VfB-Stürmer Gonzalez macht Stuttgart wieder jede Menge Spaß!

Stuttgart - Der Jubel über sein erstes Saisontor war groß, das Unentschieden im Spiel beim schwer angeschlagenen FC Schalke 04 stimmte Nicolas Gonzalez (22) und den Rest des VfB Stuttgart jedoch nicht wirklich zufrieden.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (47, Foto) ist mit der Entwicklung von Nicolas Gonzalez sehr zufrieden.
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat (47, Foto) ist mit der Entwicklung von Nicolas Gonzalez sehr zufrieden.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Beim 1:1 (0:1) am Freitagabend wäre für den Bundesliga-Aufsteiger mehr als der Elfmetertreffer von Gonzalez zum Ausgleich in der 56. Minute und damit auch ein Sieg drin gewesen.

Man habe immer ein gutes Gefühl, wenn Gonzalez zum Elfmeterpunkt gehe, sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislinat (47). Und dies, obwohl dem zu Saisonbeginn abwanderungswilligen argentinischen Nationalstürmer nach einer Verletzungspause im Sommer zuletzt "noch ein paar Körner für 90 Minuten" gefehlt hätten. 

"Das war jetzt deutlich besser und wird jetzt sukzessive aufgebaut", erklärte Mislintat nach dem dritten Saison-Einsatz des Angreifers. So zufrieden die Stuttgarter Verantwortlichen mit der Entwicklung bei Gonzalez sind: Mit dem Ergebnis auf Schalke haderten sie ein wenig. 

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"Man hat das Gefühl, dass wir zwei Punkte zu wenig bekommen haben für das, was wir geleistet haben", sagte Mislintat. "Es sagt schon etwas aus, wenn wir nicht zufrieden sind, auf Schalke nicht drei Punkte geholt zu haben", stellte der 47-Jährige fest und machte deutlich, wie selbstbewusst der Aufsteiger mittlerweile ist.

Der starke Saisonstart mit neun Punkten aus sechs Spielen hat dem jungen Team eine breite Brust verschafft. Wie schon beim 1:1 gegen den 1. FC Köln eine Woche zuvor wäre für die Stuttgarter aber ein Sieg drin gewesen. 

Nicolas Gonzalez drängte im Sommer öffentlich auf einen Wechsel

VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez (Vordergrund) bejubelt sein Tor zum 1:1 gegen den FC Schalke 04.
VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez (Vordergrund) bejubelt sein Tor zum 1:1 gegen den FC Schalke 04.  © Guido Kirchner/dpa

Die Leistung sei "sehr, sehr, sehr gut" gewesen, sagte Mislintat. Das galt vor allem für die zweite Hälfte, in der der VfB sehr dominant auftrat - und mit Gonzalez einen Joker ausspielte, der eigentlich längst weg sein wollte.

"Nico hat ein Interview gegeben, das, glaube ich, ein bisschen fremdgesteuert war. Danach haben wir ganz sauber miteinander geredet und er hat sich vorbildlich verhalten", sagte Mislintat über den Stürmer, der nach seinen 14 Toren in der Vorsaison im Sommer öffentlich auf einen Wechsel gedrängt hatte. 

"Ich glaube, dass er froh ist, dass er geblieben ist", erklärte Mislintat. "Er sieht, dass wir nicht das Stuttgart aus dem Abstiegsjahr sind. Das war so ein bisschen seine Sorge. Er fühlt sich sehr wohl in der Gruppe. Und das sieht man auch."

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Auf Schalke, wo Gonzalez nach auskuriertem Bündelriss in der Hüftmuskulatur zum dritten Mal nacheinander eingewechselt wurde, bewies der 22-Jährige seinen Wert für die Mannschaft.

Weil den engagierten Stuttgartern "letztlich aber immer ein Stück weit die Präzision beim finalen Pass fehlte", wie Trainer Pellegrino Matarazzo (42) analysierte, reichte es für sie nach dem Rückstand durch Malick Thiaw (30. Minute) eben nicht zu drei Punkten. Immerhin holte der VfB im dritten Auswärtsspiel der Saison den siebten Zähler und damit schon jetzt einen mehr in der Fremde als in seiner gesamten letzten Bundesliga-Spielzeit 2018/19, die mit dem Abstieg endete.

Abgesehen vom Kopfball-Gegentor durch Thiaw, das aus einem unnötigen Freistoß entstand und VfB-Kapitän Gonzalo Castro (33) als "dumm" bezeichnete, ließen die Gäste in der ersten Hälfte hinten fast nichts zu. Nach der Pause und dem 1:1 durch Gonzalez, dem ein Handspiel von Schalkes Salif Sané vorausgegangen war, übernahmen sie gegen zunehmend verunsicherte Königsblaue komplett die Kontrolle. 

Auch "durch Corona und die schwierigen Phasen in der Zweiten Liga ist die Mannschaft in den letzten Monaten gewachsen", sagte Mislintat. Und mit ihr das Selbstbewusstsein.

Titelfoto: Guido Kirchner/dpa

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