Der 49-Jährige gab an, dass er bereits öfters im Auftrag der Bundesregierung in den verschiedensten Ländern unterwegs war, um dort das Wissen zu vermitteln, wie man einen Rettungsdienst aufbauen könne. Einige dieser Länder sind nicht-christlich geprägt.

Dabei stellte Steiger fest: "Ohne den christlichen Glauben kriegt man die Struktur nicht hin. Wenn diese Nächstenliebe nicht da ist, sondern der Gegenüber einem völlig Wurst und egal ist, dann kann ich diese Prozessketten (im Rettungswesen, Anm. d. Red.) nicht abbilden."

Pierre-Enric Steiger: Aufreger-Aussage hätte breiteren ethischen Kontext benötigt

Pierre-Enric Steiger (49, l.) und Claus Vogt (51) treten bei der Mitgliederversammlung am 18. Juli gegeneinander an und wollen zum VfB-Präsidenten gewählt werden.
Pierre-Enric Steiger (49, l.) und Claus Vogt (51) treten bei der Mitgliederversammlung am 18. Juli gegeneinander an und wollen zum VfB-Präsidenten gewählt werden.  © VfB Stuttgart

Für diese Aussage erntete er einen regelrechten Shitstorm. Viele VfB-Fans in den sozialen Netzwerken prangerten eine Erhöhung des Christentums gegenüber anderen Religionen an und warfen Steiger Rassismus vor.

So twitterte beispielsweise ein VfB-Fan: "Wie will Steiger als christian supremacist glaubwürdig einen Verein vertreten der Fans und Spieler verschiedener Religionen und Herkunft beheimatet?"

Ein anderer ist der Meinung: "Als VfB-Fan muss man sich bundes- und weltweit schämen für so eine Aussage von einem Präsidentschaftskandidaten!"

Darauf muss der VfB achten, um eine Pokal-Blamage beim BFC zu vermeiden
VfB Stuttgart Darauf muss der VfB achten, um eine Pokal-Blamage beim BFC zu vermeiden

Auf Anfrage von TAG24 Stuttgart bezog Pierre-Enric Steiger Stellung und sagte, dass ihm rassistisches oder in jeglicher Hinsicht diffamierendes Gedankengut fremd seien.

Seine Aussage hätte, um Missverständnissen vorzubeugen, in einem breiteren ethischen Kontext erläutert werden müssen.

Pierre-Enric Steiger: "Sollte sich jemand beleidigt oder angegriffen fühlen, dann bedauere ich dies"

"In Kulturkreisen, in denen der Mensch als Mensch keinen Wert hat - beziehungsweise nicht denselben, wie er ihn beispielsweise in Deutschland oder in anderen europäischen Ländern hat - ist es nahezu unmöglich, bestimmte Abläufe im Rettungsdienst wie die Priorisierung bei Verletzten oder der Logistik von Rettungsmitteln nahezubringen", so Steiger.

Mit dieser Problematik habe er sich mit seiner Stiftung erst einmal vertraut machen müssen und bekam in Gesprächen mit Hilfsorganisationen wie der WHO signalisiert, dass diese Differenz bei den Wertevorstellungen immer wieder zu großen Hürden führen würde.

Am Dienstagvormittag veröffentlichte Steiger noch einen Tweet: "Als Christ respektiere ich jedweden religiösen Glauben unserer Mitmenschen zutiefst - weltweit. Sollte sich dennoch jemand aufgrund meiner Äußerung beleidigt oder angegriffen fühlen, dann bedauere ich dies. Dies war nicht meine Absicht - und entspricht auch nicht meinem religiösen Grundverständnis."

Titelfoto: Hans-Martin Fischer

Mehr zum Thema VfB Stuttgart: